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Was ist ein Future?
Future: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Ein Future ist ein börsengehandelter Terminkontrakt, bei dem sich Käufer und Verkäufer verpflichten, einen Basiswert zu einem heute festgelegten Preis an einem späteren Termin abzunehmen oder zu liefern. Futures sind standardisiert und gehebelt: Hinterlegt wird nur eine Sicherheitsleistung, die Margin. Gewinne und Verluste werden täglich abgerechnet.
Future: Definition und Erklärung
Ein Future ist ein Termingeschäft, bei dem beide Seiten eine Pflicht eingehen. Der Käufer verpflichtet sich, den Basiswert zum vereinbarten Preis am Liefertag abzunehmen, der Verkäufer, ihn zu liefern. Anders als bei einer Option gibt es also kein Wahlrecht. Basiswerte sind Aktienindizes wie DAX oder S&P 500, Anleihen, Währungen, Kryptowährungen und Rohstoffe von Gold über Öl bis Weizen.
Futures werden an Terminbörsen wie der Eurex oder der CME gehandelt und sind standardisiert: Kontraktgröße, Mindestkursschritt und Verfallstermine legt die Börse fest. Ein E-mini-Future auf den S&P 500 bewegt zum Beispiel 50 US-Dollar pro Indexpunkt. Weil eine Clearingstelle zwischen Käufer und Verkäufer steht, gibt es kein Emittentenrisiko wie bei Zertifikaten.
Ursprünglich dienten Futures der Absicherung: Ein Landwirt sichert sich heute den Preis für seine Ernte, ein Lebensmittelhersteller seinen Einkaufspreis. Heute nutzen sie auch Spekulanten, weil man mit wenig Kapital auf steigende und fallende Kurse setzen kann. Die meisten Positionen werden vor dem Verfall geschlossen oder in den nächsten Kontrakt gerollt, viele Finanz-Futures werden ohnehin bar abgerechnet.
Future berechnen: Kontraktwert, Margin und Gewinn
Der Wert eines Futures ergibt sich aus Kurs mal Kontraktgröße. Beim Mini-DAX-Future der Eurex ist jeder Indexpunkt 5 Euro wert. Für eine Position muss nicht der ganze Kontraktwert bezahlt werden, sondern nur eine Sicherheitsleistung, die Initial Margin. Ihre Höhe legt die Börse fest und passt sie an die Schwankungen an.
| Kontraktgröße (Mini-DAX-Future) | 5 € je Punkt |
|---|---|
| Einstieg | 20.000 Punkte |
| Kontraktwert | 100.000 € |
| Hinterlegte Margin (Annahme) | 10.000 € |
| Kursbewegung | +400 Punkte |
| Gewinn | 2.000 € (+20 % auf die Margin) |
Fällt der DAX um dieselben 400 Punkte, beträgt der Verlust 2.000 Euro. Gewinne und Verluste werden jeden Börsentag gutgeschrieben oder belastet (Variation Margin). Sinkt das Guthaben unter die geforderte Sicherheitsleistung, verlangt der Broker Geld nach oder schließt die Position.
Jeder Future hat einen Verfallstermin, bei Indexfutures meist im März, Juni, September und Dezember. Wer länger dabeibleiben will, rollt die Position: Er schließt den auslaufenden Kontrakt und eröffnet den nächsten. Wie teuer das ist, zeigt die Terminkurve. Liegen spätere Kontrakte höher als der aktuelle, spricht man von Contango. Für Long-Positionen entsteht dann beim Rollen meist ein Nachteil, weil der neue Kontrakt teurer ist und sich bis zum Verfall tendenziell dem Kassakurs annähert. Liegen spätere Kontrakte tiefer, heißt das Backwardation.
Future in der Praxis
Futures gelten unter Profis als faire, transparente Produkte: Alle handeln im selben Orderbuch einer regulierten Börse, die Kosten sind niedrig und der Preis wird nicht von einem Emittenten gestellt. Gleichzeitig sind sie kein Einsteigerprodukt, weil schon ein einzelner Kontrakt eine große Summe bewegt.
Wichtige Punkte und Risiken im Überblick:
- Hebel: Die Margin ist nur ein Bruchteil des Kontraktwerts. Kleine Kursbewegungen können deshalb große Teile des Kontos kosten.
- Verluste über den Einsatz hinaus: Bei Kurslücken über Nacht kann der Verlust größer sein als die hinterlegte Margin. Dann muss Geld nachgeschossen werden.
- Margin Call: Reicht das Guthaben nicht mehr, schließt der Broker Positionen notfalls zwangsweise, oft zum ungünstigsten Zeitpunkt.
- Kontraktgröße: Ein voller Kontrakt ist für kleine Konten oft zu groß für ein sauberes Risikomanagement. Mini- und Micro-Futures machen den Einsatz feiner dosierbar.
- Rollen und Terminkurve: Wer Rohstoffe wie Öl lange über Futures hält, kann durch Rollverluste deutlich schlechter abschneiden als der Kassapreis.
- Physische Lieferung: Manche Rohstoff-Futures werden physisch erfüllt. Privatanleger schließen oder rollen solche Positionen deshalb rechtzeitig vor dem Verfall, viele Broker erzwingen das.
Wie bei allen gehebelten Produkten wird die Positionsgröße aus dem Risiko pro Trade berechnet, nicht aus der Margin. Viele Futures-Trader riskieren pro Trade nur einen kleinen Bruchteil ihres Kontos.
