Thomas Sparkojote hat sein erstes Aktiendepot am Tag nach seinem 18. Geburtstag eröffnet und dort sein Lehrlingsgeld investiert, während er bei der UBS eine Banklehre machte. Kein Demokonto, kein Planspiel, keine ausgefeilte Analyse - nur der Gedanke, dass er die Unternehmen kennt, deren Aktien er kauft.
Zehn Jahre später ist daraus ein Millionen-Depot geworden, das er nicht mehr nur hält, sondern arbeiten lässt: Er schreibt Covered Calls auf Aktien, die er ohnehin besitzt, und Cash Secured Puts auf Aktien, die er ohnehin kaufen würde - und zieht so zusätzlichen Cashflow aus einem Portfolio, das er nicht verkaufen will.
Thomas Sparkojote dokumentiert seit über zehn Jahren öffentlich sein Depot und hat parallel dazu mit E-Commerce und Content-Creation ein Millionenvermögen aufgebaut. Was ihn von den meisten Finanz-Creators unterscheidet: Er zeigt nicht nur, was funktioniert hat, sondern auch die Anrufe der Bank, die Totalverluste und die Jahre ohne Pause.
🤖 Frag [Bulle & Mensch]
Was hat Thomas Sparkojote zu diesem Thema gesagt? Die KI durchsucht diese Folge und alle anderen nach seinen Original-Aussagen – mit Timestamp und Fundstelle.
Jetzt fragenKapitel
- 00:00:00Alles mit echtem Geld: Start & Werdegang
- 00:01:48Blog, YouTube & finanzielles Tagebuch
- 00:13:52Buy & Hold, Sparpläne & Pandemie-Crash
- 00:15:10Einzelaktien vs. ETFs: Aufteilung im Portfolio
- 00:25:41Warum er P2P-Kredite komplett beendet hat
- 00:29:19Gold & Silber physisch: Absicherung statt Rendite
- 00:38:53Wie er neue Strategien lernt (Bücher, YouTube, Events)
- 00:40:46Die erste Million mit 24 - und das Ende der Networth-Transparenz
- 00:47:05Mittel- bis langfristige Strategien statt Daytrading
- 00:50:10Cashflow statt Verkäufe: warum es Optionen wurden
- 00:57:09Covered Calls & Cash Secured Puts richtig einsetzen
- 01:23:45Nach dem Totalverlust: Bitcoin-Sparplan auf die eigene Wallet
- 01:25:53Bitcoin, Ethereum & 95 % Fokus im Kryptobereich
- 01:46:10Asset Allocation, Benchmark & Welt-ETF-Logik
Aufnahmedatum: 23.02.2026
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Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die ersten Aktienkäufe waren bewusst naiv - Investment-Case war schlicht „hey, ich kenne das Unternehmen. Ich kaufe jetzt einfach mal die Aktie und bekomme Dividende“. Rückblickend nennt er genau diese Käufe die Grundsteine dafür, dass er drangeblieben ist.
- P2P-Kredite hat er komplett gestoppt - nicht wegen der Anlageklasse, sondern wegen des Währungsrisikos: Die Plattformen liefen in Euro, er lebt in Franken, unterm Strich blieb „fast null Prozent Rendite“ nach Abwertung.
- Physisches Gold und Silber baut er per Sparplan auf, aber bewusst nicht als Renditequelle: „für mich war oder war und ist das immer noch heute Absicherung und nicht Rendite.“
- Sein Krypto-Investment ging 2022 durch eine Plattform-Pleite komplett verloren; seither läuft ein Bitcoin-Sparplan direkt auf die eigene Wallet, mit voller Selbstverwahrung. Der Kryptoanteil ist zu rund 95 % Bitcoin.
- Beim Optionen-Schreiben konzentriert er sich auf wenige Basiswerte mit 30 bis 45 Tagen Restlaufzeit - und schreibt bewusst keine Covered Calls auf Titel, die gerade heiß laufen.
- Sein Ziel ist Cashflow, nicht Verkauf: „Also für mich war Option klar, Cashflow das Thema“ - Gewinne aus dem Portfolio ziehen, ohne die Aktien herzugeben.
- Die Strategie läuft ohne Hebel: „du kannst nicht mehr verlieren, als du hast. [...] Also ich verkaufe nicht leer.“
- Trotz rund 13 % Klumpenrisiko in einer einzelnen NVIDIA-Position bleibt er gelassen: Selbst ein Totalverlust dieser Position plus ein wertloser Bitcoin wären zusammen „20-22 % vom Portfolio weg“ - ohne dass sich sein Lebensstil ändern würde.
Was das für dich heißt
Thomas Sparkojote hat mit seinem Lehrlingsgeld angefangen und dokumentiert sein Depot seit über zehn Jahren öffentlich. Auffällig sind seine Grenzen:
- Er arbeitet ohne Hebel und verkauft nie mehr, als er an Cash oder Aktien tatsächlich besitzt. Könntest du den schlimmsten Fall deiner offenen Positionen aus eigener Tasche tragen?
