Bitcoin-Prognose von Bitcoin2Go-Gründer Mirco Recksiek
Mirco Recksiek baut seit 2020 mit Bitcoin2Go eine der bekanntesten deutschsprachigen Krypto-Marken auf. Im Gespräch legt er sein eigenes Portfolio offen und erklärt, wo für ihn die Grenze zur Anlageberatung verläuft.
Mit 16 kaufte Mirco Recksiek von seinem Weihnachtsgeld eine Aktie nach einem Magazin-Tipp. Aus 150 Euro wurden 4.500 Euro, wenig später war das Geld bis auf rund 300 Euro wieder weg. 2016 steckte er 10.000 Euro in Bitcoin, nachdem er einer Freundin bei einer Präsentation über Bitcoin helfen sollte. 2020 startete er Bitcoin2Go, der YouTube-Kanal hat heute 116.000 Abonnenten.
Im Gespräch erklärt er seine Kern-Satelliten-Strategie. Bitcoin ist die langfristige Kernposition, dazu kommen drei bis fünf Prozent für aktive Wetten, die er als Narrativ-Trader eingeht. Aktuell hält er 50 Prozent Bitcoin im Krypto-Portfolio und wartet mit viel Cash auf eine Zielzone unter 50.000 US-Dollar. Seine eigene Prognose fällt nüchtern aus. Eine Million bei Bitcoin hält er für möglich, das werde aber noch ganz schön lang dauern.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Sein Regelwerk, 8 Punkte: Psychologie 1 · Auswahl 2 · Positionsgröße 1 · Ziel 1 · Einstieg 1 · Routine 1 · Ausstieg 1
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RegelPsychologieWohlfühlen statt nachhandelnKlare Aussage Er will selbst entscheiden, ohne dass jemand anderes Einfluss nimmt. Wer Ideen von anderen nachhandelt, fühlt sich mit seiner Anlage nie wohl: „Wenn du dich mit deinem Portfolio nicht wohlfühlst, dann bist du nicht richtig investiert.“
Zitat & Begründung
„Wenn du dich mit deinem Portfolio nicht wohlfühlst, dann bist du nicht richtig investiert“ ▶ 2:04:00
- Wer anderen vertraut, handelt nicht nach der eigenen Meinung.
- Das merkt man, wenn es schlecht läuft oder man in guten Phasen zu oft draufschaut.
- Diesen Satz würde er sich auf den Bildschirm kleben.
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RegelAuswahlDen Treiber direkt kaufen „Wenn Bitcoin nicht performt, performt kein Coin“: Altcoins folgen dem Bitcoin-Kurs, nicht umgekehrt.
Zitat & Begründung
„Also wenn Bitcoin nicht performt, performt kein Coin“ ▶ 5:54
- Altcoins und Krypto-Aktien laufen nicht, wenn Bitcoin nicht läuft.
- Darum nimmt er gleich den wichtigsten Teil der Steigerung und kauft Bitcoin direkt.
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RätPositionsgrößeKleine Pflichtbeimischung3 bis 5 %Klare Aussage Schon eine kleine Position reicht: „Und wenn's nur eine kleine 3-5-%-Position ist, reicht das auch vollkommen aus, in die Richtung zu diversifizieren.“
Zitat & Begründung
„Bitcoin ist für den langfristigen Vermögensaufbau absolut verpflichtend im Portfolio“ ▶ 7:22
- Eigene Analysen zur Portfoliooptimierung zeigen, dass eine Beimischung Sinn macht.
- Für die Diversifikation reicht schon eine kleine Position.
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RegelZielInflation schlagen als Maßstabmindestens 5 % Selbst bei einer Million Dollar für Bitcoin fragt er zuerst, was die dann noch wert ist. Sein Maßstab ist die Inflation: „Es geht ja vor allem bei Investitionen für mich darum, langfristig die Inflation zu besiegen.“ Dafür sollte das Depot wenigstens 5 % bringen.
Zitat & Begründung
„es geht ja vor allem bei Investitionen für mich darum, langfristig die Inflation zu besiegen“ ▶ 54:03
- Das Inflationsziel liegt bei 2 %, war in den letzten Jahren aber immer darüber.
- Erst ab etwa 5 % hat er echten Vermögensaufbau.
- Auch eine Million Dollar misst er daran, was sie dann noch wert ist.
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RegelEinstiegLimits in der Zielzone40.000 bis 50.000 $ Weil er bei Bitcoin noch mit tieferen Tiefs rechnet, liegen seine Kauforders schon als Limits zwischen 40.000 und 50.000 Dollar. So will er seinen Durchschnittspreis auf rund 50.000 bringen. Dass im Aktien-ETF-Depot 90 % Cash liegen, erklärt er selbst: Er hat das Geld nicht schnell genug wieder investiert.
Zitat & Begründung
„Ich habe meine Limits teilweise auch schon gesetzt, also die Orders gesetzt, einfach da diszipliniert zu sein“ ▶ 1:29:57
- Er rechnet bei Bitcoin noch mit tieferen Tiefs, falls der Aktienmarkt stärker korrigiert.
- Die Zone hat er an Unterstützungen im Chart festgemacht.
- Steigt der Kurs ohne ihn, kann er mit seiner Position gut leben.
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RegelRoutineWöchentlicher Zonen-Check mit KI1× pro Woche Bei Aktien legt er Kaufzonen und Limits mit einer KI als Sparringspartner fest und prüft jede Woche, ob die Zonen noch passen. Die Zahlen der KI hinterfragt er selbst, weil sie halluzinieren kann.
