So handeln Profis wirklich.

Begriff · Investment

Was ist ein Sparplan?

Sparplan: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.

Kurz erklärt

Ein Sparplan ist eine Anlageform, bei der in festen Abständen, meist monatlich, ein gleichbleibender Betrag automatisch in ETFs, Aktien, Fonds oder andere Anlagen fließt. Anleger bauen so schrittweise Vermögen auf, ohne einen Einstiegszeitpunkt wählen zu müssen. Durch den festen Betrag kaufen sie bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile.

Sparplan: Definition und Erklärung

Ein Sparplan ist ein Dauerauftrag an der Börse: Der Anleger legt einmal fest, wie viel Geld in welchem Rhythmus in welches Wertpapier fließen soll, danach führt die Bank oder der Broker die Käufe automatisch aus. Üblich sind monatliche oder vierteljährliche Raten, bei vielen Neobrokern schon ab einem Euro. Besonders verbreitet ist der ETF-Sparplan auf breite Aktienindizes, möglich sind aber auch Sparpläne auf Einzelaktien, aktive Fonds, Edelmetalle oder Kryptowährungen.

Der Kern des Sparplans ist nicht das Produkt, sondern die Regelmäßigkeit. Weil die Käufe unabhängig von der Marktlage stattfinden, entfällt die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt. Der feste Betrag sorgt zudem für den sogenannten Cost-Average-Effekt (englisch Dollar-Cost-Averaging): Bei niedrigen Kursen werden mehr Anteile gekauft, bei hohen weniger. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt dadurch unter dem Durchschnitt der Kurse zu den Kaufterminen.

Wichtig ist die Abgrenzung: Der Sparplan ist ein Einzahlungsmechanismus, keine Anlagestrategie für sich. Ob sich ein Sparplan lohnt, hängt davon ab, was bespart wird. Ein Sparplan auf eine einzelne Aktie, die dauerhaft fällt, verbilligt zwar den Einstand, verhindert aber keine Verluste. Und der Cost-Average-Effekt ist kein Renditevorteil gegenüber einer Einmalanlage: In langfristig steigenden Märkten liegt eine sofortige Anlage des gesamten Betrags statistisch häufiger vorne, der Sparplan verteilt dafür das Einstiegsrisiko.

Sparplan und Cost-Average-Effekt: so funktioniert es

Beim Sparplan wird ein fester Betrag in festen Abständen investiert. Die Zahl der gekauften Anteile ergibt sich aus dem Betrag geteilt durch den aktuellen Kurs. Das folgende Beispiel zeigt einen Sparplan über 100 € pro Monat in einem schwankenden Markt:

Monat 1: Kurs 50 €2,0 Anteile
Monat 2: Kurs 40 €2,5 Anteile
Monat 3: Kurs 25 €4,0 Anteile
Monat 4: Kurs 50 €2,0 Anteile
Eingezahlt gesamt400 €
Anteile gesamt10,5
Durchschnitt der vier Kurse41,25 €
Durchschnittlicher Einstandspreis38,10 € je Anteil

Die Formel dahinter: Einstandspreis = eingezahlter Betrag ÷ Anzahl der Anteile. Obwohl der Kurs am Ende wieder genau dort steht, wo er begonnen hat, sind die 10,5 Anteile bei 50 € nun 525 € wert, also 125 € mehr als eingezahlt. Der Grund: Im Tief bei 25 € hat der feste Betrag doppelt so viele Anteile gekauft wie zu Beginn.

Der Effekt funktioniert nur, wenn der Kurs sich nach einem Rückgang wieder erholt. Bei breiten Indizes war das historisch die Regel, bei einzelnen Aktien ist es keineswegs sicher. Steigt der Kurs dagegen stetig, kauft der Sparplan jeden Monat teurer ein als ein Anleger, der alles am ersten Tag investiert hätte.