Future bei [Bulle & Mensch]
Futures sind für mehrere Gäste von [Bulle & Mensch] das zentrale Werkzeug. Robin Kömel hat eine Trading-Weltmeisterschaft im Futures-Handel gewonnen und schätzt, dass man damit auf steigende und fallende Preise setzen kann. Max Schulz handelt Rohstoff-Futures zusätzlich zu seiner Aktienstrategie, weil sie margenbasiert sind und das Kapital so doppelt arbeitet. Mirco Recksiek kauft Bitcoin langfristig direkt, würde für kurzfristige Schwünge aber eher Futures handeln. David Pieper vergleicht Futures mit einem scharfen Sushimesser: Man kann damit etwas Schönes herstellen oder sich sofort verletzen.
Andere Gäste setzen deutliche Warnzeichen. André Doerk erklärt, warum sich Öl über Futures langfristig kaum sinnvoll halten lässt: Bei jedem Rollen geht Geld verloren. Marcel Urban erinnert daran, dass manche Kontrakte physisch geliefert werden, und Larissa Kravitz hält Futures-Trading für kein Einstiegsthema. Sie rät unerfahrenen Anlegern, zuerst mit ungehebelten ETF-Positionen zu beginnen.
💬 Was unsere Gäste über Future sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Larissa Kravitz | Kein Einstiegsprodukt: erst ungehebelte ETFs |
| Oliver Klemm | Fokus auf wenige Futures, meist den DAX-Future |
| Mirco Recksiek | Spot zum Halten, Futures für kurzfristige Schwünge |
| Dr. Raimund Schriek | Rückblickend lieber gleich Futures statt CFDs |
| Gerd Ackermann | Wie die Profis: Aktien, Optionen und Futures |
| Max Schulz | Kleines Konto: nicht die Margin, der Stopp ist das Problem |
| André Doerk | Rollverluste: Öl über Futures langfristig ungeeignet |
| Marcel Urban | Produktrisiko: physische Lieferung nicht vergessen |
| Robin Kömel | Terminkontrakt für steigende und fallende Preise |
| David Pieper | Scharfes Werkzeug: Risikomanagement entscheidet |
Die Aussagen im Wortlaut
Kein Einstiegsprodukt: erst ungehebelte ETFs
„Und jetzt hat sie ein Erbe und damit will sie jetzt Futures Trading machen. Da kriege ich gleich immer so bisschen die Panik […]. Ich würde mal sagen, fange mal an mit einfachen Long Only Positionen, nicht Gehebelten im ETF Bereich.“
Fokus auf wenige Futures, meist den DAX-Future
„Ich handle […] fast nur den […] Future. Ich handel gelegentlich Nasdaq oder den S&P und auch dann und wann mal Rohstoffe. Also mal ein Goldfuture, ein Ölfuture. […] Weil ich bin der Meinung, gerade wenn du ein Mensch bist, […] eines der wichtigsten Dinge, außer Disziplin und solchen Sachen logischerweise, ist Fokus.“
Spot zum Halten, Futures für kurzfristige Schwünge
„Wenn ich jetzt aber jemand bin, der tagtäglich da auch Schwünge mitnehmen will oder auf Wochenbasis auch mal nutzen will, dass Bitcoin mal eine gute Woche hat oder eine schlechte Woche, da würde ich ganz klar eher Futures traden. Erstens, weil ich da natürlich auch mit mehr Risiko, mit mehr Hebel reingehen kann […].“
Rückblickend lieber gleich Futures statt CFDs
„Das einzige, was ich vielleicht hätte anders, wirklich anders machen sollen, dass ich gleich auf Produkte wie Futures gewechselt hätte und mich nicht im CFD-Markt unter diesen widrigen Umständen, die ich da eben schon erwähnte.“
Wie die Profis: Aktien, Optionen und Futures
„Ich würde sofort gucken, was machen die großen Profis. Und die machen keine Optionen, keine Zertifikate. Die kaufen Aktien und die machen vielleicht noch mit Optionen bisschen was und die machen mit Futures. Und darauf würde ich mich konzentrieren.“
Kleines Konto: nicht die Margin, der Stopp ist das Problem
„Die Futures waren damals nicht so teuer, also die Margen waren jetzt nicht so teuer. […] Das heißt Margen war jetzt kein Problem. Das Problem war halt der Stopp.“
Rollverluste: Öl über Futures langfristig ungeeignet
„Öl zum Beispiel kann man jetzt nicht langfristig sinnvoll investieren. Das geht einfach nicht, weil das ja bei Futures abgebildet wird. Da verliert man natürlich bei jedem Rollen der Futures auch wieder Geld.“
Produktrisiko: physische Lieferung nicht vergessen
„Manche Leute denken, besonders im Retail-Bereich, dass Sie einfach Futures kaufen können, vergessen aber, dass es dann so was wie Physical Delivery gibt. Und da gibt es einige Anekdoten, wo dann Leute auf einmal einen Haufen Barrels dann quasi physisch delivered bekommen müssten, aber haben die Infrastruktur davon nicht […].“
Terminkontrakt für steigende und fallende Preise
„Futures heißt auf Deutsch Terminkontrakt. Einfach gesagt ist das ein Handelsprodukt. So wie beispielsweise Aktien auch ein Handelsprodukt ist. Futures haben den großen Vorteil, dass man da nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Preise spekulieren kann.“
Scharfes Werkzeug: Risikomanagement entscheidet
„Bei Futures, ich sage immer, das ist ein scharfes Sushimesser. Du kannst dir sofort deinen Finger abschneiden oder du kannst damit schönes Sushi herstellen.“
🎙️ Folgen zum Thema Future
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