[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 34

Rüdiger Born

Rüdiger Born handelt rein nach dem Chart und liest daraus die Stimmung der anderen Marktteilnehmer. Er sucht nach einer vereinfachten Elliott-Logik einen starken Impuls mit schwacher Korrektur und steigt über dem letzten Zwischenhoch ein.

Rüdiger Born, Diplom-Kaufmann & CharttechnikerDiplom-Kaufmann & CharttechnikerWebsite

Über Rüdiger Born

Rüdiger Born, Diplom-Kaufmann, ist seit den frühen 1990er Jahren an den Finanzmärkten aktiv. 1993 gehörte er zu den ersten Deutschen, die intraday über das Internet handelten. 1995 gründete er mit AFAM sein erstes Unternehmen mit, 1999 folgten AVANTUS GmbH und derivatecheck.de, 2006 die Mitgründung der Vermögensverwaltung BORN STAHLBERG & Partner in der Schweiz, 2007 die AVANTUS Traders GmbH, die 2012 zur heutigen BORN Traders GmbH wurde. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter von BORN Traders, Head of Trading für einen Krypto-Fonds und war über viele Jahre Berater für Börsen, Banken und Finanzdienstleister. Dieses Mandat ist inzwischen ausgelaufen. Er handelt per High-Frequency-Trading globale Märkte über multiple Instrumente und lebt zwischen Tokio und Frankfurt. Öffentlich bekannt ist er vor allem durch sein technisches Handelssystem BORNbars (Elliott-Wellen, Fibonacci, BORN Oscillator) als Add-on für AgenaTrader sowie durch die BORN Akademie und BORN-4-Trading mit Coaching, Webinaren und Live-Trading.

So tradet Rüdiger Born

Aus dem Gespräch in Folge 34 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Persönlich handelt er fast nur US-Aktien mit großer Marktkapitalisierung. Den Futures-Handel hat er abgegeben. Für ihn zählt das Muster im Chart, der einzelne Wert ist ihm gleich.

„ist mein Fokus sehr viel auf dem US-Handel, US-Aktien, hauptsächlich die, eigentlich fast nur die Large Caps dort“

▶ Folge 34 · 31:14

Haltedauer

Die Aktien handelt er nicht intraday. Meist hält er eine Position einige Stunden bis wenige Tage, manche auch Wochen oder Monate.

„Das kann schon sein, dass es nur einige Stunden bis wenige Tage sind. Manche allerdings auch Wochen, manchmal sogar bis Monate.“

▶ Folge 34 · 31:50

Auswahl und Einstieg

Er sucht eine starke Bewegung in eine Richtung, auf die eine wackelige, korrektive Gegenbewegung folgt. Die Korrektur soll mittelgroß sein, er misst sie mit Fibonacci-Marken. Eingestiegen wird, wenn der Kurs das letzte Zwischenhoch der Korrektur überwindet.

„Wenn ich sehe, dass die eine Seite sehr, sehr stark ist und die andere Seite aber korrektiv entgegengeht, nicht zu tief, nicht zu groß“

▶ Folge 34 · 42:49

Portfolio und Positionsgröße

Im Aktienhandel baut er Positionen nicht generell pyramidisch aus. Jedes Signal wird als eigener Trade gehandelt, auch wenn im selben Wert schon eine Position läuft. Das Kapital schützt er über die Positionsgröße.

„für das, was wir normalerweise machen. mache ich das nicht, sondern ich handle jedes Signal einzeln.“

▶ Folge 34 · 59:37

Risiko und Verkauf

Jeder Trade hat beim Einstieg einen Stopp und gegebenenfalls ein Ziel. Den Stopp setzt er knapp oberhalb des Korrekturtiefs auf die 78er Fibonacci-Marke und zieht ihn nicht auf den Einstieg nach. Hat er keine Idee, wie weit ein Trend läuft, nimmt er am Mindestziel Gewinne mit.

