Folge 5 · Torsten Maus

Warum Torsten Maus 95 Prozent aller Kaufsignale konsequent ignoriert

Seit 2005 durchgehend profitabel: Torsten Maus erklärt, warum radikale Selektion, Trendfolge und Kapitalerhalt für ihn zusammengehören - und was sein öffentliches wikifolio damit zu tun hat.

Torsten Maus handelt seit dem Jahr 2000 an der Börse, seit 2005 durchgehend profitabel. Sein System ist denkbar streng: Von den Aktien, die sein Screening auswirft, fällt nach eigener Aussage rund eine von zwanzig überhaupt in die engere Auswahl. Der Rest fliegt raus.

Torsten Maus ist Trendfolge-Trader, Kopf des Trend-Surfer-Teams und führt ein öffentliches wikifolio. Was ihn besonders macht: Er kombiniert Trendfolge nach dem Vorbild von Nicolas Darvas mit einer Marktphasenanalyse über Intermarket-Daten - und setzt Kapitalerhalt konsequent über Renditemaximierung.

„Man kann die besten Aktien haben und wenn in der Badewanne einfach so das Wasser abgelassen wird, dann hat man mit jeder Aktie, mit jedem Schiff dann auch irgendwo Pech."
– Torsten Maus

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Was hat Torsten Maus zu diesem Thema gesagt? Die KI durchsucht diese Folge und alle anderen nach seinen Original-Aussagen – mit Timestamp und Fundstelle.

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Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Ein Trader ist ohne Zwang zur Vollinvestition im Vorteil: Er kann in Krisen in Cash gehen oder absichern - ein Fonds mit Restriktionen kann das nicht.
  • Finanzkrise 2008: Er sicherte mit Put-Zertifikaten ab und beendete das Jahr mit „einem ganz leichten Plus von knapp 2 Prozent“, während der Index rund 45 Prozent verlor.
  • Das Screening durchsucht über 10.000 Aktien aus den USA und Europa nach Ausbrüchen aus einer engen Handelsspanne (Davos-Box) mit auffällig hohem Volumen.
  • Von diesen Kandidaten fliegen nach seiner eigenen Schätzung „95 % raus“, sobald Fundamentaldaten, Peer Group und Sektor geprüft sind.
  • China-Aktien und Biotech sind komplett ausgeschlossen - Biotech, weil eine Zulassungsentscheidung eine „0-1-Wette“ ist, bei der sich kein sinnvoller Stopp setzen lässt.
  • „Es gibt keinen statischen Stopp“: Er notiert das Niveau unter dem Ausbruch, lässt sich per App-Alarm warnen und entscheidet dann über Verkauf oder Reduzierung.
  • Der Anspruch ist bewusst konservativ: Renditen im Bereich von 8 bis 12 Prozent, weniger Rücksetzer als der Markt, gemessen an DAX, MDAX oder MSCI ACWI.
  • Rückblickend würde er seinem jüngeren Ich raten: „mach nicht so viel Trading, mach weniger“ - und gute Trends deutlich länger durchhalten.

Wie Torsten Maus sein Trendfolge-System entwickelt hat

Nach dem Verlust des ersten Kapitals in der Dotcom-Blase begann ein Lernprozess über Jahre: Bücher zu Charttechnik und Fundamentalbewertung, vor allem aber der direkte Austausch mit erfahrenen Tradern. Prägend war die Begegnung mit Alexander Hirsikorn, einem professionellen Händler, der bis heute zum Kernteam gehört. Rund 70 bis 80 Prozent seines Wissens, sagt Torsten Maus, stammen aus dem Wissen anderer Trader - nicht aus Büchern allein. Bezahlt hat er dieses Lernen jedoch immer mit echtem Geld.

„Ich habe immer mit echt Geld gehandelt, nie mit Paper Trades, weil ich das uninteressant finde und ich bin auch der Meinung, wenn man Paper Trading macht, dann hat man nicht die Schmerzen, die man braucht, zu lernen."

