Podcast-Gast · Folge 2
Thomas Sparkojote
Auf ein langfristiges Buy-and-Hold-Depot setzt Thomas Sparkojote Covered Calls und Cash Secured Puts als zusätzliche Ertragsschicht. Er kauft regelmäßig per Sparplan und verkauft nur, wenn der Investment Case nicht mehr stimmt.
Über Thomas Sparkojote
Thomas Sparkojote beschäftigt sich seit seinem 17. Lebensjahr mit der Börse, eröffnete direkt nach seinem 18. Geburtstag sein erstes Aktiendepot und investierte dort noch während seiner Banklehre bei der UBS sein erstes Lehrlingsgeld. Die ersten drei, vier Jahre ausschließlich in Einzelaktien, ETFs kamen erst später dazu. Parallel dazu sammelte er schon als Kind Pokémon- und Yu-Gi-Oh-Karten und begann als Teenager mit Reselling.
Seit über zehn Jahren dokumentiert er seine Finanzen öffentlich in Blog und YouTube-Kanal, für ihn „eine Art finanzielles Tagebuch“, in dem Erfolge und Misserfolge gleichermaßen sichtbar sind. Ab 2018 lief das hauptberuflich: Finanz-Content und ein Sammelkarten-Online-Shop. Der digitale Boom ab 2020 beschleunigte beides massiv, im Februar 2021 erreichte er mit knapp 24,5 Jahren seinen ersten Meilenstein: eine Million Vermögen, gut fünf Jahre früher als geplant.
Thomas Sparkojote hat einmal getestet, mit wie wenig er auskommt, und ist bei 1.400 Franken pro Monat gelandet. Eine Zeit lang hat er tatsächlich so gelebt, danach bewusst wieder aufgestockt. Sein Investmentportfolio teilt er seit fast zehn Jahren monatlich öffentlich, sein Nettovermögen dagegen seit 2021 bewusst nicht mehr.
So investiert Thomas Sparkojote
Aus dem Gespräch in Folge 2 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Einzelaktien sollen 50 bis 55 Prozent des Investmentportfolios ausmachen, ETFs höchstens 20 bis 25 Prozent. Dazu kommen Bitcoin, der bei Krypto rund 95 Prozent ausmacht, und physisches Gold und Silber, das er als Absicherung sieht. Dazu schreibt er Covered Calls und Cash Secured Puts.
„Also so 50-55 % vom Investmentportfolio sollen schon Einzelaktien sein. Also mehr als die Hälfte oder etwas mehr als die Hälfte.“
▶ Folge 2 · 15:10
Haltedauer
Er setzt auf Long-Term-Plays und handelt nicht intraday. Aktienverkäufe der letzten Jahre kann er an einer Hand abzählen. Nvidia hält er seit dem ersten Kauf 2017.
„Also ich kann an einer Hand abzählen, wenn ich Aktien verkaufe über die letzten paar Jahre versus Aktienkäufe.“
▶ Folge 2 · 48:51
Auswahl und Einstieg
Er kauft regelmäßig über Sparpläne und baut punktuell Nachkäufe oder neue Positionen auf, auch in Crashs wie 2020. Informationen holt er direkt aus Geschäftsberichten und Unternehmensmitteilungen, traditionelle Medien liest er nicht.
„Also bei mir geht es eigentlich darum regelmäßig zu kaufen über Sparpläne und dann punktuell gute Nachkäufe oder neue Positionen aufzubauen.“
▶ Folge 2 · 48:51
Portfolio und Positionsgröße
Aktuell liegen rund 55 Prozent in Einzelaktien, knapp 29 Prozent in ETFs, 8 bis 9 Prozent in Krypto und 6 Prozent in Edelmetallen. Nvidia ist mit 13 Prozent die größte Einzelposition. Schweizer Einzelaktien machen 15 Prozent aus.
