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Was ist die Inflation?
Inflation: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Die Inflation ist der allgemeine Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum. Mit ihr sinkt die Kaufkraft des Geldes: Für denselben Betrag bekommt man weniger. Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent an. Für Anleger zählt deshalb die Realrendite, also die Rendite nach Abzug der Inflation.
Inflation: Definition und Erklärung
Die Inflation misst, wie stark die Preise im Durchschnitt steigen. Grundlage ist ein Warenkorb mit typischen Ausgaben privater Haushalte, von Lebensmitteln über Mieten bis zu Energie. Wird dieser Warenkorb innerhalb eines Jahres 3 Prozent teurer, liegt die Inflationsrate bei 3 Prozent.
Für Sparer bedeutet Inflation einen schleichenden Verlust: Geld auf dem Konto behält seinen Nennwert, verliert aber an Kaufkraft. Entscheidend ist deshalb nicht die nominale Rendite, sondern die Realrendite, also das, was nach Abzug der Inflation übrig bleibt.
Zentralbanken wie die EZB und die US-Notenbank steuern die Inflation vor allem über den Leitzins. Liegt die Inflation deutlich über ihrem Ziel von rund 2 Prozent, erhöhen sie meist die Zinsen. Das verteuert Kredite und bremst die Nachfrage, belastet aber oft auch die Bewertungen an den Aktienmärkten. Das Gegenteil, dauerhaft sinkende Preise, heißt Deflation.
Inflation berechnen: Kaufkraftverlust und Realrendite
Inflation wirkt wie der Zinseszins, nur in die andere Richtung. Die Kaufkraft nach einigen Jahren ergibt sich aus: Betrag ÷ (1 + Inflationsrate) hoch Anzahl der Jahre.
| Betrag heute | 10.000 € |
|---|---|
| Inflationsrate | 3 % pro Jahr |
| Zeitraum | 10 Jahre |
| Preisanstieg insgesamt | rund 34 % |
| Kaufkraft nach 10 Jahren | rund 7.440 € |
Wer das Geld zehn Jahre unverzinst liegen lässt, kann sich danach also nur noch etwa drei Viertel dessen leisten, was heute möglich ist.
Die Realrendite ist vereinfacht die nominale Rendite minus die Inflationsrate:
| Zins auf dem Tagesgeld | 2 % |
|---|---|
| Inflationsrate | 3 % |
| Realrendite | rund minus 1 % |
Wie schnell sich die Kaufkraft halbiert:
| 2 % Inflation | rund 35 Jahre |
|---|---|
| 3 % Inflation | rund 23 Jahre |
| 5 % Inflation | rund 14 Jahre |
| 7 % Inflation | rund 10 Jahre |
Inflation in der Praxis
Für Anleger ist Inflation vor allem ein Argument gegen zu viel Bargeld. Wer über Jahrzehnte mit einer Realrendite unter null spart, verliert Jahr für Jahr an Kaufkraft, auch wenn der Kontostand steigt.
Verschiedene Anlagen reagieren unterschiedlich auf Inflation:
- Aktien gelten langfristig als guter Schutz, weil Unternehmen höhere Kosten oft über ihre Preise weitergeben können. Kurzfristig leiden sie aber häufig unter steigenden Zinsen, besonders Wachstumswerte,
- Immobilien und andere Sachwerte behalten ihren realen Wert eher als Geldwerte, sind aber ebenfalls zinsabhängig,
- Anleihen mit festem Zins verlieren bei steigender Inflation an realem Wert. Eine Ausnahme sind inflationsindexierte Anleihen,
- Gold und Rohstoffe werden oft als Inflationsschutz genannt, schwanken aber stark und bringen keine laufenden Erträge,
- Tagesgeld schützt nur, wenn der Zins über der Inflationsrate liegt.
Die Jahre ab 2021 haben gezeigt, wie schnell Inflation zurückkehren kann: In der Eurozone stieg die Rate im Herbst 2022 auf über 10 Prozent, den höchsten Wert seit Einführung des Euro. Die Notenbanken reagierten mit kräftigen Zinserhöhungen.