- Er hat eine Zeit lang von 1.400 Franken im Monat gelebt und weiß seitdem, wo sein Minimum liegt. Weißt du, wie viel Geld du im Monat wirklich zum Leben brauchst?
- Er zeigt sein Depot jeden Monat öffentlich und erklärt, was neu dazugekommen ist. Wer außer dir sieht, was du mit deinem Depot machst?
- Er meidet traditionelle Medien und liest stattdessen Geschäftsberichte und Unternehmensmitteilungen. Woher stammen die Informationen, auf die du deine letzte Kaufentscheidung gestützt hast?
📚 Begriffe aus dieser Folge
🎙️ Profis antworten
Diese Frage stellt Mario vielen Gästen. Lies die Antwort von Thomas Sparkojote neben denen der anderen Profis:
- Wie sieht dein Tagesablauf aus?Thomas Sparkojote: Zehn Minuten pro Woche
Wie Thomas Sparkojote sein Cashflow-System entwickelt hat
Die Jahre, in denen E-Commerce, Content-Creation und Investieren parallel liefen, beschreibt Thomas Sparkojote als Phase des kompletten Durchziehens: "ich habe eigentlich praktisch vier Jahre ohne Ferien durchgezogen" - während der Pandemie zeitweise mit 100- bis 120-Stunden-Wochen, monatelang, bis er merkte, dass auch ein Hobby, das Spaß macht, in ein Burnout führen kann. Weil das operative Geschäft ohnehin Cashflow lieferte, ging es ihm beim Einstieg in Optionen nicht um schnelles Zusatzeinkommen, sondern um Wissen auf Vorrat: Er wollte die Strategie beherrschen, bevor ihm die Zeit fehlt, sie zu lernen. Der Preis dafür war eine steile Lernkurve. Seine zweite oder dritte Option verkaufte er ungedeckt - eine Call-Option auf Altria, obwohl er nur 80 statt 100 Aktien hielt. Die Bank rief ihn innerhalb von fünf Minuten an.
„Das war dann halt schon eine steile Lernkurve und viel Geld verloren habe ich vor allem damit, dass ich nicht gerollt habe."
So funktioniert Thomas Sparkojotes Stillhalter-Strategie
Thomas Sparkojote verkauft Covered Calls auf Aktien, die er bereits hält, und Cash Secured Puts auf Aktien, die er zu einem bestimmten Preis ohnehin kaufen würde - für ihn ist ein Cash Secured Put deshalb "eigentlich nichts anderes als eine Limit Order", nur mit Prämie obendrauf. Als Basiswerte dienen einzelne Aktien wie NVIDIA, Alphabet, Nestlé oder ABB, nicht Indizes. Die Laufzeiten liegen typischerweise bei 30 bis 45 Tagen. Entscheidend ist die Marktphase: In starken Aufwärtstrends schreibt er kaum Covered Calls, weil er sich damit die Gewinne deckelt - Seitwärtsmärkte nennt er dagegen die "beste Zeit für Covert Calls". Der Cash Secured Put dagegen funktioniert für ihn in fast jeder Lage, weil das schlechteste Szenario der Kauf einer Aktie ist, die er sowieso wollte. Wird ihm ein Titel per Covered Call ausgebucht, schreibt er so lange Puts darauf, bis er ihn zurückbekommt. Hebel gibt es dabei keinen: Er verkauft nie mehr, als er an Cash oder Aktien tatsächlich besitzt.
Thomas Sparkojote als Investor: Disziplin, Transparenz und ein bewusst kleiner Lebensstil
Thomas Sparkojote hat einmal getestet, mit wie wenig er auskommt, und ist bei 1.400 Franken pro Monat gelandet - eine Zeit lang hat er tatsächlich so gelebt, danach bewusst wieder aufgestockt. Genau diese Erfahrung erklärt seine Gelassenheit gegenüber Klumpenrisiken: Wer weiß, wo sein Minimum liegt, muss ein Depot nicht gegen jede Schwankung absichern. Traditionelle Medien meidet er, weil dort immer schon ein Narrativ mitschwingt, und geht stattdessen direkt an die Quelle - Geschäftsberichte, Unternehmensmitteilungen. Sein Investmentportfolio teilt er seit fast zehn Jahren monatlich öffentlich, sein Nettovermögen dagegen seit 2021 bewusst nicht mehr: Die Unterscheidung zwischen Portfolio und Networth war für viele zu schwer nachvollziehbar und führte regelmäßig zu Missverständnissen. Und die eine Lektion, die er aus zehn Jahren Gesprächen mit Vermögenden mitgenommen hat, sind zwei Worte - "always buy": "Wir reden von Leuten, die sind länger an der Börse als ich auf der Welt bin", und das Einzige, was sie bereuen, ist, damals nicht mehr gekauft zu haben.




