Podcast-Gast · Folge 18
Max Schulz
Max Schulz handelt Futures als Swing Trader, mit Schwerpunkt auf Rohstoffen. Die COT-Daten der Commercials liefern die Watchlist, die Charttechnik den Einstieg, und das Risiko pro Trade liegt heute bei 0,3 bis 0,6 Prozent.
Über Max Schulz
Max Schulz hat Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzen studiert, danach bei einem großen Rohstoffunternehmen gearbeitet und dort seinen Zugang zu den Rohstoffmärkten gefunden. 2014 begann seine öffentliche Handelskarriere, seit Ende 2016 macht er sie vollständig transparent: Jeder Handelsplan, jede offene Position und jeder Drawdown sind in seiner Community dokumentiert. Er lebt mit Frau und zwei Kindern auf Zypern, handelt neben Rohstoffen auch Indizes, Währungen, Anleihen sowie Bitcoin- und Ethereum-Futures. Er spricht ungewöhnlich offen darüber, was Sicherheit mit dem eigenen Antrieb macht.
So tradet Max Schulz
Aus dem Gespräch in Folge 18 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Er handelt rund 40 liquide Futures-Märkte: Rohstoffe, Indizes, Währungen und Anleihen, dazu Bitcoin und Ethereum. Rohstoffe schätzt er, weil sie wenig miteinander korrelieren. Indizes handelt er nur long.
„bei Rohstoffen ist ja so, dass man dort ca. 25 liquide Rohstoffe hat, die wenig miteinander korrelieren.“
▶ Folge 18 · 3:28
Haltedauer
Er ist Swing Trader und plant jeden Trade am Vorabend für den nächsten Handelstag. Wie lange er im Markt bleibt, richtet sich nach dem Trend. Bei einem wetterbedingten Trend wie im Kakao bleibt er bis zu 12 Monate dabei.
„Da ich ein Swing Trader bin, kein Day Trader wie gesagt.“
▶ Folge 18 · 46:46
Auswahl und Einstieg
Die COT-Daten zeigen ihm, in welchen Märkten ein Trend wahrscheinlich ist. Er folgt dabei den Commercials, also Produzenten und Verarbeitern, die sich absichern. Den Einstieg sucht er mit Charttechnik beim Ausbruch aus einer Konsolidierung.
„CoT-Daten ist für mich ein wichtiger Instrument, überhaupt eine Watchlist zu erstellen, weil mit Hilfe von CoT-Daten erkenne ich, in welchem Markt das Trend wahrscheinlich ist.“
▶ Folge 18 · 40:14
Portfolio und Positionsgröße
Die Positionsgröße leitet er aus dem maximalen Verlust pro Trade ab, nicht aus der Zahl der Kontrakte. Heute riskiert er 0,3 bis 0,6 Prozent pro Trade. Mehrere offene Trades betrachtet er zusammen wie einen einzigen.
„Wichtig ist, wenn ich ausgestoppt werde, wie viel werde ich verlieren und ich darf nicht mehr als ein Prozent verlieren“
▶ Folge 18 · 1:53:23
Risiko und Verkauf
Jeder Trade hat einen Stopp. Den setzt er nach der Marktstruktur, nicht als festen Abstand. Das Kursziel liegt weit weg und wird selten erreicht. Meist schließt ein Trailing Stop die Position, manchmal schließt er aus Gründen des Portfolios.
„Genau, mit Stops. Definitiv immer. Stopp muss sein“
▶ Folge 18 · 1:52:51
Fehler und was daraus wurde
In den ersten Jahren sprang er von Strategie zu Strategie und probierte Knock-outs, Optionsscheine, Forex und CFDs aus. Risikomanagement beachtete er damals gar nicht. Heute würde er die Phase des Ausprobierens auf sechs Monate begrenzen.
„dann habe ich Risikomanagement überhaupt nicht beachtet. ich habe das gar nicht im Sinn gehabt, weil man kommt wegen Rendite zu Börsen, nicht wegen Risiko.“
▶ Folge 18 · 10:24
Umgang mit Verlusten
Er zählt nach eigener Aussage seinen zwölften Drawdown. Weil er öffentlich handelt, spürt er Verlustphasen stärker und kommt schneller ins Handeln. Große Drawdowns will er vermeiden, weil minus 50 Prozent schon 100 Prozent Rendite zum Aufholen verlangen.
„mache ich vieles dafür, bezogen auf Risikomanagement, dass bei mir kein großer Drawdown entsteht.“
▶ Folge 18 · 57:30
Arbeitsweise und Werkzeuge
Am Wochenende analysiert er Markt für Markt die COT-Daten und stellt die Watchlist für die kommende Woche auf. Unter der Woche analysiert er nichts und führt nur aus. Jeden Abend zwischen 20 und 21 Uhr schreibt er einen Handelsplan für die Community. Nach jedem geschlossenen Trade legt er drei Screenshots im Trading-Journal ab.
„Weil Analyst bin ich nur am Wochenende. Am Wochenende mache ich meine Analysenarbeit und entscheide, welche Märkte ich habe.“
▶ Folge 18 · 1:38:51
Weniger Risiko mit wachsendem Konto
Mit 14.000 Dollar ging er 7 bis 8 Prozent pro Trade ein. Über 50.000 Dollar waren es 3 bis 4 Prozent, bis 1,5 Millionen dann 2 Prozent. Danach wechselte er in den Schutzmodus mit 1 Prozent und heute 0,3 bis 0,6 Prozent.
„ab einer bestimmten Summe und das ist bei 1,5 Millionen passiert, so dass mir das Erkenntnis kam, dass ich in den Schutzmodus wechseln muss“
▶ Folge 18 · 1:03:04
Öffentlich gehandeltes Konto
Er kündigt jeden Trade vorher in seiner Community an und dokumentiert die offenen Positionen täglich. Die Öffentlichkeit zwingt ihn, sich Verlusten zu stellen. Er sieht darin einen Schutz vor seinen eigenen Schwächen.
„diese Transparenz ist für mich einfach die beste Schutz, die beste Versicherung.“
▶ Folge 18 · 57:03
Die besten Trades studieren
Im Journal schaut er gezielt auf seine besten Trades. Er sucht Merkmale, an denen er einen guten Trade früh erkennt. Davon hängt ab, ob er den Stopp locker lässt oder eng nachzieht.
„ich versuche die besten Trades zu studieren und Eigenschaften zu finden die ich vorher erkennen kann also ob ein Trade wirklich guter Trade wird.“
▶ Folge 18 · 50:04
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Mehr Erfahrungen →Sehr sehr interessantes interview mit tiefen Einblick ins Trading, bin froh es entdeckt zu haben! vielen dank für eure Arbeit macht weiter so!
Sehr wertvolles Interview, ich habe viel mitgenommen. Max war sehr ehrlich und transparent sowie demütig->menschlich sehr sympathisch und fachlich top …
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