„Und deshalb muss ein Stop immer dahin, wo er die Idee sichert. Nicht wo ich mich wohlfühle, nicht wo er mein Kapital sichert.“

▶ Folge 34 · 56:47

Fehler und was daraus wurde

In den 90ern verdiente er an einem Nachmittag 27.000 Mark und wollte danach alle Entscheidungen im Team an sich ziehen. Wenige Tage später verlor er an einem Nachmittag 29.000 Mark. Stopps ausgeweitet hat er anfangs auch, obwohl er es besser wusste.

„ein paar Tage später habe ich 29.000 Mark verloren an einem Nachmittag. Ich war so klein mit Hut.“

▶ Folge 34 · 2:00:21

Umgang mit Verlusten

Den einzelnen Trade hält er für Zufall und bewertet nur die Summe vieler Trades. Nach einer langen Verlustserie vor einigen Monaten hat er unverändert weitergehandelt.

„Ich habe nicht Spaß am einzelnen Gewinn, genauso wie ich überhaupt keinen Ärger empfinde beim einzelnen Verlust, weil wie gesagt, ist Zufall.“

▶ Folge 34 · 1:54:18

Arbeitsweise und Werkzeuge

Er hat rund 700 US-Aktien im Wechsel auf dem Schirm und sieht pro Durchgang etwa 100 davon an. Jeder Wert erscheint gleichzeitig im Wochen-, Tages-, Vier-Stunden- und Stundenchart, ohne Indikatoren und ohne Volumen. KI nutzt sein Team für Auswertungen, die Entscheidung über long oder short trifft sie nie.

„Also ich habe immer so ein Turnus von ungefähr 700 Aktien, die ich mir da angucke klassischerweise.“

▶ Folge 34 · 31:50

Der Chart zeigt die Laune

Für Born macht die technische Analyse die Stimmung der Marktteilnehmer sichtbar. Ihn interessiert nicht, warum Leute kaufen, sondern ob sie kaufen. Solange gekauft wird, bleibt er dabei.

„Das heißt, die technische Analyse ist für uns eigentlich nur das Sichtbarmachen der Laune der anderen Marktteilnehmer.“

▶ Folge 34 · 36:14

Born Bars als zweiter Ansatz

Ein Computer-Scan findet die Born Bars, mit bloßem Auge erkennt er sie nicht. Bricht der Kurs aus der Spanne nach oben aus, geht er long, nach unten short. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei 2,5 zu 1, die Trefferquote um 40 Prozent.

„Wenn der nach oben ausbricht, gehen wir long. Wenn er nach unten ausbricht, gehen wir short. Das heißt, ich bin neutral.“

▶ Folge 34 · 1:19:38

Erwartungswert statt Trefferquote

Eine hohe Trefferquote ist für ihn kein Ziel. Er hält Trefferquoten zwischen 30 und 70 Prozent für effizienter, wenn die Gewinne ein Vielfaches der Verluste betragen.

„Ich werde nicht für Trefferquote bezahlt, ich werde für Performance bezahlt“

▶ Folge 34 · 52:11

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 34 →

Buchtipps von Rüdiger Born

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Cover: Das Elliott-Wellen-Prinzip
Das Elliott-Wellen-Prinzip
A.J. Frost & Robert Prechter
Cover: Besiege den Crash!
Besiege den Crash!
Robert Prechter
@heuw7379
Super Interview, dass fachlich sehr gewinnbringend und auch sehr unterhaltsam war. Klasse 👍 Seine vereinfachenden Vergleiche helfen sicher vielen Leuten. Rüdiger ist sicher ein dufter Typ, die hatten früher in seinem Team sicher viel Spass. Auch Traders Psyche kam nicht zu kurz, viele Tips aus der Praxis. Gelungene Folge.
@Fritzcat17
Werde es mal versuchen nicht auf Candlestick zu achten sondern mich auf die Wellen konzentrieren. Was ich zusätzlich probieren werde ist, den Wert von Euro- oder Dollar- auf Prozentanzeige zu umstellen um neutral zu bewerten. …

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