[Bulle & Mensch]
Folge 2

Covered Calls und Cash Secured Puts: Thomas Sparkojote

Vom ersten Lehrlingsgeld im Aktiendepot bis zum Stillhalter-System: warum Thomas Sparkojote sein Buy-and-Hold-Portfolio heute mit Covered Calls und Cash Secured Puts kombiniert und was ihn das Lernen gekostet hat.

Im Februar 2021 hatte Thomas Sparkojote mit 24 Jahren die erste Million erreicht, geplant hatte er das bis 30. Höchstens 10 Prozent davon stammten nach seiner Schätzung aus Rendite, der Rest aus dem Einkommen seiner Firmen, für die er 2018 seinen Job gekündigt hatte. Angefangen hat er mit 18 und dem Lehrlingslohn bei der UBS, mit einem Aktienkauf pro Quartal, weil die Ordergebühren sonst zu viel gefressen hätten.

Im Gespräch erklärt er, wie er sein Buy-and-Hold-Depot mit einer Stillhalter-Strategie aus Covered Calls und Cash Secured Puts ergänzt, der Wheel-Strategie. Der zusätzliche Baustein soll 1 bis 2 Prozent Rendite pro Jahr auf das gesamte Kapital bringen. Messlatte ist der Vanguard FTSE All World, der in Franken über zehn Jahre rund 8,8 Prozent pro Jahr gemacht hat. Sein eigenes Depot kam im selben Zeitraum auf 10,5 bis 11 Prozent pro Jahr.

„Ich musste aber schon vor 11 Jahren oder 10 Jahren beginnen mit diesen ersten Investments in der Lehre, damit ich heute da stehen kann, wo ich heute stehen kann.“
– Thomas Sparkojote

Die wichtigsten Erkenntnisse

Sein Regelwerk, 8 Punkte: Psychologie 1 · Risiko 3 · Absicherung 1 · Auswahl 1 · Ziel 1 · Positionsgröße 1

  • RätPsychologieEinfach anfangen1 Kauf pro Quartal

    Die ersten Aktienkäufe waren bewusst naiv. Der Investment-Case war schlicht „hey, ich kenne das Unternehmen. Ich kaufe jetzt einfach mal die Aktie und bekomme Dividende“. Rückblickend nennt er genau diese Käufe die Grundsteine dafür, dass er drangeblieben ist.

    Thomas Sparkojote · bei 3:31

    Zitat & Begründung
    „waren das die Grundsteine, die dazu geführt haben, dass man drangeblieben ist“ ▶ 3:31
    1. Er kaufte mit dem Lehrlingslohn Aktien von Unternehmen, die er kannte, und freute sich auf die Dividende.
    2. Diesen Investment-Case würde er heute nicht mehr so machen.
    3. Danach las er Bücher und Blogs und bildete sich im Selbststudium weiter.
  • TabuRisikoRendite in der eigenen Währung rechnenZinsen nur in FrankenKlare Aussage

    P2P-Kredite hat er komplett gestoppt, wegen des Währungsrisikos und nicht wegen der Anlageklasse: Die Plattformen liefen in Euro, er lebt in Franken. Nach Abwertung blieb „fast null Prozent Rendite“.

    Thomas Sparkojote · bei 25:41

    Zitat & Begründung
    „für mich war so P2P Investments das erste Learning für Währungsrisiko. Weil die meisten P2P Investments sind in Euro“ ▶ 25:41
    1. 6 bis 10 % Rendite in Euro bringen ihm wenig, wenn der Euro gegenüber dem Franken ähnlich stark abwertet.
    2. Netto blieben ihm 0 bis 1 % Rendite.
    3. Zinsprodukte, die nicht in Franken laufen, findet er seither unattraktiv.
  • RegelAbsicherungAbsicherung statt Renditefixe Sparratephysisch ausgezahltKlare Aussage

    Absicherung bewertet er nicht nach Rendite: Er spart mit fixer Summe an, lässt sich die Bestände physisch auszahlen und rechnet damit, dass im kompletten Zusammenbruch nur hilft, was nicht bloß digital im Depot liegt. „für mich war oder war und ist das immer noch heute Absicherung und nicht Rendite.“

    Thomas Sparkojote · bei 29:20

    Zitat & Begründung
    „für mich war oder war und ist das immer noch heute Absicherung und nicht Rendite“ ▶ 29:20
    1. Er spart mit fixer Summe bei einem Edelmetallhändler in Zürich und lässt sich die Bestände physisch auszahlen.
    2. In einem kompletten Zusammenbruch helfen ihm nur Werte, die er physisch hält.
    3. Dass Gold in den letzten zwei Jahren Rendite brachte, kam für ihn unerwartet.
  • RegelRisikoNur auf der eigenen Walleteigene Walletautomatischer SparplanKlare Aussage

    Sein Krypto-Investment ging 2022 durch eine Plattform-Pleite komplett verloren. Seither läuft ein Bitcoin-Sparplan direkt auf die eigene Wallet, mit voller Selbstverwahrung. Der Kryptoanteil ist zu rund 95 % Bitcoin.

