[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 6

Erik Wimmer

Erik Wimmer handelt digitale Assets mit selbst programmierten Handelsrobotern im Ein-Minuten-Zeitfenster. Eine KI schlägt die Indikatoren vor, ob der Algorithmus läuft, entscheidet er selbst.

Erik Wimmer, Gründer & CEO, Quantum Data AnalyticsGründer & CEO, Quantum Data Analytics

Über Erik Wimmer

Erik Wimmer ist Gründer und CEO von Quantum Data Analytics, einem österreichischen Fintech-Unternehmen in der Startup-Phase, das sich auf automatisierten Börsenhandel und multifaktorielle Marktanalysen spezialisiert hat. Ursprünglich ist Erik Wimmer Verfahrenstechniker und war lange in der Projektentwicklung im Bereich erneuerbare Energien tätig.

Sein erster Trade verlief wie bei vielen: Erik Wimmer verlor die Hälfte seines Einsatzes, holte den Verlust schnell wieder auf und blieb hängen. Was ihn packte, war weniger das schnelle Geld als die Tiefe der Analyse: das Zusammenspiel von Märkten, geopolitischen Entwicklungen und makroökonomischen Faktoren.

2018 wechselte Erik Wimmer zu digitalen Assets, ausgelöst durch die Ausweitung der US-Notenbankbilanz und fasziniert von der technischen Dokumentation der Plattform Binance. Den Anstoß für einen echten Handelsalgorithmus gab ausgerechnet ein Ärgernis: Ein gesetzter Stop-Loss wurde vom Broker nicht gezogen, weil der Kurs ihn im Crash einfach übersprang.

So tradet Erik Wimmer

Aus dem Gespräch in Folge 6 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Er begann 2014 im Forex-Handel. Seit 2018 handelt er digitale Assets über Binance, deren Schnittstelle seine Programme direkt ansprechen.

„Und dann bin ich auf die Plattform Binance gestoßen. Und ja, war dann gleich Feuer und Flamme dafür“

▶ Folge 6 · 12:58

Haltedauer

Beruflich setzt er nur kurzfristige Strategien ein, seine Handelsroboter arbeiten im Ein-Minuten-Zeitfenster. Selbst eine Minute ist ihm für ein Signal oft zu lang, deshalb reagieren seine Indikatoren schon auf die sich öffnende Kerze.

„Denn auf einem Timing-Frame von einer Minute kann eine Minute unglaublich lang sein, wenn der Markt in Bewegung“

▶ Folge 6 · 43:10

Auswahl und Einstieg

Vor einem Einstieg führt er eine Plus-Minus-Rechnung mit Signalen dafür und Gründen dagegen. Steigt ein Markt, prüft er zuerst, warum. Im Handelsroboter entsteht ein Einstiegssignal erst, wenn alle vier gewählten Indikatoren grün zeigen und der Druck des Abverkaufs vorbei ist.

„Plusseitig kommen natürlich Signale, die einen Einstieg rechtfertigen würden. Linksseitig, also beim Minuszeichen Informationen, die einen Einstieg nicht rechtfertigen.“

▶ Folge 6 · 57:35

Risiko und Verkauf

Jede Position hat einen festen Drawdown von minus 2,5 Prozent und eine Gewinnmitnahme bei 4,5 Prozent. Den Ausstieg löst sein Algorithmus aus, seit ein Broker einen gesetzten Stopp übersprungen hat. Den Stopp prüft er regelmäßig und zieht ihn bei Bedarf nach.

„den maximalen Verlust, den ich habe, sind minus zweieinhalb Prozent, da reagiert dann mein Algorithmus“

▶ Folge 6 · 17:15

Fehler und was daraus wurde

2023 ließ er eine selbst entwickelte KI völlig frei handeln. Sie kaufte Assets, die er nicht kannte, stieg am Beginn eines Abverkaufs ein und am Ende aus. Am nächsten Morgen lag sein Portfolio 40 Prozent im Minus, den Versuch beendete er schnell.

„da war mein gesamtes Portfolio mal 40 % im Minus“

▶ Folge 6 · 1:30:47

Umgang mit Verlusten

Neue Handelsalgorithmen testet er mit echtem Geld und größeren Summen, weil er aus spürbaren Verlusten lernt. Verliert er das Gespür für den Markt, bleibt er draußen, bis es zurück ist.

„Ich teste nur alles mit Echtgeld. Denn ich bin der Meinung, man muss spüren, was man verliert, damit man versteht, was man gewinnt.“

▶ Folge 6 · 22:04

Arbeitsweise und Werkzeuge

Datenstreams, Indikatoren und Handelsroboter programmiert er selbst. Eine KI ermittelt alle drei Monate, welche der 312 eigenen Indikatoren zuletzt am treffsichersten waren, vier davon kommen in den Roboter. Ob der Algorithmus läuft, entscheidet er selbst.

„Nein, aber ich entscheide, wann ich den Algorithmus aktiviere und wann nicht.“

▶ Folge 6 · 1:41:52

Das Handelsjournal von Hand

Seine Erfahrungen, Fehler und Ideen für Code schreibt er von Hand in einen Kalenderblock. Beim Aufschreiben gleicht er sie mit früheren Einträgen ab und erkennt so eigene Fehler.

„Da ist mir das ganz ganz wichtig, dass das Journal, dass ich das händisch führe und mich in dieser Zeit auch damit auseinandersetze.“

▶ Folge 6 · 52:31

Draußen bleiben ohne klares Signal

Fällt die Plus-Minus-Rechnung negativ aus, bleibt er draußen, egal wohin der Markt läuft. Auch ein halbes Jahr ohne Trade nimmt er dafür in Kauf.

„Und wenn es einmal ein halbes Jahr lang nichts zum Handeln gibt, dann gibt es nichts zum Handeln.“

▶ Folge 6 · 2:09:26

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 6 →

@heuw7379
super spannend zu hören, was technisch derzeit möglich ist und was nicht, absoluter Fachmann auf seinem Gebiet 👍

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