[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 20

Gerd Ackermann

Gerd Ackermann kauft Aktien und sichert jede Position mit einer Put-Option ab, deren Strike er weit über den aktuellen Kurs legt. Läuft die Aktie bis zum Strike, rollt er den Put nach oben und macht so Buchgewinne zu gesicherten Gewinnen.

Gerd Ackermann, Diplom-Ingenieur & OptionshändlerDiplom-Ingenieur & OptionshändlerWebsiteSkool-Community

Über Gerd Ackermann

Gerd Ackermann ist Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik und seit 1999 sowohl selbstständig als auch an der Börse aktiv. Statt mit Reichweite arbeitet er mit Rechnung: Seine Strategie, der High Watermark Put, kombiniert überwiegend dividendenstarke US-Aktien mit langlaufenden Put-Optionen (oft 12 bis 24 Monate), deren Strike bewusst über dem aktuellen Kurs liegt. Damit ist der Put tief im Geld, besteht fast nur aus innerem Wert, und der Verkaufspreis der Aktie steht vom ersten Tag an vertraglich fest. Bekannt geworden ist Gerd Ackermann im deutschsprachigen Raum vor allem dadurch, dass er diese Variante konsequent öffentlich erklärt, unter anderem in seiner Skool-Community und in Präsenz-Seminaren.

So tradet Gerd Ackermann

Aus dem Gespräch in Folge 20 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Er handelt fast nur Aktien, vor allem aus den USA, weil dort das Volumen im Optionshandel groß ist. Zu jedem Paket von 100 Aktien kauft er einen Put als Absicherung. Krypto hält er nur über einen optionierbaren Bitcoin-ETF.

„Ich bin aber sehr stark auf amerikanische Aktien fixiert, weil da halt der Optionshandel größer ist, ist mehr Volumen im Optionshandel.“

▶ Folge 20 · 1:05:45

Haltedauer

Meist bleibt er zwei Monate bis ein halbes Jahr in einer Position, manche schließt er schon nach 20 Tagen. Die Puts kauft er mit langer Laufzeit, möglichst über sechs bis neun Monate hinaus. Bringt ein kurzer Kursschub 30 Prozent annualisiert, nimmt er den Gewinn früher mit.

„zwei Monate bis halbes Jahr, das ist so die übliche Laufzeit, ich drinnen bin.“

▶ Folge 20 · 1:13:11

Auswahl und Einstieg

Zuerst prüft er den Chart auf Aufwärtstrend, doppelten Boden oder Turnaround. Danach zählt nur die Volatilität, denn den Put kauft er nur, wenn sie niedrig ist. Aktie und Put legt er als Kombiorder mit festem Preis in den Markt und wartet lieber auf Rücksetzer als auf Ausbrüche.

„bei der Option ist es nur ein Faktor, die Volatilität muss niedrig sein.“

▶ Folge 20 · 1:14:22

Portfolio und Positionsgröße

Er hält meist 10 bis 15 Positionen. Pro Position riskiert er 1 Prozent des Nettoliquidationswerts, bei stabileren Werten bis 2 Prozent, und rechnet daraus die Stückzahl. Weil der Put das Risiko je Aktie klein hält, kauft er deutlich mehr Aktien als mit einem Stop-Loss und nutzt dafür auch Margin.

„Ich kenne das, was ich maximal riskieren darf und dann passe ich die Positionsgröße so an, dass es zu dieser Position passt.“

▶ Folge 20 · 1:29:28

Risiko und Verkauf

Feste Stops setzt er nicht, der Put garantiert ihm einen Verkaufspreis, auch bei Kurslücken. Kippt das Chartbild, sucht er den Ausstieg. Ausüben realisiert das Anfangsrisiko, deshalb holt er den Put oft vorher näher an den Kurs, um möglichst verlustfrei herauszukommen.

„Das sind ja alles keine Themen im Optionshandel, weil die Put Option garantiert mir einen Verkaufspreis, egal was passiert.“

▶ Folge 20 · 13:23

Fehler und was daraus wurde

Nach der Finanzkrise setzte er hoch auf Knock-out-Zertifikate, die bei negativen Zinsen wertlos verfallen. Seitdem rechnet er damit, dass jedes Ereignis eintreten kann. Bei PayPal vergrößerte er als Stillhalter eine fallende Position und hielt das Stillhaltergeschäft danach für zu riskant.

„Ich habe nämlich Knockout-Zertifikate gekauft, die wertlos verfallen, wenn der Zinssatz negativ wird.“

▶ Folge 20 · 1:54:31

Umgang mit Verlusten

Das maximale Risiko jeder Position steht in einer Excel-Tabelle, die Summe zeigt ihm den schlimmsten Fall für das ganze Depot. Deshalb greift er bei Krisen wie einem Kriegsausbruch nicht ein. Verlierer prüft er im Journal auf Fehler und versucht, sie so klein wie möglich zu halten.

„Ich weiß, was mein Worst Case ist und schlimmer wird es für mich nicht.“

▶ Folge 20 · 1:41:44

Arbeitsweise und Werkzeuge

Er schaut täglich auf Trading View und handelt auf dem Tageschart, pro Woche fallen zwei bis drei Anpassungen an. Kandidaten aus Newslettern und YouTube-Videos kommen auf eine Watchlist aus Papier. Szenarien simuliert er in OptionStrat, jeden Trade erfasst er im Trading-Tagebuch.

„ich gucke täglich rein. Ich gucke nicht jeden Tag in die TWS. Es reicht mir, wenn ich auf Trading View, da habe ich meine Aktien“

▶ Folge 20 · 1:33:06

Der Put über dem Kurs

Den Strike legt er über den Aktienkurs, teils 50 Prozent darüber, und zahlt so wenig Zeitwert. Erreicht die Aktie den Strike, verkauft er den Put und kauft einen höheren. Bei diesem High Water Mark Put zahlt er für 10 Dollar mehr Strike meist 5 Dollar.

„dass ich den Put nicht unter dem aktuellen Aktienkurs hinlege, den Strike, sondern oberhalb.“

▶ Folge 20 · 3:13

Dividende bezahlt die Versicherung

Bei Dividendenwerten wie Altria wählt er Puts mit langer Laufzeit, deren Kosten die Dividenden in dieser Zeit übersteigen. Im Schulungsbeispiel blieben von 7,4 Prozent Dividende nach der Absicherung 6,4 Prozent übrig. Solche Setups skaliert er mit Margin hoch.

„aber die nächsten Dividendenzahlungen werden die Kosten der Versicherung übersteigen“

▶ Folge 20 · 25:13

Der Satz am Bildschirm

An seinem Bildschirm hängt der Satz „Gewinne entstehen, wenn Verluste verschwinden“. Ihm reicht eine Trefferquote von 15 bis 20 Prozent, weil die Verlierer klein bleiben und wenige Gewinner viel bringen.

„Und da steht drauf, Gewinne entstehen, wenn Verluste verschwinden.“

▶ Folge 20 · 2:05:58

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 20 →

@simone2271
Vielen Dank. Das war wirklich sehr interessant. Obwohl ich die Strategie von Gerd Ackermann schon kannte, ist mir jetzt vieles klarer geworden.
@heuw7379
Spannendes Interview. Ich habe nur ein Grundverständnis von Optionen und handele sie auch nicht. Dennoch konnte ich dem Ansatz folgen, super erklärt daher. 👍 …

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