Profis antworten
Wie viel Zeit kostet die Börse? So viel investieren die Profis
„Wie viel Zeit kostet dich dein Ansatz?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Antworten fielen im Gespräch, meist wenn es um den Tagesablauf oder die Arbeitsweise ging. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Alle können ihren Aufwand ziemlich genau beziffern. Und fast alle trennen klar zwischen Analyse und Ausführung. Die Order selbst kostet wenig Zeit, die Vorarbeit viel.
Wo sie sich unterscheiden
Bei der Menge. Dr. Dr. Rainer Zitelmann sagt, sein Ansatz kostet ihn überhaupt keine Zeit, Gold, ETF und Immobilien laufen seit Jahren ohne ihn. Robin Kömel braucht für die Umsetzung höchstens zwei bis drei Stunden pro Woche, André Doerk rund eine Stunde pro Aktie im Quartal. Thomas Sparkojote kommt auf sieben bis zehn Stunden pro Woche, Dominik Doster auf zwei bis drei Stunden am Tag. Paul Pleus arbeitet Vollzeit an der Börse.
Was das für dich heißt
Rechne zuerst, wie viele Stunden pro Woche du wirklich übrig hast. Paul Pleus sagt, wer besser sein will als der MSCI World, muss die entsprechende Zeit investieren. Mach es wie Max Schulz und leg die Analyse aufs Wochenende, unter der Woche führst du nur aus. Oliver Klemm handelt dreimal pro Woche von 8 bis 12 Uhr, weil sein Fokus danach nachlässt.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Dr. Dr. Rainer Zitelmann | Gold, ETF, Immobilien: praktisch kein Zeitaufwand |
| David Pieper | Ein, zwei Minuten am Tag für die Auswahl der Option |
| Robin Kömel | Höchstens zwei bis drei Stunden pro Woche für die Umsetzung |
| André Doerk | Rund eine Stunde pro Aktie im Quartal |
| Thomas Sparkojote | Eine Stunde am Tag, sieben bis zehn Stunden pro Woche |
| Dominik Doster | Zwei bis drei Stunden täglich, seit er den Job reduziert hat |
| Oliver Klemm | Dreimal pro Woche von 8 bis 12 Uhr, danach ist Schluss |
| Max Schulz | Analyse nur am Wochenende, unter der Woche nur ausführen |
| Paul Pleus | Vollzeit, weil er besser sein will als der MSCI World |
Minuten bis wenige Stunden pro Woche
Gold, ETF, Immobilien: praktisch kein Zeitaufwand
„Mein Investitionsansatz hat auch den Vorteil, dass er überhaupt keine Zeit kostet. Wenn Sie das Gold nehmen, was ich erwähnt habe, 2004 gekauft, was habe ich gemacht seitdem? Nur öfters mal die Versicherungsumme vom Schließfach in der Bank nachgezogen.“
Ein, zwei Minuten am Tag für die Auswahl der Option
„Also ich brauche für die, sagen wir mal für die Auswahl der Option […] am Tag nicht länger wie ein, zwei Minuten. Also das, da ist der Computer einfach schneller.“
Höchstens zwei bis drei Stunden pro Woche für die Umsetzung
„[…] unser System hat ja relativ wenig Zeitaufwand. Das heißt, das eigentliche Trading ist gar nicht viel. Also nur die reine Umsetzung von der Strategie, das braucht maximal für mich zwei bis drei Stunden pro Woche.“
Rund eine Stunde pro Aktie im Quartal
„Ich habe das mal durchgerechnet, aber es ist, glaube ich, eine Stunde pro Aktie im Quartal ungefähr. Also das ist ungefähr so das, was ich tatsächlich investieren muss an Zeit.“
Eine bis drei Stunden am Tag
Eine Stunde am Tag, sieben bis zehn Stunden pro Woche
„Also, ich versuch eine Strategie zu haben, die mit überschaubarem Aufwand läuft. Also mit überschaubarem Aufwand, da reden wir halt dann von im Durchschnitt pro Tag eine Stunde vielleicht, also sieben bis zehn Stunden pro Woche.“
Zwei bis drei Stunden täglich, seit er den Job reduziert hat
„Mittags, wenn ich heimkomme, Abend, je nachdem, ich arbeite jeden Tag zwei, drei Stunden daran, wo ich einfach nur lese und Erkenntnisse gewinne und immer wieder, was Neues dabei ist, dann schreibe ich mir das auf.“
Feste Zeitfenster oder Vollzeit
Dreimal pro Woche von 8 bis 12 Uhr, danach ist Schluss
„Ich bin auch jetzt mit meinen fast 63 Jahren, bin ich nach 3-4 Stunden Handel mental gar nicht mehr in der Lage, Fokus zu haben. Das heißt, ich [trade] in der Regel 3-mal die Woche von 8 bis 12. Ja, morgens und damit ist fertig.“
Analyse nur am Wochenende, unter der Woche nur ausführen
„Weil Analyst bin ich nur am Wochenende. Am Wochenende mache ich meine Analysenarbeit und entscheide, welche Märkte ich habe. Und unter der Woche bin ich einfach nur Trader.“
Vollzeit, weil er besser sein will als der MSCI World
„Aber das kann ich eben auch nur, weil ich Vollzeit arbeite in diesem Bereich jetzt. […] Wenn ich den Anspruch habe, ich will da besser sein als der [MSCI World], dann muss ich da auch wahrscheinlich die entsprechende Zeit investieren.“



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