Ab 2005 war er erstmals durchgehend profitabel - genau in der Phase, in der er über die Lektüre zu Nicolas Darvas auf die Trendfolge stieß, die ihn bis heute begleitet. Parallel baute er sich mit Investorwelt ein zweites finanzielles Standbein auf und professionalisierte sein Trading Schritt für Schritt.

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So funktioniert Torsten Maus' Trendfolge-Strategie

Jedes Wochenende, meist sonntags, trifft sich das vierköpfige Kernteam zu einer mehrstündigen Sitzung. Zuerst der Blick aufs große Ganze: Wie laufen die Sektoren, was machen Zinsen und Kapitalströme, was sagen Sentiment-Daten? Erst danach geht es auf Einzelaktienebene. Eine Screening-Software durchsucht über 10.000 Titel aus den USA und Europa nach Aktien, die aus einer engen Handelsspanne - der Davos-Box - mit deutlich erhöhtem Volumen nach oben ausbrechen.

Was dieses erste Sieb passiert, wird gegen Fundamentaldaten, die Prognosequalität des Managements sowie Peer Group und Sektor geprüft. Am Ende bleiben rund 5 Prozent der Kandidaten übrig. Die Positionsgröße hängt an der Marktphase: bei Rückenwind größer, bei Gegenwind kleiner oder gar nicht. Einen festen Stopp legt Torsten Maus nie in den Markt - er notiert das Niveau unter dem Ausbruch, lässt sich per App-Alarm benachrichtigen und entscheidet dann bewusst, ob er reduziert oder ganz verkauft. Ganze Regionen und Branchen sind vorab ausgeschlossen: China wegen des staatlichen Einflusses, Biotech wegen der binären Zulassungsentscheidungen.

Torsten Maus als Investor: Disziplin, Emotionen und Kapitalerhalt

Trotz des analytischen Zugangs beschreibt sich Torsten Maus als jemanden, dem Emotionen noch heute in die Quere kommen - etwa wenn er von einer Aktie zu begeistert ist und die Position von Anfang an zu groß macht. Auch der Reflex, nach drei, vier schlechten Trades irgendwo einen Gewinn mitzunehmen, sei ein Fehler, den er kennt. Sein Gegenmittel ist Struktur: jeden Trade getrennt betrachten, nach jedem Abschluss analysieren, ob die Entscheidung richtig oder nur Glück war. Kapitalerhalt geht ihm dabei vor Renditemaximierung, Entscheidungen entstehen im Austausch mit dem Team - die Hoheit über das wikifolio behält er selbst. Sein Vorsatz für die Zukunft ist ausgerechnet der, der ihm am schwersten fällt: gute Trends länger durchhalten und sich von Rücksetzern weniger verunsichern lassen.

Wer ist Torsten Maus?

Torsten Maus kaufte seine erste Aktie im Februar 2000, mitten im Platzen der Dotcom-Blase. Als BAföG-Empfänger und Student des Wirtschaftsingenieurwesens an der Hochschule für Technik und Wirtschaft hatte er Kommilitonen beobachtet, die mit Yahoo-Optionen viel Geld verdienten - und stieg ein, ohne zu verstehen, was er da tat. Das erste eigene Kapital war schnell weg.

Hauptberuflich arbeitete Torsten Maus im Rohstoffbereich, was ihm bis heute bei der Intermarket-Analyse hilft. Parallel betrieb er 13 Jahre lang, bis 2017, das Beratungsunternehmen Investorwelt mit Rohstoffempfehlungen. Heute analysiert er die Märkte in einem festen Kernteam aus vier Leuten und führt ein öffentliches wikifolio für Trendfolge, bei dem er die letzte Entscheidung allein trifft.

Jedes Wochenende, meist sonntags, trifft sich das vierköpfige Kernteam zu einer mehrstündigen Sitzung. Eine Screening-Software durchsucht über 10.000 Titel aus den USA und Europa nach Aktien, die aus einer engen Handelsspanne - der Davos-Box - mit deutlich erhöhtem Volumen nach oben ausbrechen. Am Ende bleiben rund 5 Prozent der Kandidaten übrig.

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