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Trading-Routine: So sieht der Tag von Profi-Tradern aus
„Wie sieht dein Tagesablauf aus?“
Diese Frage stellt Mario Märzinger vielen Gästen. Hier sind die Antworten nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Kaum jemand sitzt den ganzen Tag vor dem Chart. Die gründliche Arbeit passiert in festen Blöcken: am Wochenende, zu festen Stunden oder einmal im Quartal. Dazwischen reichen kurze Checks.
Wo sie sich unterscheiden
Max Schulz analysiert nur am Wochenende und führt unter der Woche nur noch Orders aus. Oliver Klemm handelt dreimal die Woche von 8 bis 12 Uhr und schaut danach nicht mehr auf den Markt. Dirk Siebenhaar sitzt vor allem am Nachmittag intensiv am Rechner. Thomas Sparkojote kommt mit etwa zehn Minuten pro Woche aus, André Doerk mit rund einer Stunde pro Aktie im Quartal. Paul Pleus nennt seinen Prozess dagegen einen Fulltime-Job. Gregor Labahn und Mirco Recksiek starten den Tag bewusst ohne Markt.
Was das für dich heißt
Deine Routine muss zu deinem Alltag passen, nicht umgekehrt. Dirk Siebenhaar sagt es direkt: Richte das Trading nach deinem Tagesablauf. Lege fest, wann du analysierst und wann du nur ausführst. Und bleib dabei, auch wenn der Markt unter der Woche laut wird. Wann hast du in deiner Woche wirklich ruhige Zeit für den Markt?
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Max Schulz | Wochenende Analyst, Woche Trader |
| Torsten Maus | Sonntags mehrstündiges Screening |
| Robin Kömel | Wochenende plus zehn Minuten |
| Oliver Klemm | Dreimal die Woche, 8 bis 12 |
| Dirk Siebenhaar | Hauptzeit am Nachmittag |
| Paul Pleus | Modellpflege als Vollzeitjob |
| Thomas Sparkojote | Zehn Minuten pro Woche |
| Gerd Ackermann | Einmal täglich reinschauen |
| André Doerk | Eine Stunde pro Aktie |
| Gregor Labahn | Um fünf Uhr meditieren |
| Mirco Recksiek | Handy morgens verbannt |
Analyse am Wochenende, Handel unter der Woche
Wochenende Analyst, Woche Trader
„Am Wochenende mache ich meine Analysenarbeit und entscheide, welche Märkte ich habe. Und unter der Woche bin ich einfach nur Trader. Also ich führe einfach nur die Trades aus. Also ich stelle die Orders ein, verschiebe die Stops, das war's. Ich analysiere unter der Woche gar nichts. […] Dann jeden Abend zwischen 20 und 21 Uhr mache ich einen Handelsplan.“
Sonntags mehrstündiges Screening
„Wir haben das dann in unserem Screening, was wir meistens am Wochenende, am Sonntag machen, in der mehrstündigen Sitzung. […] Also wenn eine Aktie jetzt eingebucht ist im Portfolio, im Wikifolio zum Beispiel, dann mache ich mir gleich auch auf die App dann einen Alarm rein, wenn der Stopp erreicht wird, dass ich ein Signal bekomme.“
Wochenende plus zehn Minuten
„Wir schauen uns dann ja in der Regel so eins bis zwei Stunden am Wochenende die Märkte an. […] Und man schaut sich dann eben unter der Woche dienstags bis freitags an. Was ist denn hier gerade aktuell interessant für so 10 Minuten?“
Feste Arbeitszeit für den Markt
Dreimal die Woche, 8 bis 12
„Bin ich nach 3-4 Stunden Handel mental gar nicht mehr in der Lage, Fokus zu haben. […] Das heißt, ich [trade] in der Regel 3-mal die Woche von 8 bis 12. Ja, morgens und damit ist fertig. Mich interessiert außerhalb der Zeit auch überhaupt nicht, was der Markt macht, weil ich da ja nicht davon profitieren kann.“
Hauptzeit am Nachmittag
„Die Haupthandelszeit wirklich ist für mich von, ich sag mal von vier bis halb sechs. […] man sollte nicht seinen Tag nach dem Trading richten, sondern umgekehrt, man sollte das Trading nach seinem Tagesablauf richten und sehen, wann man Zeit hat.“
Modellpflege als Vollzeitjob
„Die Berichte werden natürlich gecheckt und dann mache ich Updates zu meinen Modellen. […] Das kann ich nicht mal eben so nebenbei am Wochenende in einer halben Stunde, sondern das ist ein Fulltime-Job.“
Kurzer Blick statt Stunden am Schirm
Zehn Minuten pro Woche
„Also ich hock nicht jede Woche hin, ich guck vielleicht mal kurz drüber und dieses kurz drüber ist vielleicht 10 Minuten, dann hab ich's wieder gesehen, wo ich mich dann entscheiden muss, hey, muss ich rollen oder möchte ich laufen lassen, das sind dann 10 Minuten vielleicht maximal pro Woche.“
Einmal täglich reinschauen
„Täglich schaue ich einmal rein und entscheide ich je nachdem wie der Kurs gerade steht. […] Aber ich bin nicht auf die Stunde darauf angewiesen. Ich bin noch nicht mal auf den Tag darauf angewiesen. Wenn es heute nicht passiert, dann mach ich es morgen.“
Eine Stunde pro Aktie
„Ich habe das mal durchgerechnet, aber es ist, glaube ich, eine Stunde pro Aktie im Quartal ungefähr. […] Also ich gucke natürlich, ist das Unternehmen weiter gewachsen? Ist der Ertrag stabil? Ist der Cashflow stabil? Kann dann die Dividende weiter gezahlt werden?“
Der Tag beginnt ohne Markt
Um fünf Uhr meditieren
„Fange ich meinen Tag sehr früh an, schon um 5 Uhr morgens und stehe halt auf und mache so, sag ich mal, so ein paar energetische Tai Chi Übungen, die ich so von den [Shaolin] Mönchen mitbekommen habe und setze mich dann tatsächlich hin und meditiere 30, 45 Minuten.“
Handy morgens verbannt
„Also erstmal habe ich mein Handy nach unten verbannt, damit ich nicht morgens wach werde und direkt aufs Handy schaue. […] Ich will schon wissen, was los ist, aber es stresst mich auch nicht.“
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