[Bulle & Mensch]

Begriff · Investment

Was ist eine Dividende?

Dividende: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.

Kurz erklärt

Die Dividende ist der Teil des Unternehmensgewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet. Über die Höhe entscheidet meist die Hauptversammlung auf Vorschlag des Managements. Setzt man die Dividende je Aktie ins Verhältnis zum Aktienkurs, erhält man die Dividendenrendite. Viele Anleger nutzen Dividenden als regelmäßiges, planbares Einkommen aus dem Depot, garantiert sind sie aber nicht.

Definition von Dividende

Die Dividende ist die Gewinnbeteiligung der Aktionäre. Erwirtschaftet ein Unternehmen einen Gewinn, kann es ihn behalten und investieren, damit eigene Aktien zurückkaufen oder einen Teil davon ausschütten. Über die Höhe entscheidet in der Regel die Hauptversammlung auf Vorschlag des Managements. Gezahlt wird je nach Unternehmen einmal im Jahr, halbjährlich, quartalsweise oder sogar monatlich.

Wichtig ist: Eine Dividende ist kein Geschenk obendrauf. Am sogenannten Ex-Tag wird die Aktie ex Dividende gehandelt, ihr Kurs sinkt rechnerisch um den ausgeschütteten Betrag. Der Wert wandert also vom Unternehmen auf das Konto des Aktionärs. Ob Dividenden besser sind als Kursgewinne, ist deshalb eine der ältesten Debatten unter Anlegern.

Dividenden sind außerdem nicht garantiert. In Krisen kürzen oder streichen Unternehmen sie oft, gerade dann, wenn Anleger am meisten auf das Einkommen hoffen.

Wie berechnet man die Dividendenrendite?

Die wichtigste Kennzahl ist die Dividendenrendite. Sie setzt die Dividende je Aktie ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs.

Aktienkurs80 €
Dividende je Aktie (pro Jahr)3,20 €
Dividendenrendite4 %

Die Formel: Dividendenrendite = Dividende je Aktie ÷ Aktienkurs × 100. Steigt der Kurs bei gleicher Dividende, sinkt die Rendite. Fällt der Kurs, steigt sie. Eine ungewöhnlich hohe Dividendenrendite ist deshalb oft ein Warnsignal: Der Markt rechnet dann häufig mit einer Kürzung.

Die zweite wichtige Kennzahl ist die Ausschüttungsquote (englisch Payout Ratio). Sie zeigt, welcher Anteil des Gewinns ausgeschüttet wird:

Gewinn je Aktie5,00 €
Dividende je Aktie3,20 €
Ausschüttungsquote64 %

Liegt die Quote dauerhaft über 100 Prozent, zahlt das Unternehmen mehr aus, als es verdient, also aus der Substanz oder auf Kredit.

Dividende in der Praxis

Wer mit Dividenden investiert, schaut selten nur auf die aktuelle Rendite. Wichtiger ist, ob das Unternehmen die Ausschüttung dauerhaft verdienen kann.

Typische Punkte einer Dividendenstrategie:

  • Stetigkeit: Wurde die Dividende über viele Jahre gezahlt und idealerweise erhöht? Firmen mit einer langen Serie steigender Dividenden heißen Dividendenaristokraten.
  • Ausschüttungsquote: Eine Quote deutlich unter 100 Prozent lässt Spielraum für schwache Jahre und für Wachstum.
  • Cashflow und Schulden: Die Dividende sollte aus dem laufenden Geschäft kommen, nicht aus neuen Krediten.
  • Wiederanlage oder Einkommen: Wer Dividenden reinvestiert, nutzt den Zinseszinseffekt. Wer sie entnimmt, baut sich ein laufendes Einkommen auf.
  • Steuern: Dividenden werden in vielen Ländern im Jahr der Auszahlung besteuert, Kursgewinne dagegen meist erst beim Verkauf. Bei ausländischen Aktien kann zusätzlich eine Quellensteuer anfallen.

Die Alternative zur Dividende sind Aktienrückkäufe: Das Unternehmen kauft eigene Aktien zurück, der Gewinn verteilt sich auf weniger Aktien. Viele Investoren betrachten beides zusammen als das, was tatsächlich an die Aktionäre zurückfließt.

Dividende bei [Bulle & Mensch]

Für einige Gäste von [Bulle & Mensch] ist die Dividende der Kern der Strategie. André Doerk will sein Einkommen an der Börse aus Ausschüttungen statt aus Kursgewinnen erzielen, weil eine Dividendenzahlung für ihn deutlich planbarer ist. Gerd Ackermann nutzt Dividendenaktien für seine Optionsstrategie und prüft genau, ob eine hohe Ausschüttung regelmäßig fließt oder nur ein Ausrutscher war.

