Profis antworten
Welche Kennzahlen schauen Profis sich an? Die Zahlen hinter der Aktienauswahl
„Welche Kennzahlen schaust du dir an?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Antworten fielen im Gespräch, meist wenn es um Aktienauswahl und Analyse ging. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Niemand schaut auf 50 Kennzahlen. Die meisten kommen mit drei bis sechs aus und nutzen sie als schnellen Filter. Stefan Meißner braucht für den ersten Blick ein, zwei Minuten, Till Schwalm fünf Minuten in seinem Excel-Modell. Erst wer diesen Filter übersteht, wird genauer angeschaut.
Wo sie sich unterscheiden
Welche Zahlen zählen, hängt am Ansatz. André Doerk prüft Cashflow, Bewertung und eine stabile Dividende. Maximilian Robl handelt Kapitalerhöhungen australischer Firmen und schaut deshalb zuerst auf Cash-Burn und Cash-Bestand. Larissa Kravitz nutzt den F-Score mit neun Punkten, Dominik Doster die Kapitalrendite als Maß für das Management. Philipp Haas kauft bei ähnlichem KGV immer die bessere Firma, Google mit 16 vor der Deutschen Telekom mit 12.
Was das für dich heißt
Such dir die Kennzahlen, die zu deinem Ansatz passen, und bleib dabei. Für Dividendenaktien sind das Cashflow und Ausschüttungsquote, für junge Firmen ohne Gewinn Cash-Burn und Kasse. Schau die Zahlen über zehn Jahre an wie Dr. Carmen Mayer. Ein einzelnes Quartal sagt dir wenig.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Philipp Haas | Bei ähnlichem KGV kauft er immer die bessere Firma |
| Tim Schäfer | Nach dem Absturz: Verschuldung, KGV, Dividendenrendite |
| André Doerk | Cashflow positiv, Bewertung günstig, Dividende stabil |
| Stefan Meißner | Kauft die Aktien mit der höchsten inneren Rendite |
| Maximilian Robl | Cash-Burn und Cash-Bestand sind seine Hauptkriterien |
| Till Schwalm | Wenig Schulden, Netto-Kasse, hohe Eigenkapitalquote |
| Larissa Kravitz | F-Score mit neun Punkten vor jedem Einzelkauf |
| Dominik Doster | Die Kapitalrendite zeigt ihm die Arbeit des Managements |
| Dr. Carmen Mayer | Fünf fundamentale Kennzahlen über zehn Jahre |
Bewertung: KGV, Rendite, Dividende
Bei ähnlichem KGV kauft er immer die bessere Firma
„Selbst wenn mir Google 16 ist und die Deutsche Telekom 12 […] würde ich immer Google kaufen. Weil du hast irgendwie zweistellige Wachstumsraten […] Riesenmarkt, Skalierbarkeit etc.“
Nach dem Absturz: Verschuldung, KGV, Dividendenrendite
„Ja, ich gucke, was ist das Problem und was für eine Verschuldung haben die, wie viele Mitarbeiter haben die, was haben die gemacht, was haben die angekündigt. […] also dann gucke ich aufs KGV, auf die Dividendenrendite.“
Cashflow positiv, Bewertung günstig, Dividende stabil
„Cashflow positiv, ja. Bewertung günstig. Dividende ja. Dividende langfristig gegeben. Sie schwankt auch nicht.“
Kauft die Aktien mit der höchsten inneren Rendite
„Daraus ergibt sich meine innere Rendite und dann schaue ich mir einfach an, was gibt der Markt her und ich suche mir die Investments, die für meinen Geschmack die höchste innere Rendite bieten.“
Bilanz, Cash und Schulden
Cash-Burn und Cash-Bestand sind seine Hauptkriterien
„Cash-Burn ist also sehr, wichtig. […] Das sind so die Hauptkriterien. Cash-Burn, Cash-Bestand.“
Wenig Schulden, Netto-Kasse, hohe Eigenkapitalquote
„Ich habe die Bilanz sehr schön aufgedröselt, weil ich da sehr sicherheitsaffin oder risiko-avers bin, was Bilanzen betrifft. Also ich möchte nicht viele Schulden und eine stabile Bilanz, am besten eine Netto-Kasse, hohe Eigenkapitalquote.“
F-Score mit neun Punkten vor jedem Einzelkauf
„Und da gibt es neun Punkte und da hast du halt von null bis neun, diese F-Score. Und je höher die F-Score, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Kurs des Unternehmens im Jahr darauf steigt.“
Qualität über viele Jahre
Die Kapitalrendite zeigt ihm die Arbeit des Managements
„Eine Kennzahl ist die Kapitalrendite. […] Ich finde, ist eine sehr wichtige Kennzahl, weil man erstens die Arbeit vom Management ein bisschen beurteilen kann“
Fünf fundamentale Kennzahlen über zehn Jahre
„Ich mache fundamentale Analyse. Wir haben das Excel Tool entwickelt, wo wir uns fünf fundamentale Kennzahlen über die letzten zehn Jahre anschauen.“



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