Sparplan in der Praxis

In der Praxis ist der Sparplan vor allem ein Werkzeug gegen typische Verhaltensfehler. Wer automatisch jeden Monat kauft, muss weder den richtigen Zeitpunkt suchen noch in einem Crash die Nerven behalten, um nachzukaufen. Gerade in Abwärtsphasen, in denen viele Anleger aus Angst pausieren, erwirbt der Sparplan besonders viele Anteile. Voraussetzung ist, dass die Raten auch in schwierigen Zeiten weiterlaufen und das Geld nicht kurzfristig gebraucht wird.

Viele Anleger kombinieren den Sparplan mit weiteren Bausteinen und achten auf einige Punkte:

Sparplan bei [Bulle & Mensch]

Für viele Gäste ist der Sparplan die Basis des Vermögensaufbaus. Tim Schäfer rät, als Grundlage einen breiten ETF per Sparplan mit einer festen Summe jeden Monat auszubauen und die Rate mit der Karriere zu erhöhen; auch in Krisen kauft er weiter. Mirco Recksiek hat erlebt, wie er mit zu viel aktivem Handeln den Markt verpasst hat, und motiviert deshalb dazu, wenigstens einen Sparplan laufen zu lassen, denn keiner sei schlauer als der Markt. Uwe Jännert würde Einsteigern raten, die Hälfte in einen ETF-Sparplan zu stecken, bis sie selbst fit sind, und daneben wenige ausgewählte Aktien zu besparen. Thomas Sparkojote nutzt Sparpläne für Gold und Bitcoin, um über den Cost-Average-Effekt mit fixen Summen zu verteilen, und Michael Kranich legte seine Strategie unter anderem als Wikifolio auf, weil sich dieses anders als seine Einzelaktien-Käufe monatlich besparen lässt.

Es gibt auch Einschränkungen und Gegenstimmen. Dr. Dr. Rainer Zitelmann hält es für möglich, mit einem ETF-Sparplan reich zu werden, aber höchstens über Jahrzehnte und mit hoher Spardisziplin. Larissa Kravitz sieht im massenhaften monatlichen ETF-Sparen ein Marktrisiko: Wenn Millionen Menschen jeden Monat in dieselben marktkapitalisierungsgewichteten ETFs sparen, entstünden Klumpen und Fehlbewertungen. Bernhard Mitterlehner beschreibt die Kehrseite: Stetige Zuflüsse aus Sparplänen machen steigende Märkte stabiler. Nico Schulze erinnert daran, dass der Cost-Average-Gedanke bei einer fallenden Einzelaktie trügen kann: Er kaufte die Deutsche Bank nach, um den Einkaufskurs zu verbilligen, der Verlust wuchs dennoch auf rund 70 Prozent.

💬 Was unsere Gäste über Sparplan sagen

Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.

Unterschiedliche Perspektiven

GastAnsatz
Larissa KravitzMassenhaftes ETF-Sparen als Marktrisiko
Mirco RecksiekSparplan als Schutz vor Selbstüberschätzung
Michael KranichBesparbarkeit als Grund für ein Wikifolio
Uwe JännertETF-Sparplan als Hälfte für Einsteiger
Nico SchulzeCost-Average-Denken bei fallender Einzelaktie
Bernhard MitterlehnerSparplan-Zuflüsse stabilisieren steigende Märkte
Thomas SparkojoteGold-Sparplan mit fixer Summe

Die Aussagen im Wortlaut

Massenhaftes ETF-Sparen als Marktrisiko

„Das heißt im Prinzip, es gibt Millionen Menschen, die jedes Monat das Gleiche machen. Das fließt alles in die gleichen ETFs, alle marktkapitalisierungsbasiert. […] Ich glaube, es ist logisch, dass wenn alle auf die gleiche Art und Weise investieren, […] dass sich da dann Klumpen bilden, dass sich da dann Mispricings bilden.“
Larissa Kravitz Folge 32: Kein ETF ist sicher: Warum Larissa Kravitz vor der stillen Marktverzerrung durch ETF-Sparpläne warnt ▶ 02:32 auf YouTube

