Mit 16 handelte Maximilian Robl im Demokonto, weil er als Minderjähriger noch kein eigenes Depot eröffnen durfte. Heute verantwortet er beim Family Office Orca Capital den australischen Markt und ist auf Eigenkapitalfinanzierungen spezialisiert – ein Marktsegment, über das kaum jemand öffentlich spricht. Er redet dabei auffällig unpathetisch über das Geschäft: über Jahre, in denen die eigene Strategie schlicht nicht funktioniert, und über die Frage, was man dann tut.
🤖 Frag [Bulle & Mensch]
Was hat Maximilian Robl zu diesem Thema gesagt? Die KI durchsucht diese Folge und alle anderen nach seinen Original-Aussagen – mit Timestamp und Fundstelle.
Jetzt fragenKapitel
- 00:00:00Einleitung: Warum an der Börse 1+1 nicht immer 2 ist
- 00:18:45⚡ Traden lernen zwischen YouTube-Videos und Lambo-Versprechen
- 00:42:10Einstieg bei Orca Capital: Family Office statt London
- 01:05:30🔍 Frage zur Folge? frag.bulle-mensch.eu
- 01:06:30⚡ Deal-Auswahl: Cash-Burn, Cash-Bestand und Handelsliquidität
- 01:32:15Termsheets, Zuteilung und Risiko im eigenen Buch
- 01:58:20KI auf über einer Milliarde auditierten Datenpunkten
- 02:15:40⚡ Die schlechteste Phase 2022/2023 und warum Erfolg Jahre braucht
Aufnahmedatum: 10.04.2026
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Die wichtigsten Erkenntnisse
- Reine technische Analyse trägt laut Maximilian Robl nicht: Sie ist bei Orca Capital allenfalls Filter, entscheidend sind Fundamentaldaten, Handelsliquidität und News.
- Kern seines Geschäfts sind Eigenkapitalfinanzierungen: Bereits börsennotierte Unternehmen geben neue Aktien mit Discount aus, um frisches Kapital aufzunehmen – Orca Capital nimmt das Risiko dafür auf das eigene Buch.
- Die drei Hauptkriterien für eine Finanzierung sind Cash-Burn, Cash-Bestand und das tägliche Handelsvolumen der Aktie; der Sweet Spot liegt zwischen 10 Millionen und 1 Milliarde Dollar Marktkapitalisierung.
- Jede neue Aktie verwässert bestehende Anteile – unabhängig davon, wie viel Prozent des Unternehmens tatsächlich börsengehandelt wird. Ob Aktien im Streubesitz liegen oder nicht, spielt dafür keine Rolle.
- Der Edge gegenüber Privatanlegern ist doppelt: das Netzwerk zu Brokern und Managementteams – und eine eigene Abwicklungsabteilung, die Aktien länderübergreifend verschieben kann, etwa von Australien an eine deutsche Börse.
- Privatanleger haben trotzdem einen echten Vorteil: Sie kommen in kleinen, illiquiden Werten schnell wieder raus, während große institutionelle Positionen eine schlechte Phase aussitzen müssen.
- Ein Negativbeispiel aus der Praxis: Ein australisches Unternehmen sammelte 100 Millionen Dollar ein und meldete vier bis sechs Wochen später Insolvenz an.
- Nebenbei baut Maximilian Robl mit einem Freund eine Plattform auf, die Fundamentaldaten zu über 80.000 Aktien und 15.000 ETFs bündelt – mit einem KI-Modell auf über einer Milliarde auditierten Datenpunkten, statt auf öffentlicher Meinung: „Es ist nicht der Durchschnitt aller öffentlichen Meinung, nee.“
- Seine schlechteste Phase war 2022/2023, als Zinswende und Inflation die Handelsvolumina bei kleinen Werten austrockneten – sein Fazit: Börsenerfolg braucht Jahre, nicht Wochen.
Vom 16-jährigen Demokonto-Trader zum Händler eines Family Office
Maximilian Robl wuchs in einem strukturschwachen Dorf auf, in dem es kaum Internetanbindung gab. Seinen ersten Laptop bekam er 2010 – mangels Internetzugang beschäftigte er sich schon als Kind intensiv mit Programmieren. Mit 16 begann er, im Demokonto zu handeln, weil er sein eigenes Depot erst mit 18 eröffnen durfte.
