Podcast-Gast · Folge 29
Mirco Recksiek
Mirco Recksiek hält Bitcoin als große Langfristposition neben einem All-World-ETF und wartet mit hoher Cashquote auf tiefere Kurse. Aktive Ideen wählt er über Narrative aus, inzwischen mit Claude als Sparringspartner.
Über Mirco Recksiek
Mirco Recksiek kam schon als Teenager über seinen Opa und dessen Teletext-Kurstafeln mit der Börse in Kontakt. Sein erster Aktienkauf mit 16 Jahren vom Weihnachtsgeld endete nach einem kurzen Höhenflug im Totalverlust. Nach Bankausbildung und Studium mit Auslandssemester in Prag stieß er 2016 eher zufällig auf Bitcoin, als er einer Kommilitonin bei einer Präsentation zum Thema helfen sollte. Er investierte daraufhin 10.000 Euro und ließ sich seither nicht mehr von der Technologie los. Es folgten Jahre als Blockchain-Berater für Großunternehmen und als Dozent für Tokenökonomie an der Frankfurt School of Finance & Management, bevor er 2020 während der Pandemie mit Bitcoin2Go den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Heute gehört sein Kanal zu den bekanntesten deutschsprachigen Krypto-Marken, während 95 % der Plattformen aus dem Hype-Jahr 2021 längst wieder verschwunden sind. Sein Credo: Informationen teilen, keine Kaufempfehlungen geben und jedem, der Hilfe braucht, persönlich zur Seite stehen, selbst wenn es um verlorenes Geld geht.
So investiert Mirco Recksiek
Aus dem Gespräch in Folge 29 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Bitcoin kauft er physisch am Spotmarkt und hält ihn privat, weil Gewinne dort nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei sind. Aktien und ETFs baut er über seine Holding auf. Dazu kommt eine kleine Restposition Ethereum.
„mein Aktien-ETFs wickel ich über meine Holding ab und meinen Krypto-Part den mache ich privat wegen steuerlichen Gründen“
▶ Folge 29 · 1:24:57
Haltedauer
Er hat sich einen Anlagehorizont von 15 Jahren gesetzt. Nach einer letzten aktiven Einstiegsphase will er Bitcoin nur noch passiv halten.
„Und der ist bei mir jetzt erst mal Anlagehorizont 15 Jahre“
▶ Folge 29 · 1:55:28
Auswahl und Einstieg
Für Bitcoin hat er eine Zielzone unter 50.000 US-Dollar festgelegt und dort schon Limit-Orders gesetzt. Bei Aktien stellt er Positionen ein, wenn der Markt 10 bis 20 Prozent korrigiert. Fundamentaldaten nutzt er, um schwache Werte auszusortieren.
„ich für mich habe ganz klar eine Zielzone definiert, unter 50.000 US-Dollar“
▶ Folge 29 · 1:29:57
Portfolio und Positionsgröße
Den Kern bildet ein All-World-ETF, darum liegen Satelliten mit mehr Risiko wie ein selbst gebauter KI-Baustein. Als Zielverteilung nennt er 70 Prozent Aktien und ETFs und 30 Prozent Bitcoin. Im Kryptodepot hält er derzeit 50 Prozent Bitcoin, fast der ganze Rest liegt als Cash bereit.
„mein Wunschwert wäre dann so 70 Prozent Aktien, ETFs, 30 Prozent Bitcoin“
▶ Folge 29 · 1:25:49
Risiko und Verkauf
Verkaufsziele nach oben setzt er bei Bitcoin keine mehr. Gegen einen Absturz schützt er sich über breite Streuung. Einen Totalverlust bei Bitcoin könnte er nach eigener Aussage verkraften.
„habe schon so genug Schäfchen ins Trockene gebracht, als dass ich auch mit einem Totalverlust zum jetzigen Zeitpunkt leben könnte“
▶ Folge 29 · 1:57:42
Fehler und was daraus wurde
2017 hatte er einen Zielwert für sein gesamtes Depot im Kopf, verfehlte ihn knapp und verlor danach 80 Prozent. Seitdem denkt er Ziele auf Ebene einzelner Positionen. Vor drei Jahren löste er seine Aktien-ETF-Position auf und investierte das Geld zu spät wieder, weil er den KI-Boom unterschätzte.
„Ich bin ganz knapp, hab ich diese Zahl nicht erreicht und hab dann 80 Prozent verloren“
▶ Folge 29 · 1:20:02
Umgang mit Verlusten
Seine Faustregel lautet, dass man sich mit der eigenen Anlage wohlfühlen muss. Recht behalten muss er nicht, solange er mit seinen Entscheidungen leben kann. Deshalb geht er nicht all in, obwohl er das selbst nicht für den besten Ansatz hält.
„eine Faustregel, die ich immer mitnehme und immer sage, die ich für mich selber so beherzige, ist wirklich, man muss sich mit seiner Anlage wohlfühlen“
▶ Folge 29 · 19:23
Arbeitsweise und Werkzeuge
Nach dem Sport schaut er zuerst auf X, was in der Nacht passiert ist, vor zehn Uhr kommt meist sein erster Post. Er analysiert von der Geldpolitik und Makrothemen bis hinunter auf die Ebene einzelner Unternehmen. Claude hat er als Portfolio-Manager eingerichtet und prüft mit ihm jede Woche seine Kaufzonen.
„ich habe dafür Claude genutzt und ich habe dann erstmal dem beigebracht, mein Portfolio-Manager zu sein“
▶ Folge 29 · 1:51:24
Narrativ vor Chart
Er bezeichnet sich als Narrativ-Trader. Ohne eine Geschichte, die Käufer anzieht, steigt aus seiner Sicht kein Kurs. Charttechnik nutzt er nur rudimentär, etwa für Unterstützungszonen bei Bitcoin.
„Deswegen würde ich mich auch als Narrativ-Trader bezeichnen“
▶ Folge 29 · 1:49:44
Eigener KI-Baustein entlang der Chipkette
Für seinen KI-Satelliten ließ er sich von einer KI erklären, welche Stufen und Zulieferer die Herstellung eines Nvidia-Chips braucht. Aus jeder Stufe wählte er die aus seiner Sicht besten Werte, nach Zahlen oder nach Story.
„Da habe ich dann eine Layer Strategie für mich entwickelt, was brauche ich eigentlich, letztlich das Produkt eines Chips herzustellen“
▶ Folge 29 · 1:47:33
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Buchtipps aller Gäste →Kommentare
Mehr Erfahrungen →Hat wirklich Spaß gemacht, Danke für die Einladung :)
Tolles Interview ! Vielen Dank ! 🙏 Sehr viel dazu gelernt ! 😊🎉👍
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