[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 13

Gregor Labahn

Gregor Labahn handelt als Trendfolger und stellt Psyche und Positionsgröße vor den Einstieg. Jeden Trade bewertet er als Vielfaches des eingegangenen Risikos.

Gregor Labahn, Ex-UBS- und Berenberg-HändlerEx-UBS- und Berenberg-HändlerWebsite

Über Gregor Labahn

Gregor Labahn war über zwei Jahrzehnte institutioneller Händler: als Market Maker an der Börse Düsseldorf, als Senior-Aktienhändler bei der Crédit Agricole, als Trading Advisor bei UBS für Kunden mit über 100 Millionen Vermögen und zuletzt bei Berenberg in Hamburg. Heute handelt er für sich selbst und bildet Trader in Selbstführung, Ausstieg und Positionsgröße aus.

So tradet Gregor Labahn

Aus dem Gespräch in Folge 13 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Labahn handelt vor allem den S&P, den DAX, Euro, Gold und Rohöl. Dazu kommt Bitcoin.

„Euro, Gold, Crude ist jetzt wieder viel mehr geworden natürlich durch die aktuelle Situation. Aber ich handele auch Bitcoin.“

▶ Folge 13 · 1:48:07

Auswahl und Einstieg

Er liest zuerst den Kontext über mehrere Zeitebenen, vom Tages- über den Stundenchart bis zum Fünf-Minuten-Chart. Einen Trade nimmt er, wenn er eine wiederkehrende Struktur erkennt und die Richtung klar ist. Als Trendfolger meidet er Seitwärtsmärkte.

„Für mich ist hauptsächlich entscheidend, dass ich eine gute Strukturidee habe, wiederkehrende Struktur erkenne und grundsätzlich weiß, in welche Richtung ich hauptsächlich handeln möchte.“

▶ Folge 13 · 1:44:14

Portfolio und Positionsgröße

Die Positionsgröße ist für ihn nach der Psyche der wichtigste Hebel. Größere Positionen baut er nur mit dem übergeordneten Trend auf, auch durch Nachkaufen im Gewinn. Korrekturen gegen den Trend handelt er klein.

„dann kann ich das vielleicht kurzfristig abbilden, aber ich weiß, da brauche ich keine großartige Position-Size-Strategie anwenden“

▶ Folge 13 · 1:45:32

Risiko und Verkauf

Er misst jeden Trade in Risk Multiples, also als Vielfaches des eingegangenen Risikos. Oberstes Ziel ist, das Kapital zu erhalten. Ohne Kapital ist das Trading-Geschäft geschlossen.

„dein Ergebnis ist immer ein Vielfaches von deinem Risiko, was du eingegangen bist.“

▶ Folge 13 · 33:22

Umgang mit Verlusten

Verluste gehören für ihn zum Geschäft. Er trennt seine Analysen und Trades vom eigenen Selbstwert. Kommt vor einem Trade ein ungutes Gefühl auf, prüft er den Gedanken dahinter und verwirft ihn, wenn das Risikomanagement steht.

„Ich kann sowohl als Trader permanent verlieren, ich kann sogar als Trader scheitern und ich kann trotzdem als Mensch bestehen“

▶ Folge 13 · 51:53

Arbeitsweise und Werkzeuge

Sein Tag beginnt um 5 Uhr mit Tai-Chi-Übungen und 30 bis 45 Minuten Meditation. Danach fährt er ins Büro. Nach dem Handel prüft er im Review seine Entscheidungen.

„fange ich meinen Tag sehr früh an, schon um 5 Uhr morgens“

▶ Folge 13 · 2:03:43

Die MOMA-Checkliste

MOMA steht für Me, Operations, Markets und Account. Jeden Morgen fragt er sich zuerst, ob er in der Lage ist zu traden und Risiko zu nehmen. Die Idee stammt aus den Checklisten von Piloten.

„bin ich in der Lage zu traden und bin ich in der Lage Risiko zu nehmen“

▶ Folge 13 · 1:29:14

Traden nur ohne inneren Drang

Sein Leitsatz am Bildschirm: nur dann traden, wenn nichts in ihm den Trade will. Er steigt ein, wenn Trend und Setup von selbst passen. Spürt er den Drang, dabei sein zu müssen, fragt er, ob das wirklich sein System ist.

„Wenn ich automatisch sehe, das ist mein Trend, das ist mein Setup. Da gehe ich automatisch rein.“

▶ Folge 13 · 1:42:15

Emotionen als Statusanzeige

Emotionen muss er nicht abstellen. Sie zeigen ihm, ob er handlungsfähig ist. Auch Euphorie hält er für einen schlechten Ratgeber.

„Emotionen geben dir gewissermaßen den Status darüber, ob du operativ handeln kannst oder nicht.“

▶ Folge 13 · 1:53:18

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 13 →

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@doohanks486
Klasse Einblicke. Für mich eine Reise in die Vergangenheit, ich bin damals auch als junger Händler auf dem Parkett rumgelaufen und habe bei Spütz, Ballmaier, Kopp und Konsorten Scheine gehandelt. …
@Hulzer
Sehr spannende Folge, Danke dafür!

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