Sparplan als Schutz vor Selbstüberschätzung

„Ich habe einfach wirklich geglaubt, ich weiß es besser, und das weiß man halt nie. Deswegen motiviere ich die Leute auch immer zu sagen: Lasst wenigstens einen Sparplan laufen. Baut wenigstens einen Teil passiv auf. Denn keiner ist schlauer als der Markt.“
Mirco Recksiek Folge 29: Bitcoin auf 100 Millionen $? - Seine Prognose schockiert! ▶ 1:36:17 auf YouTube

Besparbarkeit als Grund für ein Wikifolio

„Wenn man den Fonds kauft, dann kann ich die ja monatlich besparen. Das konnte ich mit diesem System ja nicht mit den Aktien, sondern es gab jetzt einen Kaufzeitpunkt, dann wurde eben fünf Prozent gekauft zum Beispiel. So kann ich immer wieder in Monatsraten einsteigen in den Wikifolios.“
Michael Kranich Folge 24: So schlägt er mit Excel den Markt – dank diesem Ampel-System ▶ 1:14:28 auf YouTube

ETF-Sparplan als Hälfte für Einsteiger

„Ich würde mit fünf bis maximal zehn Aktien einsteigen und den ETF-Sparplan. Aus dem einfachen Grunde: Der ETF-Sparplan mit 50 Prozent, den würde ich machen, bis du selber fit bist, damit du eben nicht schlechter bist als der Markt.“
Uwe Jännert Folge 8: Vom Hebelkönig zum defensiven Nebenwerte-Strategen: Wie Uwe Jännert 37 Jahre an der Börse überlebt hat ▶ 1:58:33 auf YouTube

Cost-Average-Denken bei fallender Einzelaktie

„Wir haben dann auch nachgekauft […] und dann dachte ich: Jetzt haben wir ja niedrigen Kurs, also so klassischer Cost-Average-Effekt bzw. Einkaufskurs verbilligen. Und ich dachte, naja, der muss jetzt aber irgendwann doch wieder mal ins Plus kommen, und dann hole ich das schon wieder rein.“
Nico Schulze Folge 4: Wie Nico Schulze nach 70 Prozent Depotverlust ein 4-Millionen-Euro-wikifolio aufgebaut hat ▶ 09:44 auf YouTube

Sparplan-Zuflüsse stabilisieren steigende Märkte

„Wenn ein Markt nach oben geht, kaufen viele Leute. Viele Leute haben einen Sparplan. Wenn permanent Geld reinfließt in einen Markt, […] dann stürzt einem der nicht so leicht ab, weil da braucht es schon viel Power dahinter.“
Bernhard Mitterlehner Folge 3: Warum Verluste vermeiden wichtiger ist als Rendite maximieren: Die Momentum-Strategie von Bernhard Mitterlehner ▶ 1:48:27 auf YouTube

Gold-Sparplan mit fixer Summe

„Da kannst du wie so ein Goldabo einrichten. […] Sobald du einen vollen Betrag erreichst, kannst du dir das physisch auszahlen lassen und abholen. […] Weil da hast du diesen Dollar-Cost-Average-Effekt. Kannst das verteilen, immer mit einer fixen Summe.“
Thomas Sparkojote Folge 2: Wie Thomas Sparkojote sein Millionen-Depot mit Optionen zum Cashflow-Motor macht ▶ 29:58 auf YouTube

🎙️ Folgen zum Thema Sparplan

🤖 Frag [Bulle & Mensch] – Noch Fragen zu Sparplan?

Frag [Bulle & Mensch] durchsucht alle Gespräche und antwortet mit Fundstelle und Zeitstempel im Video. Stell deine eigene Frage, zum Beispiel:

Frage stellen →

🗂️ Themenreihen

🔗 Verwandte Begriffe

Diese Seite basiert auf den Originalgesprächen und Transkripten von [Bulle & Mensch]. Die dargestellten Perspektiven geben die Aussagen der jeweiligen Gesprächspartner wieder. Alle Begriffe →