    Thomas Sparkojote · bei 1:22:29

    Zitat & Begründung
    „ich war einfach doof und hab das nicht auf einer eigenen Wallet gehabt und die volle Kontrolle gehabt“ ▶ 1:22:29
    1. 2022 ging die Plattform pleite, fast ein Bitcoin und weitere Coins waren über Nacht weg.
    2. Seither läuft sein Sparplan über eine Schweizer Bitcoin-Plattform direkt auf die eigene Wallet.
    3. Das Problem war für ihn die Verwahrung, nicht Krypto selbst.
  • RegelAuswahlKeine Calls auf heiße Titel30 bis 45 Tage LaufzeitRollen 21 Tage vor Ablauf

    Beim Optionen-Schreiben konzentriert er sich auf wenige Basiswerte mit 30 bis 45 Tagen Restlaufzeit. Er schreibt bewusst keine Covered Calls auf Titel, die gerade heiß laufen.

    Thomas Sparkojote · bei 55:45

    Zitat & Begründung
    „NVIDIA ist absolut im Hype, AI ist wirklich steil, dann ist NVIDIA gerade ein Titel, da schreibe ich keine Optionen drauf“ ▶ 55:45
    1. Läuft eine Aktie steil nach oben, rennt sie ihm nach einer Ausbuchung davon.
    2. 21 Tage vor Ablauf rollt er die Option oder lässt sie auslaufen.
    3. Liegt er mit über 50 % im Gewinn, kauft er die Option zurück und schreibt eine neue.
  • RegelZielCashflow statt Verkauf1 bis 2 % pro Jahralles reinvestiertKlare Aussage

    Sein Ziel ist Cashflow, nicht Verkauf: „Also für mich war Option klar, Cashflow das Thema“. Er will Gewinne aus dem Portfolio ziehen, ohne die Aktien herzugeben.

    Thomas Sparkojote · bei 50:11

    Zitat & Begründung
    „für mich war Option klar, Cashflow das Thema“ ▶ 50:11
    1. Er will von Dividenden und Cashflow aus dem Portfolio leben, ohne Aktien herzugeben.
    2. Optionen skalieren für ihn: zehn oder hundert Kontrakte kosten dieselbe Analyse.
    3. Von Aktien trennt er sich nur, wenn sich der Investment-Case massiv ändert.
  • TabuRisikoKein Hebel, kein Leerverkaufvoll gedecktKlare Aussage

    Die Strategie läuft ohne Hebel: „du kannst nicht mehr verlieren, als du hast. [...] Also ich verkaufe nicht leer.“

    Thomas Sparkojote · bei 56:43

    Zitat & Begründung
    „die Strategie, die ich verwende, jetzt mit Option hat kein Leverage, das heißt, du kannst nicht mehr verlieren, als du hast“ ▶ 56:43
    1. Entweder hat er das Cash für die Aktie, oder er hat die Aktie für den Call.
    2. Leerverkäufe macht er nicht.
    3. Der Gewinn ist dafür gedeckelt.
  • RegelPositionsgrößeKlumpen nur, wenn der Totalverlust tragbar ist13 % in einem TitelWorst Case 20 bis 22 %

    Trotz rund 13 % Klumpenrisiko in einer einzelnen NVIDIA-Position bleibt er gelassen: Selbst ein Totalverlust dieser Position plus ein wertloser Bitcoin wären zusammen „20-22 % vom Portfolio weg“, ohne dass sich sein Lebensstil ändern würde.

    Thomas Sparkojote · bei 1:42:01

    Zitat & Begründung
    „Dann wären halt 20-22 % vom Portfolio weg, ich hätte immer noch einen gewissen Core“ ▶ 1:42:01
    1. Er spielt das Szenario durch, dass Nvidia pleitegeht und Bitcoin nichts mehr wert ist.
    2. Der Rest liegt in ETFs, weiteren Einzelaktien und Edelmetallen.
    3. Er sieht bei dieser Aufteilung mehr Chancen als Risiken und hofft, den Markt um ein bis zwei Prozent zu schlagen.

Meinungen von Thomas Sparkojote aus dem Gespräch, keine Anlageberatung. Zitate wörtlich, die Zeitmarke springt zur Stelle im Video.