Andere sehen Dividenden nüchterner. Larissa Kravitz führt zwar ein eigenes Dividendenportfolio, hält Dividenden aber für steuerlich und finanzmathematisch ineffizient. Für Philipp Haas spielen Dividende und KGV bei der Beurteilung der Qualität einer Firma keine Rolle, sie sind für ihn nur eine Ableitung. Stefan Meißner wiederum zählt Dividenden und Aktienrückkäufe zu dem, was wirklich beim Aktionär ankommt: Ein Unternehmen, das nie etwas ausschüttet und irgendwann vom Markt verschwindet, ist für ihn am Ende nichts wert.

Was meine Gäste über Dividende sagen

Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.

Unterschiedliche Perspektiven

GastAnsatz
Larissa KravitzIneffizient, aber angenehm: passives Einkommen
Dr. Hendrik LeberGünstige Aktien geben Geld über Ausschüttungen zurück
Stefan MeißnerWert entsteht erst durch Rückflüsse an Aktionäre
Philipp HaasDividende kein Qualitätsmerkmal, nur eine Ableitung
Till Schwalm25 % Dividendenrendite als Zeichen für Schnäppchen
Gerd AckermannHohe Dividende zählt nur, wenn sie regelmäßig fließt
André DoerkDividende planbarer als Kursgewinne
Uwe JännertLangfristig halten und von Dividenden leben

Die Aussagen im Wortlaut

Ineffizient, aber angenehm: passives Einkommen

„Ich weiß, finanzmathematisch sind Dividenden ineffizient. […] Sie sind steuerlich ineffizient und sie sind finanzmathematisch ineffizient. Aber ich mag den Alltagsaspekt des passiven Einkommens.“
Larissa Kravitz Folge 32: Kein ETF ist sicher: Warum Larissa Kravitz vor der stillen Marktverzerrung durch ETF-Sparpläne warnt 1:24:29 auf YouTube

Günstige Aktien geben Geld über Ausschüttungen zurück

„Da gibt es welche, sind super billig im Moment. Die schütten dann eben 15 Prozent aus oder manche noch mehr. […] Kein Hoffnung mehr, dann sagen sie, okay, dann gebe ich das Geld eben wieder zurück und wer meine Aktien nicht behalten möchte, dem kaufe ich sie wieder ab.“
Dr. Hendrik Leber  Folge 28: Vom Warren-Buffett-Jünger zum KI-Investor 08:27 auf YouTube

Wert entsteht erst durch Rückflüsse an Aktionäre

„[…] wenn sie nie eine Dividende zahlen und aus irgendeinem Grund trotzdem in 30 Jahren den Markt verlassen, dann sind sie auch nichts wert.“
Stefan Meißner  Folge 27: Nie in Cash: Wie Stefan Meißner mit seinem Yield-Investing-System die Börse schlägt 38:46 auf YouTube

Dividende kein Qualitätsmerkmal, nur eine Ableitung

„Dividende und KGV würden überhaupt keine Rolle spielen. Das ist ja nur eine Ableitung […]“
Philipp Haas  Folge 25: Warum dieser Fondsmanager auf Gehalt verzichtet und nur verdient, wenn seine Anleger verdienen 40:59 auf YouTube

25 % Dividendenrendite als Zeichen für Schnäppchen

„Immobiliengesellschaften wurden abverkauft. Die waren ridiculous günstig, also wirklich verrückt günstig. Du hast eine deutschen Wohnimmobiliengesellschaft mit 25 Prozent Dividendenrendite bekommen, pro Jahr, 2008 bis 10.“
Till Schwalm  Folge 21: Wird künstliche Intelligenz bald besser investieren als wir? 12:14 auf YouTube

Hohe Dividende zählt nur, wenn sie regelmäßig fließt

„Zum Beispiel ein Wert, der 5 % Dividende zahlt. Könnte interessant sein. […] Dann gucke ich mir schon an, zahlt der die auch regelmäßig oder war das nur ein Ausrutscher, dass die hochgezahlt wurde oder so.“
Gerd Ackermann Folge 20: Mit Optionen 30-40 % Rendite erzielen - bei minimalem Verlustrisiko 1:17:07 auf YouTube

Dividende planbarer als Kursgewinne

„Für mich ist eben wichtig, dass ich da eine gewisse Planbarkeit habe in meinen Renditen und eine Dividendenzahlung ist natürlich deutlich planbarer als Kursgewinne.“
André Doerk Folge 17: Dividendenfabrik: 8 % Dividende in Märkten, die kaum ein Privatanleger kennt 30:06 auf YouTube

Langfristig halten und von Dividenden leben

„Es gab mal ein sehr schönes Beispiel von einer Frau, die damals im Crash jede amerikanische Aktie einmal gekauft hat und deren Kinder dann irgendwann von den Dividenden leben konnten.“
Uwe Jännert  Folge 8: Vom Hebelkönig zum defensiven Nebenwerte-Strategen: Wie Uwe Jännert 37 Jahre an der Börse überlebt hat 1:57:00 auf YouTube
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