Inflation bei [Bulle & Mensch]
Viele Gäste bei [Bulle & Mensch] sehen in der Inflation einen zentralen Grund, überhaupt zu investieren. Manuel Stier beobachtet, wie die Kaufkraft von Papierwährungen stetig sinkt. Mirco Recksiek sieht das Ziel jeder Investition darin, die Inflation zu besiegen, und Dr. Dr. Rainer Zitelmann rechnet seine Immobilien bewusst inflationsbereinigt, um sich nichts vorzumachen.
Beim besten Schutz gehen die Ansichten auseinander. Stefan Meißner und Philipp Haas setzen auf produktive Anlagen wie Aktien und Immobilien, Manuel Stier nennt neben Aktien vor allem Edelmetalle. Torsten Maus schaut als Trader auf die Inflationserwartungen, weil sie mitbestimmen, ob die Notenbanken die Zinsen senken oder erhöhen.
💬 Was unsere Gäste über Inflation sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Dr. Dr. Rainer Zitelmann | Nominal im Plus, real im Minus |
| Mirco Recksiek | Ziel jeder Investition: die Inflation schlagen |
| Stefan Meißner | Aktien schützen langfristig besser als Anleihen |
| Philipp Haas | Produktive Assets: Inflationsschutz plus Rendite |
| Christoph Gum | Investiert bleiben, weil die Inflation bleibt |
| Maximilian Robl | Inflation und Zinsanstieg trafen spekulative Werte hart |
| Manuel Stier | Kaufkraft sinkt, Aktien und Edelmetalle steuern gegen |
| Torsten Maus | Inflationserwartungen bestimmen den Zinspfad |
Die Aussagen im Wortlaut
Nominal im Plus, real im Minus
„Ich habe 2012 gekauft, die ist jetzt ein bisschen nominal mehr wert als damals. […] Da habe ich die für 2,3 Millionen gekauft und jetzt ist es 2,5 Millionen wert. […] Weil natürlich 2,5 Millionen heute weniger sind als 2,3 Millionen damals waren.“
Ziel jeder Investition: die Inflation schlagen
„Was ist eine Million zu dem Zeitpunkt auch wert? Es geht vor allem bei Investitionen für mich darum, langfristig die Inflation zu besiegen. Das Inflationsziel der Zentralbank ist 2 Prozent, ist in letzten Jahren immer darüber gewesen.“
Aktien schützen langfristig besser als Anleihen
„Ich finde, Aktien sind auf sehr lange Frist oft sicherer als Anleihen. Selbst wenn sie keine Überrendite bieten würden, finde ich einfach schon, der Inflationsschutz ist auf lange Perspektive mehr wert als die vielleicht höhere Schwankung bei den Gewinnen.“
Produktive Assets: Inflationsschutz plus Rendite
„Die besten Assets per se sind für mich produktive Assets, also Aktien und Immobilien, wo ich beides habe, mit Inflationsschutz und jährliche Rendite.“
Investiert bleiben, weil die Inflation bleibt
„Wir als Kapitalanleger müssen da dabei sein, weil die Inflation wird auch nicht runterkommen. Das heißt, das Haus in Wien, das Haus in München, das Haus in Zürich in einer guten Lage wird in ein paar Jahren noch mehr kosten. […] Alles wird mehr kosten. Wenn du dein Vermögen nicht mitwachsen lässt, auf dem Girokonto wird es da entwertet.“
Inflation und Zinsanstieg trafen spekulative Werte hart
„Russlandkrieg, Inflation haben wir bekommen, die Zinsen mussten dann hoch. […] Und das hat natürlich den ganzen spekulativen Markt vor allem auch bei Privaten sehr krass tangiert.“
Kaufkraft sinkt, Aktien und Edelmetalle steuern gegen
„Die Inflation zeigt uns tagtäglich, dass die Kaufkraft dieser Währungen sinkt von Tag zu Tag, von Zeit zu Zeit. Aktien beispielsweise oder auch Edelmetalle können […] durch diese langfristigen Wertsteigerungen etwas gegensteuern.“
Inflationserwartungen bestimmen den Zinspfad
„Wenn der Ölpreis steigt, dann steigen die Inflationserwartungen und dann wird die Notenbank die Zinsen nicht senken oder vielleicht sogar erhöhen. Und das ist schlecht für Aktien.“
🎙️ Folgen zum Thema Inflation
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- „Wie geht Dr. Dr. Rainer Zitelmann mit Inflation um?“
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