Podcast-Gast · Folge 11
Maximilian Robl
Maximilian Robl handelt im Family Office Orca Capital fast nur australische Aktien rund um Kapitalerhöhungen. Er zeichnet neue Aktien mit Abschlag und prüft dafür vor allem Cash-Burn, Cash-Bestand und Handelsvolumen.
Über Maximilian Robl
Maximilian Robl brach sein Informatikstudium im vierten Semester ab und stieg mit 20 als Junior-Händler beim Family Office Orca Capital in Südbayern ein. Sieben Jahre später verantwortet er dort den australischen Markt und macht rund 60 Prozent seines Geschäfts mit Eigenkapitalfinanzierungen und 40 Prozent mit dem Handel.
So tradet Maximilian Robl
Aus dem Gespräch in Folge 11 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Rund 95 Prozent seines Ergebnisses verdient er mit australischen Aktien. Daneben handelt er gelegentlich US- und deutsche Aktien sowie Futures.
„wirklich 95 % sind wahrscheinlich australische Aktien, mit denen ich mein Geld verdiene“
▶ Folge 11 · 1:13:17
Haltedauer
Die Aktien aus einer Kapitalerhöhung bekommt er meist etwa eine Woche nach der Zeichnung. Manchmal bleibt er einige Wochen oder zwei bis drei Monate investiert, um den Kurs nicht durch schnelle Verkäufe zu drücken.
„wir versuchen schon auch in solchen Geschäften manchmal vielleicht länger drin zu bleiben, paar Wochen, vielleicht auch sogar noch länger, zwei, drei Monate“
▶ Folge 11 · 1:03:27
Auswahl und Einstieg
Termsheets für neue Deals bekommt er meist über Broker. Er prüft drei Kennzahlen: Cash-Burn, Cash-Bestand und das Handelsvolumen an der Börse. Im kurzfristigen Handel kauft das Team etwa, wenn drei von fünf Signalen aus News, Wirtschaftsdaten, Positionierung, Sentiment und Charttechnik passen.
„Das sind so die Hauptkriterien. Cash-Burn, Cash-Bestand. und wie groß ist das Handelsvolumen an der Börse“
▶ Folge 11 · 1:15:56
Portfolio und Positionsgröße
Wie viel er zeichnet, entscheidet er je Deal selbst, zum Beispiel eine halbe Million Dollar. Passen die Bedingungen nicht, zeichnet er nur 50.000 bis 100.000 Dollar, um die Beziehung zu Broker und Firma zu pflegen.
„ich sage dann, okay, ihr bekommt von uns so und so viel und wir wollen bitte eine halbe Million in dem Deal“
▶ Folge 11 · 1:35:23
Risiko und Verkauf
Hat er noch offene Risiken im Buch, zeichnet er wenig oder nichts, auch wenn der Broker den Deal empfiehlt. Bei jedem Unternehmen rechnet er mit ein, zwei Haken am Geschäftsmodell und passt die Ordergröße daran an.
„ich habe noch ein paar andere Risiken in meinem Buch, die ich erstmal wegbekommen muss, bevor ich dann hier wieder fullscale in was Neues reingehen kann“
▶ Folge 11 · 1:38:18
Fehler und was daraus wurde
Mit 16 begann er im Demokonto und probierte jahrelang Indikatoren auf kurzen Charts aus. Mit 19 merkte er, dass rein technische Analyse für ihn nicht funktioniert, und arbeitete sich in Bilanzen und Wirtschaftsdaten ein. Danach handelte er seltener und hielt Positionen deutlich länger.
„Und da habe ich dann irgendwann gemerkt, nur technisch, das funktioniert einfach nicht.“
▶ Folge 11 · 22:43
Umgang mit Verlusten
In seiner schwächsten Phase 2022 und 2023 kam er aus einigen Positionen nicht mehr heraus, die weiter gegen ihn liefen. Handeln unter finanziellem Druck hält er für einen sicheren Weg in den Verlust. Deshalb rät er zu Puffern und weiteren Einkommensquellen.
„ich hatte auch zum Beispiel auch Positionen, aus denen ich nicht mehr rausgekommen bin und die dann trotzdem Tag gegen mich gelaufen sind“
▶ Folge 11 · 2:16:51
Arbeitsweise und Werkzeuge
Die australische Börse öffnet für ihn um zwei Uhr nachts und schließt um acht Uhr früh. Tagsüber kommen Deutschland und die USA dazu. Ein- bis zweimal im Jahr trifft er Broker und Unternehmen in London, Singapur und Australien.
„zwei Uhr nachts auf die Börse, acht Uhr in der Früh zu. Dann noch irgendwie untertags, weil Deutschland, USA handelt man auch noch“
▶ Folge 11 · 2:21:28
Zweites Standbein an deutschen Börsen
Neben den Deals handelt er ausländische Aktien an deutschen Börsen. Dort schwanken die Kurse außerhalb der US-Handelszeit oft stärker als am Hauptmarkt. Nach eigener Schätzung entfallen etwa 60 Prozent auf Deals und 40 Prozent auf diesen Handel.
„dass wir ausländische Aktien an deutschen Börsen handeln. Das mache ich natürlich nebenbei auch.“
▶ Folge 11 · 1:37:15
Netzwerk als Vorsprung
Seinen Vorteil gegenüber Privatanlegern sieht er in den Kontakten zu Brokern und Management. Dafür gehören Geschäftsessen und lange Nächte mit Brokern zum Job. So bekommt er schneller Antworten auf Rückfragen.
„Und unser Edge Gegenüber Privaten ist auf jeden Fall das Netzwerk. Also wir investieren sehr viel in unser Netzwerk“
▶ Folge 11 · 1:43:29
Letzte Entscheidung beim Menschen
KI nutzt er, um schnell eine zweite oder dritte Einschätzung einzuholen. Ob er kauft oder verkauft, entscheidet er selbst aus Erfahrung und Bauchgefühl.
„Da kann man nochmal ein KI-Modell quasi zur Hand nehmen und quasi eine zweite, dritte, vierte Meinung sich einholen, relativ schnell.“
▶ Folge 11 · 2:08:55
Kommentare
Mehr Erfahrungen →interessantes Interview, was auch einen Blick hinter die Kulissen gibt
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