Wie Thomas Sparkojote sein Cashflow-System entwickelt hat

Als Auszubildender bei der UBS musste Thomas Sparkojote sein Depot bei der Bank führen. Er sparte jeweils drei Monate für einen einzigen Aktienkauf, die ersten drei oder vier Jahre nur Einzelaktien, ETFs kamen erst 2019 und 2020 dazu. Eine seiner ersten Aktien war Starbucks, gekauft um 20 Dollar und um 90 Dollar verkauft, als er dort kein Wachstum mehr sah.

2016 startete er mit Finanzinhalten auf Blog und YouTube, 2018 kündigte er nach zweieinhalb Jahren Vollzeit, um den Onlineshop Amazing Toys für Sammelkarten und Sparkojote ganz zu betreiben. Mit dem Online-Schub ab 2020 wuchsen die Geschäfte teils um 1.000 Prozent pro Jahr. Im Corona-Crash kaufte er Flughafen Zürich, zeitweise knapp unter 100 Franken je Aktie. Bei der Aufnahme stand die Aktie bei 250 bis 260 Franken.

Nvidia kaufte er erstmals 2017, split-bereinigt um 2,50, und kaufte danach nur nach. Ende 2024 schrieb er mehrere Monate Covered Calls darauf, bis ihm 100 Aktien ausgebucht wurden. Damit war sein Einsatz samt Gewinn draußen, der Rest der Position läuft für ihn als reiner Gewinn.

Mit Optionen begann er vor vier bis fünf Jahren und probierte gut zwei Jahre herum. Bei seiner zweiten oder dritten Option verkaufte er einen Call auf Altria, hielt aber nur 80 Aktien. Die Bank rief innerhalb von fünf Minuten an, er musste 20 Aktien nachkaufen oder den Call zurückkaufen. Am meisten Geld kostete ihn am Anfang, dass er nie rollte und jede Option ausüben ließ.

So funktioniert Thomas Sparkojotes Stillhalter-Strategie

Optionen schreibt Thomas Sparkojote nur in seinem Swissquote-Depot, in dem zehn Positionen 80 Prozent ausmachen. Basiswert ist immer eine einzelne Aktie, etwa Nvidia, Alphabet, Nestlé, Apple oder ABB. Covered Calls laufen auf höchstens einem Viertel bis einem Drittel des Portfolios, gleichzeitig hat er nie mehr als vier Basiswerte offen. Weil ein Kontrakt 100 Aktien umfasst, lohnt sich das für ihn ab 50.000 bis 100.000 Depotgröße, richtig erst ab 200.000 bis 300.000.

Vor jedem Trade schaut er auf den Gesamtmarkt und rechnet in Franken, weil ein Plus des S&P 500 in Dollar in Franken oft deutlich kleiner ausfällt. Danach vergleicht er den Sektor, bei Nvidia also Alphabet, Microsoft und Meta, zuletzt den Titel selbst samt impliziter Volatilität. In einem Google Sheet färbt sich eine Kennzahl rot, sobald sie über seiner Grenze liegt. Dann nimmt er einen anderen Strike oder eine andere Aktie.

Der Strike liegt 5 bis 10 Prozent vom Kurs entfernt, eine Option bringt so 1 bis 3 Prozent Prämie bei ein bis zwei Monaten Laufzeit. 21 Tage vor Ablauf entscheidet er, ob er rollt oder die Option wertlos verfallen lässt. Liegt er deutlich über 50 Prozent im Gewinn, kauft er sie zurück und schreibt eine neue. Wird ihm eine Aktie per Call ausgebucht, schreibt er so lange Cash Secured Puts, bis sie wieder eingebucht wird. Bei Nestlé, zuletzt um 80 Franken, hat er so in vier Jahren 20 bis 25 Franken Prämie je Aktie gesammelt.

Den Seitwärtsmarkt rund um Russland und die Ukraine, der ein bis eineinhalb Jahre hielt, nennt er die beste Zeit für Covered Calls, im Aufschwung 2024 schrieb er fast nur Cash Secured Puts. Pro Woche kostet ihn die Kontrolle etwa zehn Minuten, Verfall und Rolltermin stehen im Kalender. Aktien verkauft er nur, wenn das Geschäftsmodell nicht mehr passt, und gibt dem Unternehmen dann 6 bis 9 Monate bis zum nächsten Halbjahresbericht.

Thomas Sparkojote als Investor mit Disziplin, Transparenz und bewusst kleinem Lebensstil

„Wir reden von Leuten, die sind länger an der Börse als ich auf der Welt bin.“
– Thomas Sparkojote

Auch Thomas Sparkojote reagiert emotional, wenn die Börse ruckelt. Bevor er auf Verkaufen drückt, verarbeitet er das Gefühl, holt sich die Fakten und entscheidet erst dann. Traditionelle Medien liest er in 99 Prozent der Fälle nicht, er geht direkt zu Geschäftsberichten, Unternehmensmitteilungen und den offiziellen Seiten des Bundes.

