Podcast-Gast · Folge 33
Dr. Dr. Rainer Zitelmann
Dr. Dr. Rainer Zitelmann kauft gegen die Mehrheitsmeinung und hält dann lange. Die Hälfte seines Vermögens steckt in Immobilien, der Rest in ETFs, Anleihen und Gold, und die meiste Zeit tut er nichts.
Über Dr. Dr. Rainer Zitelmann
Dr. Dr. Rainer Zitelmann, Jahrgang 1957, promovierte 1986 als Historiker und legte gut 30 Jahre später eine zweite Promotion in Soziologie/Psychologie vor, über die Psychologie der Superreichen, basierend auf 45 qualitativen Interviews mit Multimillionären und Milliardären.
Sein Vermögen hat er zur einen Hälfte als Unternehmer aufgebaut, unter anderem mit einer auf die Immobilienbranche fokussierten PR-Agentur, zur anderen Hälfte mit Investitionen, vor allem in Berliner Immobilien, aber auch in Gold und Aktien-ETFs. Er ist Autor von 32 Büchern, die in 35 Sprachen erschienen sind, darunter „Psychologie der Superreichen“, „Reich werden und bleiben“, seine Autobiografie und zuletzt „Weltraumkapitalismus“ sowie „ZERO SUM MINDSET – Die Nullsummenfalle“. Als Journalist und Kolumnist schreibt er für Medien wie das Wall Street Journal, Times, Forbes, Handelsblatt und die WirtschaftsWoche und betreibt einen eigenen Podcast zu Erfolg, Reichtumsforschung und Finanzen.
So investiert Dr. Dr. Rainer Zitelmann
Aus dem Gespräch in Folge 33 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Immobilien, vor allem in Berlin, dazu ein Aktien-ETF auf den MSCI World, Gold und kurzlaufende Anleihen. Einzelaktien und Kryptowährungen meidet er.
„glaube, dass die Basis vom Vermögen sind Aktien, Anleihen, Immobilien, vielleicht noch bisschen bei mir schon Gold“
▶ Folge 33 · 1:44:01
Haltedauer
Bei Immobilien plant er mit zehn Jahren und mehr, auch weil Gewinne im Privatvermögen erst danach steuerfrei sind. Das Gold hält er seit 22 Jahren, den Aktienfonds seit acht Jahren.
„Mit langen meine ich im Immobilienbereich zehn Jahre plus“
▶ Folge 33 · 56:40
Auswahl und Einstieg
Er kauft, wenn die Mehrheit abrät. In Berlin investierte er, als Deutsche Bank und Ratingagentur davon abrieten. Es zählt der Preis. Ein gutes Unternehmen oder eine gute Immobilie ist nicht automatisch ein gutes Investment.
„dass ich nicht so abhängig bin von der Mehrheitsmeinung, weil die war damals gegen Investitionen in Berlin“
▶ Folge 33 · 53:30
Portfolio und Positionsgröße
Die Hälfte des Vermögens liegt in Immobilien, die andere Hälfte in Aktien, Anleihen und Gold. Ohne Immobilien gerechnet liegt die Cash-Quote aktuell bei über 20 Prozent, geparkt in kurzlaufenden Anleihen.
„ist die Hälfte Immobilien und die andere Hälfte setzt sich aus Aktien, Anleihen und Gold zusammen“
▶ Folge 33 · 1:40:20
Risiko und Verkauf
Den Großteil seiner Berliner Immobilien verkaufte er in der Euphorie, als alle zum Kauf rieten, und erst nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist. Gold behält er als Versicherung für einen großen Finanzcrash.
„Verkauft habe ich Großteil, wo fast jeder gesagt hat, in Berlin muss man unbedingt kaufen“
▶ Folge 33 · 1:09:19
Fehler und was daraus wurde
Zwei Penthouse-Wohnungen in Manhattan kaufte er 2012 zu teuer und aus Begeisterung für den Ausblick. Sein schlechtestes Investment war ein zu 50 Prozent gehebelter US-Fonds für Büroimmobilien, aus 6,2 Millionen wurden 1,8 Millionen.
„da muss man daraus lernen, das war eine zu emotionale Entscheidung“
▶ Folge 33 · 1:21:20
Umgang mit Verlusten
Über Verluste grübelt er nicht, er versucht daraus zu lernen. Den Boden eines Marktes zu treffen, hält er für unmöglich.
„Ich mache mir keine negativen, vergangenheitsbezogenen Sorgen, das wäre für mich genauso absurd, wenn ich traurig wäre, dass es keine Dinosaurier mehr gibt“
▶ Folge 33 · 1:22:07
Arbeitsweise und Werkzeuge
Seine Anlagen kosten ihn kaum Zeit. Die Immobilien verwaltet ein anderer, am ETF und am Gold ändert er jahrelang nichts. Wichtige Entscheidungen bespricht er mit Experten wie Gerd Kommer.
„Mein Investitionsansatz hat auch den Vorteil, dass er überhaupt keine Zeit kostet“
▶ Folge 33 · 1:47:53
Die Odyssee-Strategie
Er fesselt sich mental selbst, um nichts zu tun. Als der Goldpreis in kurzer Zeit von 110.000 auf 145.000 Euro je Kilo stieg, verkaufte er nicht. Die geringe Liquidität von Immobilien sieht er als Schutz vor Verkäufen zur Unzeit.
„heißt für mich, dass sich der Investor mental selbst fesselt und zwingt, nichts zu machen“
▶ Folge 33 · 1:10:38
Vor dem Kauf bei Mietern klingeln
Vor einem Hauskauf klingelt er unangemeldet an einem Samstag bei den Mietern und fragt nach Feuchtigkeit und Schäden. Dabei deckte er Schimmel und Schwamm auf, die Verkäufer verschwiegen hatten.
„ich klingel überraschend am Samstag und sag, guten Tag, ich überleg mir das Haus zu kaufen“
▶ Folge 33 · 1:00:12
Buchtipps von Dr. Dr. Rainer Zitelmann
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Kommentare
Mehr Erfahrungen →Unglaublicher Lebensweg und sehr imponierender Charakter kombiniert mit umfangreichem Fachwissen.
Klare Vorstellungen und klare Sätze und Meinung und trotzdem tolerant, gefällt mir. Auch die Betonung den normalen Menschenverstandes, um das Richtige zur richtigen Zeit zu tun, gefällt mir. Sehr beeindruckend was er alles macht und gemacht hat und wir er an die Aufgaben herangeht. 200 Bücher zu lesen, Fachtagungen und Studien zu lesen, um ein Buch zu schreiben, klasse und Leidenschaft pur. Ein sehr beeindruckender Mensch. Hat Spass gemacht zuzuhören.
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