Podcast-Gast · Folge 10
David Pieper
David Pieper verkauft als Stillhalter Put-Optionen auf Aktien, die er charttechnisch auswählt, und nutzt dabei, dass Absicherungen im Schnitt zu teuer sind. Er kommt aus der technischen Analyse und hat früher Futures im Daytrading gehandelt.
Über David Pieper
David Pieper begann seine Börsenkarriere als Wertpapierberater bei einer Privatbank, wechselte in die Research-Abteilung einer Landesbank nach Stuttgart und war dort strategisch für den US-Aktienmarkt zuständig, unmittelbar vor der Finanzkrise 2008. Heute lebt er als Stillhalter davon, Optionsprämien zu verkaufen, und hat mit „Easy“ eine eigene Options-App entwickelt.
So tradet David Pieper
Aus dem Gespräch in Folge 10 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Er handelt Aktien und seit der Corona-Zeit zunehmend Optionen, vor allem verkaufte Puts und Spreads. Futures hat er lange im Daytrading gehandelt, heute macht er das nicht mehr.
„und so habe ich das dann, würde ich sagen, seit Corona eigentlich hauptsächlich kombiniert. Also direkt Aktien und dann immer mehr Optionen halt.“
▶ Folge 10 · 1:05:51
Haltedauer
Short Puts eröffnet er mit rund 45 Tagen Laufzeit. In der Regel ist er nach zwei bis drei Wochen wieder draußen und sucht die nächste Aktie.
„Nach zwei, drei Wochen in der Regel bin ich draußen, suche mir wieder die nächste Aktie“
▶ Folge 10 · 2:03:18
Auswahl und Einstieg
Er verkauft Puts nur in Bullenmärkten und nur auf Aktien, die er auch halten würde und die bereits korrigiert haben. Den Strike wählt er über ein Delta von etwa 30, bei einer normalen Aktie rund 8 Prozent unter dem Kurs.
„Ich mache das nur a, in Bullmärkten und b, bei Aktien, wo ich sage, ich könnte mit der Aktie leben“
▶ Folge 10 · 1:52:56
Portfolio und Positionsgröße
Er handelt ohne Hebel und versichert nur so viel, wie Kapital auf dem Konto liegt. Für den Optionshandel setzt er den Erlös aus einem Immobilienverkauf ein.
„Ich investiere nur das Geld. Ich versichere nur den Betrag, den ich auf meinem Konto habe.“
▶ Folge 10 · 1:54:03
Risiko und Verkauf
Kapitalerhalt kommt bei ihm vor der Rendite, Drawdowns von 50 Prozent lehnt er ab. Short Puts schließt er, sobald etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Prämie verdient sind. So senkt er das Risiko kurz vor dem Verfall.
„meine erste Regel ist, erste Risikomanagementregel, ich will mein Kapital erhalten und dann die Rendite haben.“
▶ Folge 10 · 2:27:51
Fehler und was daraus wurde
Als Anfänger kaufte er einen Pennystock aus einem Börsenbrief und erlitt einen Totalverlust. Danach begann er, sich systematisch mit technischer Analyse zu befassen. Beim Flash Crash kam er stundenlang nicht aus einer CFD-Position, seitdem handelt er nur an regulierten Börsen.
„Und dann habe ich mir das rausgesogen, habe die gekauft. Und das war tatsächlich ein Totalverlust.“
▶ Folge 10 · 28:45
Umgang mit Verlusten
Verluste schreibt er sich selbst zu, nicht dem Broker oder den Nachrichten. Panikphasen mit einem Volatilitätsindex bei 60 bis 70 sieht er als Gelegenheit.
„und wenn es nicht gut läuft, dann ganz wichtig meine Verantwortung, nicht der Broker“
▶ Folge 10 · 45:12
Arbeitsweise und Werkzeuge
Aktie und Option sucht er mit einem Screener, den er mit seinem Team entwickelt hat. Die Auswahl der Option dauert am Tag ein bis zwei Minuten. Offene Positionen prüft er nicht täglich.
„Schaue ich mal vielleicht morgen rein, vielleicht nächste Woche. Also es ist wirklich nicht notwendig, sofort jeden Tag hier zu beobachten.“
▶ Folge 10 · 2:26:16
Der Preis hat Vorrang
Er liest Angebot und Nachfrage am Chart ab. Fällt eine Aktie trotz guter Zahlen, folgt er dem Preis. Konjunkturprognosen und Notenbank sind für seinen Horizont von Wochen bis wenigen Monaten fast irrelevant.
„wenn ich sehe, dass eine Aktie sich halbiert und die hat tolle Fundamentaldaten, würde ich dem Preis erstmal den Vorrang geben“
▶ Folge 10 · 16:19
Stillhalter wie eine Versicherung
Er sieht sich in der Rolle des Versicherers. Put-Optionen sind im Schnitt zu teuer, weil Anleger Angst vor fallenden Kursen haben. Sein Ziel sind 1 bis 1,5 Prozent pro Monat im rollierenden Schnitt.
„Und wenn ich etwas verkaufe, was nachweislich im Schnitt zu hoch ist, wenn ich das immer wieder mache, habe ich einen Edge“
▶ Folge 10 · 1:49:59
Daytrading hinter sich gelassen
Er hat Daytrading selbst betrieben und Tausende Stunden in Tests gesteckt. Heute rät er davon ab. Nach seiner Schätzung hält sich von 1000 Leuten etwa einer über Jahre.
„Ich habe Dinge getestet, täglich, stundenlang, wirklich, also extrem, ich weiß nicht wie viele Tausende Stunden da reingeflossen sind.“
▶ Folge 10 · 24:51
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Buchtipps aller Gäste →Kommentare
Mehr Erfahrungen →Gratulation! Das ist wieder mal ein unglaublich spannender Beitrag geworden! Sehr hörenswert! …
Blockbuster: Endlich, David in Spielfilmlänge. Spannend vom Anfang bis zum Ende.
Top Interview, viel mitgenommen. Man merkt sofort, dass er weiß, wovon er spricht, danke.
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