Begriff · Trading
Was ist ein Trading-Journal?
Trading-Journal: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Ein Trading-Journal ist ein Tagebuch, in dem Trader und Anleger jeden Trade mit Einstieg, Ausstieg, Begründung und Ergebnis festhalten. Die regelmäßige Auswertung zeigt, welche Regeln funktionieren, wann man von ihnen abweicht und welche Fehler sich wiederholen. So wird aus Erfahrung überprüfbares Wissen statt bloßer Erinnerung.
Trading-Journal: Definition und Erklärung
Ein Trading-Journal (auch Trading-Tagebuch) dokumentiert jeden Trade: was gekauft oder verkauft wurde, zu welchem Kurs, mit welchem Stopp, aus welchem Grund und mit welchem Ergebnis. Viele Trader notieren zusätzlich, wie sie sich dabei gefühlt haben.
Der Nutzen entsteht nicht beim Aufschreiben allein, sondern bei der Auswertung. Erst über viele Trades hinweg wird sichtbar, welche Setups tatsächlich Geld verdienen, wie hoch Trefferquote und durchschnittlicher Gewinn wirklich sind und wo das eigene Verhalten von den Regeln abweicht.
Das Gedächtnis ist dafür ein schlechter Ersatz: Gewinne bleiben gut in Erinnerung, Fehler werden gern umgedeutet. Das Journal hält fest, was tatsächlich passiert ist.
Trading-Journal führen: was hineingehört
Ein Journal kann ein Notizbuch, eine Tabelle oder eine spezielle Software sein. Entscheidend ist, dass jeder Trade nach demselben Schema erfasst wird:
- Die Fakten: Datum, Wert, Richtung, Einstieg, Stopp, Ziel, Ausstieg, Stückzahl und Kosten.
- Die Begründung: Warum dieser Trade, nach welcher Strategie, und was müsste passieren, damit die Idee nicht mehr stimmt?
- Die Umsetzung: Wurden die eigenen Regeln eingehalten?
- Gedanken und Gefühle: zum Beispiel Ungeduld, Angst, Übermut oder Ärger nach einem Verlust.
- Ein Chart-Screenshot vom Einstieg und vom Ausstieg.
Aus den gesammelten Einträgen lassen sich die wichtigsten Kennzahlen einer Strategie berechnen. Ein Beispiel mit 20 ausgewerteten Trades:
| Anzahl Trades | 20 |
|---|---|
| Gewinner | 8 mit durchschnittlich 300 € |
| Verlierer | 12 mit durchschnittlich 100 € |
| Trefferquote | 40 % |
| Ergebnis nach 20 Trades | +1.200 € (60 € pro Trade) |
Das Beispiel zeigt: Eine Strategie kann mit weniger als der Hälfte Gewinner profitabel sein, wenn die Gewinne deutlich größer als die Verluste sind. Ohne Journal bleibt diese Rechnung ein Gefühl.
Trading-Journal in der Praxis
Die meisten Trader tragen die Fakten direkt nach dem Trade ein und werten gesammelt aus, etwa einmal pro Woche. Bewährte Fragen für die Auswertung:
- Habe ich mich an meine Regeln gehalten?
- War ein Gewinn gutes Handwerk oder einfach Glück?
- Welche Fehler wiederholen sich?
- In welchen Marktphasen funktioniert die Strategie, in welchen nicht?
Ein Journal ist auch die Grundlage, um eine Strategie gezielt zu verändern. Ein Backtest prüft Regeln an historischen Daten, das Journal zeigt, wie sie im echten Handel mit echtem Geld und echten Gefühlen laufen.
Langfristige Investoren führen oft eine Variante davon, ein Investment-Tagebuch: Zu jeder Aktie wird festgehalten, warum sie gekauft wurde und was die Erwartung ist. So lässt sich später prüfen, ob die ursprüngliche These noch gilt.
Trading-Journal bei [Bulle & Mensch]
Für mehrere Gäste ist das Journal eines der wichtigsten Werkzeuge überhaupt. Dr. Raimund Schriek nennt das Trading-Tagebuch das wichtigste Buch, das es gibt, und hält darin nicht nur Kurse, sondern auch Gedanken und Emotionen fest. Erik Wimmer führt sein Journal bewusst von Hand, weil erst beim Aufschreiben die Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern beginnt.
Max Schulz findet im Journal die Ideen, um seine Strategie weiterzuentwickeln, Gerd Ackermann erfasst jeden Trade mit Kosten und Strategie, und Oliver Klemm lässt sich die Journale seiner Kunden schicken, um Feedback zu geben. Auch Torsten Maus, Uwe Jännert und Dominik Doster halten ihre Trades und Überlegungen fest, um später zu prüfen, was gut und was schlecht gelaufen ist.