Mit 18 plante er bereits das Budget für den Auszug mit 20. Später testete er, mit wie wenig er in der Schweiz auskommt, und lebte eine Zeit lang von 1.400 Franken im Monat. 2.000 bis 3.000 im Monat fand er angenehmer, alles darüber wird gespart und investiert. Von 2019 bis 2023 machte er keinen Urlaub, erst 2023 ging es nach Japan. In der Pandemie arbeitete er monatelang 100 bis 120 Stunden pro Woche, bis er merkte, dass auch ein Hobby ins Burnout führen kann.

Sein Depot zeigt er seit bald zehn Jahren in monatlichen Updates auf YouTube und quartalsweise per Screenshot auf seiner Webseite. Das Nettovermögen teilt er nicht mehr, weil Posten wie Private Equity oder Sammlerstücke schwer einzuordnen sind und ihm Hass per Mail und in Kommentaren einbrachten. Auf den Zettel am Bildschirm schreibt er zwei Worte, always buy. Vermögende Anleger sagten ihm immer wieder dasselbe, sie hätten damals mehr kaufen sollen.

Was das für dich heißt

Thomas Sparkojote hat mit seinem Lehrlingsgeld angefangen und dokumentiert sein Depot seit über zehn Jahren öffentlich. Auffällig sind seine Grenzen:

  • Er arbeitet ohne Hebel und verkauft nie mehr, als er an Cash oder Aktien tatsächlich besitzt. Könntest du den schlimmsten Fall deiner offenen Positionen aus eigener Tasche tragen?
  • Er hat eine Zeit lang von 1.400 Franken im Monat gelebt und weiß seitdem, wo sein Minimum liegt. Weißt du, wie viel Geld du im Monat wirklich zum Leben brauchst?
  • Er zeigt sein Depot jeden Monat öffentlich und erklärt, was neu dazugekommen ist. Wer außer dir sieht, was du mit deinem Depot machst?
  • Er meidet traditionelle Medien und liest stattdessen Geschäftsberichte und Unternehmensmitteilungen. Woher stammen die Informationen, auf die du deine letzte Kaufentscheidung gestützt hast?

Seine Positionen

Welche Anlagen Thomas Sparkojote im Gespräch nennt: was er hält, kritisch sieht oder meidet (Stand: Aufnahme im Februar 2026).

  • HältEinzelaktiengrößter Teil des Depots1:42:08
    Zitat
    „etwas mehr in ETFs mit knapp 29%, Einzelaktien gerade 55%, Krypto eben 8-9%, Edelmetalle 6%“
  • HältETFsWelt-ETF auch als Messlatte1:42:05
    Zitat
    „ich hätte immer noch einen gewissen Core aktuell, etwas mehr in ETFs mit knapp 29%“
  • HältNvidiagrößter Klumpen, Einsatz schon rausgeholt1:40:57
    Zitat
    „das größte Risiko ganz Nvidia, also es ist halt ein Klumpenrisiko bei den Einzelaktien“
  • HältKryptowährungenzu 95 % Bitcoin, eigene Wallet1:25:53
    Zitat
    „wenn du das Portfolio halt anguckst, ist es 95 % Bitcoin bei Crypto“
  • HältGoldphysisch per Sparplan, als Absicherung29:02
    Zitat
    „Gold ist ja das prädestinierteste Edelmetall oder Silber, was du auch physisch haben kannst“
  • HältSilberphysisch per Sparplan, als Absicherung27:41
    Zitat
    „Seit 2019 habe ich mit Edelmetallen Gold und Silber begonnen“
  • MeidetP2P-Kreditegestoppt wegen Euro-Währungsrisiko27:41
    Zitat
    „P2P-Kredit ist eines der Dinge, die ich wirklich komplett gestoppt habe“

Meinungen aus dem Gespräch, keine Anlageberatung. Zitate wörtlich, die Zeitmarke springt zur Stelle im Video.

Wer ist Thomas Sparkojote?

Options-Trader & Cashflow-InvestorProfil ansehen →

Thomas Sparkojote beschäftigt sich seit seinem 17. Lebensjahr mit der Börse, eröffnete direkt nach seinem 18.

Aus den Kommentaren

Mehr Erfahrungen →
@heuw7379
sehr interessant, sehr strategisch denkend in jungen Jahren und er weiß, was wer will, gutes Interview.👍
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