Kein Research-Team, keine Analysten – nur eine Excel-Datei und ein Ampel-System mit vier Indikatoren. Das ist alles, was Michael Kranich braucht. Mit diesem simplen, aber wirkungsvollen Ansatz schlägt er seit über zehn Jahren den Markt, und zwar nicht mit Glück, sondern weil er eine Zahl umsetzt, die viele Anleger ignorieren: Man muss nicht immer im Markt sein, sondern genau an den richtigen Tagen.
Michael Kranich handelt seit 2015 strikt nach seinem selbst entwickelten Excel-Ampel-System mit vier Indikatoren – kein Research-Team, kein Bauchgefühl, nur klare Regeln. Gehandelt wird über vier eigene wikifolios, gescreent wird wöchentlich ein Universum von rund 1.400 Aktien.
🤖 Frag [Bulle & Mensch]
Was hat Michael Kranich zu diesem Thema gesagt? Die KI durchsucht diese Folge und alle anderen nach seinen Original-Aussagen – mit Timestamp und Fundstelle.
Jetzt fragenKapitel
- 00:00:00Einleitung: Excel-System schlägt den Markt
- 00:00:56Börsenampel in Excel: Grün, Gelb, Rot für Cash und Absicherung
- 00:06:40Anlageuniversum: 4 wikifolios, 1.400 Aktien und Derivate
- 00:10:30Die Statistik: 15 bis 20 Tage im Jahr entscheiden über 85 % der Performance
- 00:15:01Die vier Indikatoren: MSCI World, S&P 500, Gebert und Uwe Lang
- 00:24:03Systementwicklung: Vom TSI-Brief über relative Stärke zur eigenen Ampel
- 00:30:33Positionsmanagement: 1.400er Screening, Top-Werte und Teilverkäufe
- 00:41:01Short-Logik: Wann er bei Rot mit Short-ETFs absichert
- 00:46:05News-Filter statt Bauchgefühl: Übernahmen, Quartalszahlen, Menschenverstand
- 00:52:33Psychologie: Der fünfstellige Zertifikate-Verlust und die Regel danach
- 00:54:01Backtesting in Excel: 50 Jahre Historie und Parameter-Optimierung
- 00:59:20Weekly Workflow: 15-Minuten-Routine, Rebalancing und Reporting
- 01:06:09Zehn Jahre Systemhandel: Corona-Crash, Trump-Börsen, Energiepreise
- 01:09:09Trading-Historie: Planspiel Börse, Finanzkrise 2009 und Hebelzertifikate
- 01:20:01Weiterentwicklung: Stop-Loss, Branchenfilter und Positionszahl
Aufnahmedatum: 08.06.2026
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Die wichtigsten Erkenntnisse
- Ampel mit drei Zuständen: Grün, Gelb oder Rot – die Ampel sagt ihm nicht, welche Aktie er kauft, sondern was er mit dem vorhandenen Cash macht.
- Vier Indikatoren als Basis: Trendmessung über gleitende Durchschnitte auf Weltindex und S&P 500, Länderbenchmarks, der Gebert-Indikator und die Energiepreis-Indikatoren von Uwe Lang.
- 1.400 Aktien werden wöchentlich per Excel-Makro auf relative Stärke geprüft – gekauft werden nur die stärksten Werte, Positionen werden bei nachlassender Stärke stufenweise reduziert.
- Die Zahl, die alles verändert hat: „Es gibt eine Statistik darüber, an wie vielen Tagen man im Jahr im Markt sein muss, um 80 Prozent der Performance überhaupt zu machen." Seine Antwort: Bei 15 bis 20 Tagen ist man schon bei 85 Prozent.
- Der teuerste Fehler war ein Bauchgefühl: „Das wäre der größte Fehler, den ich auch schon selber mal gemacht hatte, ganz zu Beginn, als ich 2015 begonnen hatte mit wikifolios." Er verkaufte gegen die grüne Ampel und ging short – zwei Wochen später stieg der Markt wieder.
- Short-ETFs sind reine Absicherung in roten Phasen, immer auf die Benchmark, nie auf Einzelwerte.