🎙️ Folgen zum Thema Trading-Journal
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Die 368.000-Euro-Trader-Falle: Warum Oliver Klemm nie mehr gegen den Markt hält Oliver Klemm lässt sich von seinen Kunden Tradingpläne und Journale schicken und gibt ihnen Verbesserungsvorschläge zurück. Zum Zitat ↓
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Warum leicht verdientes Geld beim Trading so gefährlich ist Dr. Raimund Schriek hält im Trading-Tagebuch neben den Fakten auch fest, ob er seine Regeln eingehalten hat und wie es ihm dabei ging. Zum Zitat ↓
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Mit Optionen 30-40 % Rendite erzielen - bei minimalem Verlustrisiko Gerd Ackermann erfasst jeden Trade mit Kurs, Kosten und Strategie und hat so erkannt, dass sein Stillhalter-Ansatz zu wenig brachte. Zum Zitat ↓
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Millionen mit Rohstoffen: Max Schulz' System mit nur einer Analyse pro Woche Max Schulz wertet sein Trading-Journal am Wochenende aus und findet darin die Ideen, um seine Futures-Strategie weiterzuentwickeln. Zum Zitat ↓
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Vom Hebelkönig zum defensiven Nebenwerte-Strategen: Wie Uwe Jännert 37 Jahre an der Börse überlebt hat Uwe Jännert notiert in seinem Trading-Tagebuch, was gut und was schlecht gelaufen ist, und zieht zusätzlich jedes Jahr eine persönliche Bilanz. Zum Zitat ↓
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40 Prozent Verlust über Nacht: Wie Erik Wimmer aus einem KI-Fehlgriff sein Handelssystem baute Erik Wimmer schreibt sein Trading-Journal bis heute von Hand, weil er nur so aus seinen Erfahrungen und Fehlern lernt. Zum Zitat ↓
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Warum Torsten Maus 95 Prozent aller Kaufsignale konsequent ignoriert Torsten Maus analysiert jeden abgeschlossenen Trade und warnt davor, nach einer Gewinnserie unvorsichtig zu werden. Zum Zitat ↓
💬 Was unsere Gäste über Trading-Journal sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Oliver Klemm | Journal plus Feedback von außen |
| Dr. Raimund Schriek | Das Tagebuch als wichtigstes Buch |
| Gerd Ackermann | Jede Strategie genau mitschreiben und auswerten |
| Max Schulz | Das Journal als Quelle für Verbesserungen |
| Uwe Jännert | Festhalten, was gut und was schlecht lief |
| Erik Wimmer | Journal bewusst von Hand führen |
| Torsten Maus | Jeden abgeschlossenen Trade analysieren |
Die Aussagen im Wortlaut
Journal plus Feedback von außen
„[…] ihre Tradingjournale schicken und ich schicke ihnen zurück mit Verbesserungsvorschlägen. Weil du bist ja nur durch Feedback stärker.“
Das Tagebuch als wichtigstes Buch
„Die Nachbereitung ist mindestens so wichtig wie die Vorbereitung und die Durchführung. Und insofern ist ein Trading-Tagebuch für mich letztlich das wichtigste Buch, es gibt.“
Jede Strategie genau mitschreiben und auswerten
„Ich führe ein Trading-Tagebuch. Ich tracke ganz genau, […] wie viel kommt rein, was passiert durch welche Aktionen, durch welche Strategie und so weiter.“
Das Journal als Quelle für Verbesserungen
„Ich sehe diese Potenziale immer im Trading-Journal, wenn ich die Trades anschaue. Ich schaue mir die Trades an, ich habe so eine Liste von Trades.“
Festhalten, was gut und was schlecht lief
„Ich habe auch ein Trading Tagebuch, wo ich jedes Mal reinschreibe, was gut und was schlecht ist und was mir persönlich sehr hilft.“
Journal bewusst von Hand führen
„Die Auseinandersetzung beginnt ja dann, wenn ich meine Erfahrungen abschreibe. […] Da ist mir das ganz ganz wichtig, dass das Journal, dass ich das händisch führe und mich in dieser Zeit auch damit auseinandersetze. Weil darin kann ich auch dann meine eigenen Fehler erkennen.“
Jeden abgeschlossenen Trade analysieren
„Man muss immer jeden Trade, wenn er abgehakt ist, analysieren. War das richtig? Habe ich jetzt einfach nur Glück gehabt?“
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- „Wie geht Oliver Klemm mit Trading-Journal um?“
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