Im Studium wurde er Mitglied im studentischen Börsenverein, kümmerte sich zunächst um die Webseite und wurde später Vorstand für Finanzen und Recht. Über ein gemeinsames Event der Ingolstädter Börsenvereine mit Orca Capital wurde er auf das Unternehmen aufmerksam, sah auf dessen Website eine offene Junior-Händler-Stelle und bewarb sich per E-Mail. Im Vorstellungsgespräch verstand er die Frage nach seinem möglichen Starttermin als Angebot, bereits in der folgenden Woche anzufangen – und sagte sofort zu. So brach er sein Studium im vierten Semester ab und stieg als 20-Jähriger bei Orca Capital ein. Als er dort anfing, saßen 15 bis 16 Leute im Handelsraum, heute sind es rund 50 bis 55.
Wie Maximilian Robl vom Informatikstudium in den institutionellen Handel kam
Über ein Jahr lang schaute Maximilian Robl nach eigener Aussage vor allem YouTube-Videos, bevor er überhaupt mit echtem Geld handelte. Wie die meisten Privathändler startete er mit gleitenden Durchschnitten und Oszillatoren – und merkte nach einigen Jahren, dass ihm das Verständnis fundamentaler Zusammenhänge fehlte. Von da an las er sich systematisch ein: Jeden wirtschaftlichen Begriff und jeden Bilanz-KPI, den er nicht kannte, arbeitete er nach. Seine Haltefristen stiegen dadurch deutlich.
Prägend war auch, was er dabei aussortierte. Maximilian Robl kennt die unseriösen Angebote von früher aus eigener Erfahrung – Masterclasses, die versprechen, man sei in wenigen Wochen profitabel und verdiene danach den Rest seines Lebens an der Börse Geld, durch alle Marktphasen hindurch. Genau dieses Versprechen hält er heute für den Kern des Problems.
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So funktioniert Maximilian Robls Eigenkapitalfinanzierungs-Geschäft bei Orca Capital
Orca Capital ist branchenagnostisch: Ob Lithium-Explorer, Goldsucher, Biotech-Firma oder ein Konsumgüterhersteller mit einem neuen Produkt – entscheidend ist nicht die Branche, sondern ob sich die Aktie an der Börse überhaupt handeln lässt. Kommt eine Anfrage über einen Broker herein, prüft Maximilian Robl anhand des Termsheets vor allem drei Dinge: wie viel Cash das Unternehmen verbrennt, wie viel Cash noch auf dem Konto liegt und wie viel Volumen die Aktie täglich umsetzt. Fehlt das Volumen, kommt man aus einer Position im Ernstfall nicht mehr heraus.
Dazu kommt der Blick auf die Historie statt auf ein einzelnes Quartal – und auf den Kursverlauf: Steht eine Aktie am Jahreshoch, ist frisches Geld leicht einzusammeln; ist sie in sechs Monaten 50 Prozent gefallen, wird es schwierig. Ein großer Teil der Arbeit ist Beziehungsarbeit: Calls mit Brokern, ein bis zwei Reisen pro Jahr nach Sydney, Melbourne, Perth, Singapur oder London. Dieses Netzwerk entscheidet mit darüber, welche Deals er überhaupt zu sehen bekommt und welche Zuteilung er erhält.
Maximilian Robl als Händler: Bonus-Druck, Durchhaltevermögen und die 10-Jahre-Regel
Sein Einkommen ist überwiegend bonusgetrieben – jeden Monat startet das Konto faktisch bei null, erst über dem eigenen Kostenblock beginnt der Verdienst. Die ersten drei, vier Jahre war es relativ einfach, an der Börse Geld zu verdienen. Dann kam 2022/2023: Positionen, aus denen er nicht mehr herauskam, und ein Intraday-Handel, der die Verluste nicht mehr deckte. „Dass ich auch in den Marktphasen überlebe, das ist das wichtigste.“
Was ihm geholfen hat, war weniger Fachliches als Alltag: Sport als Ausgleich, der Austausch mit Kollegen, Zeit mit Familie und Freunden. Bücher blieben wegen der australischen Handelszeiten – Börsenstart um zwei Uhr nachts – praktisch außen vor. Würde Maximilian Robl heute noch einmal anfangen, würde er früher ein zweites Standbein aufbauen, um nicht allein von Handelsgewinnen abzuhängen. Sein Satz für den Bildschirm ist das englische Sprichwort, dass man zehn Jahre braucht, um über Nacht erfolgreich zu sein: Es geht nicht sofort, sondern über kleine Schritte jeden Tag.
Wer ist Maximilian Robl?
Maximilian Robl brach sein Informatikstudium im vierten Semester ab und stieg mit 20 als Junior-Händler beim Family Office Orca Capital in Südbayern ein. Sieben Jahre später verantwortet er dort den australischen Markt und macht rund 60 Prozent seines Geschäfts mit Eigenkapitalfinanzierungen und 40 Prozent mit dem Handel.
🟩 Handelsstrategie
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