„ich hätte immer noch einen gewissen Core aktuell, etwas mehr in ETFs mit knapp 29%, Einzelaktien gerade 55%, Krypto eben 8-9%, Edelmetalle 6%“
▶ Folge 2 · 1:41:49
Risiko und Verkauf
Er verkauft nur, wenn sich das Geschäftsmodell oder der Investment Case grundlegend ändert, nicht wegen einer Trendwende im Kurs. Starbucks, gekauft bei etwa 20 Dollar, verkaufte er bei rund 90 Dollar, weil er kein Wachstum mehr sah. Einen Hebel von etwa 1,1 über einen Lombardkredit hält er für vertretbar, ab 20 Prozent wird es für ihn kritisch.
„Und Verkaufen tue ich wirklich nur dann, wenn sich ein Investmentszenario massivst verändert.“
▶ Folge 2 · 48:51
Fehler und was daraus wurde
Seine Kryptowerte aus den Jahren 2017 bis 2022 lagen auf einer Plattform, die 2022 pleiteging. Alles war weg. Seither kauft er Bitcoin per Sparplan direkt auf die eigene Wallet. Bei Optionen verlor er anfangs Geld, weil er Positionen ausüben ließ, statt zu rollen.
„ich war einfach doof und hab das nicht auf einer eigenen Wallet gehabt und die volle Kontrolle gehabt“
▶ Folge 2 · 1:22:29
Umgang mit Verlusten
Auch er reagiert emotional, wenn die Börse ruckelt. Er will aber erst die Fakten prüfen, dann rational entscheiden und erst danach handeln. Crash-Szenarien spielt er durch: Ein Totalverlust bei Nvidia und Bitcoin würde 20 bis 22 Prozent des Portfolios kosten.
„dass ich nicht reagieren sondern mir erst dann sauber wieder die Fakten gebe und dann anschließend rational entscheide und erst dann ausführe“
▶ Folge 2 · 19:04
Arbeitsweise und Werkzeuge
Er investiert im Schnitt eine Stunde pro Tag, sieben bis zehn Stunden pro Woche. Er liest Halbjahres- und Jahresberichte, nutzt den Aktienfinder für Kennzahlen und ein eigenes Google Sheet für Optionen. Er lernt über Bücher, YouTube und für Optionen auch über Reddit.
„im Durchschnitt pro Tag eine Stunde vielleicht, also sieben bis zehn Stunden pro Woche.“
▶ Folge 2 · 34:54
Covered Calls als zweite Ebene
Er schreibt Optionen mit 30 bis 45 Tagen Laufzeit, 5 bis 10 Prozent vom Kurs entfernt, und bei über 50 Prozent Gewinn kauft er sie zurück. Er arbeitet ohne Hebel und schreibt auf höchstens vier Basiswerte gleichzeitig. Auf Titel in starkem Aufwärtstrend wie Nvidia im KI-Hype schreibt er keine Calls.
„Ich habe dann auch Regeln wie wenn ich deutlich über 50 % Gewinn habe, dann kaufe ich, also mache ich einen Buy to Close“
▶ Folge 2 · 1:09:13
Benchmark ist der Welt-ETF
Als Maßstab nimmt er nur, worin er das ganze Portfolio stecken würde: den Vanguard FTSE All-World, rund 8,8 Prozent pro Jahr in Franken über zehn Jahre. Sein interner Zinsfuß lag in dieser Zeit bei 10,5 bis 11 Prozent.
„Also für mich ist meine Benchmark das, worin ich mein gesamtes Investmentportfolio reinstecken würde und auch wirklich machen würde.“
▶ Folge 2 · 1:43:41
Gerechnet wird in Franken
P2P-Kredite hat er gestoppt, weil die Euro-Abwertung die Rendite in Franken fast auf null drückte. Zinsanlagen außerhalb des Frankens hält er für unattraktiv.
„Also für mich war so P2P Investments das erste Learning für Währungsrisiko. Weil die meisten P2P Investments sind in Euro.“
▶ Folge 2 · 25:41
Kommentare
Mehr Erfahrungen →sehr interessant, sehr strategisch denkend in jungen Jahren und er weiß, was wer will, gutes Interview.👍
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