- Ohne Backtest kommt nichts ins System: Der längste Test reicht bis 1976 zurück, jede neue Idee wird vorher in Excel geprüft.
Wie Michael Kranich sein Excel-Ampel-System entwickelt hat
Der Weg beginnt beim Planspiel Börse und führt über den Berufseinstieg als Bankkaufmann mitten in der Finanzkrise 2009. Danach folgt die Phase, in der er glaubt, sich auszukennen: Faktor-Zertifikate auf den DAX mit zehn-, zwanzig- und dreißigfachem Hebel – und ein deutlicher Verlust. Der Umschwung kommt, als ein Bekannter ihm den TSI-Brief mit dem Prinzip der relativen Stärke zeigt. Michael Kranich setzt die Idee selbst um, baut sie in Excel nach und erweitert sie um die Ampel-Logik. Der letzte Rückfall passiert zu Beginn des Ukraine-Kriegs, als er entgegen seiner eigenen Ampel handelt. Seitdem gilt für ihn nur noch eine Regel: nach dem System handeln, ohne Ausnahme.
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So funktioniert Michaels Excel-Ampel-Strategie
Märkte/Assets: rund 1.400 Aktien aus mehreren Anlageuniversen, gehandelt über vier eigene wikifolios; Absicherung über Short-ETFs und Knock-out-Zertifikate auf Indizes
Strategie: Ampel-System aus vier Indikatoren – Trendmessung auf MSCI World und S&P 500 über gleitende Durchschnitte, Länderbenchmarks, Gebert-Indikator und die Energiepreis-/Makrodaten von Uwe Lang
Edge: wöchentliches Relative-Stärke-Ranking über 1.400 Kursverläufe per Excel-Makro – nur die stärksten Werte kommen ins Portfolio; alle Backtests macht Michael Kranich selbst, teils über 50 Jahre Historie
Entscheidungslogik: Bei grüner Ampel wird freies Cash investiert, bei Gelb bleibt es Cash, bei Rot kommt die Absicherung über Short-ETFs auf die Benchmark – nicht auf Einzelwerte
Risiko: ein mechanisches, bewusst einfaches Regelwerk ohne Bauchentscheidungen. Die einzige verbleibende Fehlerquelle ist laut Michael Kranich, nicht zu machen, was die Excel sagt.
Michael Kranich als Investor: Disziplin, Verluste und Gelassenheit
Michael Kranich fährt seine Strategie mit eiserner Disziplin – und er weiß, was ihn das Gegenteil gekostet hat. In der Anfangszeit verkaufte er gegen sein eigenes System und verlor mit Hebelzertifikaten Geld: „Ich kann es ja sagen: Damals fünfstellig verloren mit diesen Zertifikaten, im unteren Bereich." Seine Konsequenz war radikal: „Das machst du nie, nie, nie wieder. Ich handel nur noch nach dem System, also wirklich – Punkt, Ende, aus." Gleichzeitig ist er Realist genug, kein zu 100 Prozent funktionierendes System zu erwarten. Auf die Frage nach dem einen Satz, den er sich an den Bildschirm kleben würde, antwortet er ohne Zögern:
„Renne nicht den letzten Prozent hinterher."
Wer ist Michael Kranich?
Michael Kranich ist gelernter Bankkaufmann und startete mitten in der Finanzkrise 2009 in die Praxis. Sein Handwerkszeug baut er sich selbst – in Excel. Seit 2015 handelt er strikt nach seinem eigenen Ampel-System, das mit vier robusten Indikatoren arbeitet: Trendmessung auf einen globalen Weltindex und den S&P 500, Länderbenchmarks, der Gebert-Indikator und die Energiepreis- und Makrodaten von Uwe Lang. Der Wendepunkt kam über einen Bekannten, der ihm den TSI-Brief mit dem Konzept der relativen Stärke zeigte – ab da wollte er ein klar strukturiertes System. Vorher hatte er mit Faktor-Zertifikaten auf den DAX mit zehn-, zwanzig- und dreißigfachem Hebel deutlich Lehrgeld bezahlt. Sein Credo heute: Man muss nicht dauernd im Markt sein, sondern genau an den richtigen Tagen.
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