Zitat & Begründung
„Weil gerade bei Zahlen und so kann es durchaus zu Halluzinationen kommen, also zu Fehlentscheidungen von der KI“ ▶ 1:51:54
- Claude kennt sein Portfolio und seine Kriterien und dient als Sparringspartner.
- Unternehmen und Charts prüft er danach selbst noch einmal.
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RegelAusstiegZielzone je Position statt DepotzielTeilverkaufStopp nachziehenKlare Aussage Seinen größten Fehler macht er nicht noch einmal: 2017 setzte er sich eine Zielzahl für den ganzen Portfoliowert, verfehlte sie knapp und verlor danach 80 %. Bei aktiven Trades setzt er seitdem Zielzonen je Position und verkauft dort einen Teil oder zieht den Stopp nach.
Zitat & Begründung
„dann wird auch ein Teil verkauft oder zumindest der Stopp dahin gezogen, dass ich nicht mehr als Verlierer von der Nummer hier rausgehe“ ▶ 1:17:51
- 2017 verfehlte er eine Zielzahl fürs ganze Portfolio knapp und verlor danach 80 %.
- Mit festen Zonen hat er den Höchststand seines Portfolios 2022 wirklich realisiert.
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TabuAuswahlGute Story ist kein InvestmentKlare Aussage Bei Altcoins ist er klar: Rund 90 % der Coins liegen laut seiner Einschätzung bei Insidern: „Altcoins zu kaufen, ist die Gier, danach schnelles Geld zu machen.“
Zitat & Begründung
„Altcoins zu kaufen, ist die Gier, danach schnelles Geld zu machen“ ▶ 1:05:34
- Rund 90 % der Coins liegen bei frühen Investoren, die nur auf den Verkauf warten.
- Endet die Geschichte, fehlen die Käufer, und der Letzte trägt den Verlust.
- Für den langfristigen Aufbau nimmt er darum nur Bitcoin.
Meinungen von Mirco Recksiek aus dem Gespräch, keine Anlageberatung. Zitate wörtlich, die Zeitmarke springt zur Stelle im Video.
Wie Mirco Recksiek aus zwei schweren Verlusten seine Bitcoin-Strategie entwickelt hat
Mirco Recksieks Weg zur Börse begann schon als Teenager: Sein Opa verfolgte Kurse über Teletext, und mit 16 Jahren investierte er sein Weihnachtsgeld nach einem Tipp aus einem Magazin. Erst kam ein kurzer Höhenflug von 150 auf 4.500 Euro, dann schrumpfte das Geld wieder auf einen dreistelligen Betrag. Was er daraus mitgenommen hat, gibt er heute jedem mit:
„Das Investieren lernt man nicht in der Schule, das lernt man nicht in der Uni, das lernt man nicht bei der Bank, das lernt man selbst.“
Mit Bitcoin kam er 2016 eher zufällig in Kontakt, als er im Auslandssemester in Prag einer Freundin bei einer Präsentation zum Thema helfen sollte. Er investierte daraufhin 10.000 Euro und vergaß nach eigener Aussage alles, was er in den Jahren davor über Disziplin gelernt hatte. Im ersten Zyklus vervielfachte er das Geld, machte dann aber denselben Fehler wie bei Aktien und glaubte, es besser zu wissen. Altcoins, die er noch hielt, fielen teils um 90 bis 95 Prozent. Ab 2018 und 2019 übertrug er sein Wissen vom Finanzmarkt auf Krypto, handelte disziplinierter und setzte sich klare Zielzonen.
Er war Berater für Blockchain-Technologie und gab an der Frankfurt School Kurse zur Tokenökonomie. 2020 startete er in der Pandemie Bitcoin2Go, um seine Entscheidungen ohne fremden Einfluss treffen zu können. Rückblickend bereut er nur einen einzigen Moment wirklich: Als er im Zuge des Terra-Luna-Crashs lediglich sachlich über das Projekt informierte, wurde ihm das fälschlich als Werbung dafür ausgelegt.
So funktioniert Mircos Bitcoin-Kern-Satelliten-Strategie
Mirco Recksiek trennt zwei Depots. Sein Krypto-Portfolio führt er aus steuerlichen Gründen privat, mit einer klaren Bitcoin-Kernposition und einer Restposition Ethereum. Aktien-ETFs wickelt er über seine eigene Holding ab. Bitcoin ist die langfristige Kernposition, dazu kommt eine kleine Satelliten-Position von drei bis fünf Prozent für aktive Wetten, aktuell vor allem ein selbst gebauter „kleiner eigener KI-ETF“ entlang der Chip-Lieferkette.
Sich selbst bezeichnet er als „Narrativ-Trader“. Eine Story oder ein Trend ist der Ausgangspunkt einer aktiven Position, Fundamentaldaten nimmt er dazu, um die schwarzen Schafe direkt auszusortieren. Claude nutzt er als Sparringspartner für die Portfolioanalyse, Zahlen der KI hinterfragt er aber, weil es bei ihnen zu Halluzinationen kommen kann.
Aktuell liegen im Krypto-Portfolio 50 Prozent Bitcoin und rund 1,5 Prozent Ethereum, der Rest ist Cash. Im Aktien-ETF-Depot sind 90 Prozent Cash. Kernstück dort ist ein Sparplan in einen All-World-ETF, den er über 36 Monate aufbaut, weil er in diesem Zeitraum weiter mit Verwerfungen rechnet.
Für den letzten aktiven Nachkauf bei Bitcoin hat er eine klare Zielzone unter 50.000 US-Dollar definiert, eher Richtung 40.000 bis 50.000, um seinen Durchschnittseinkaufspreis auf rund 50.000 zu bringen. Ein Absturz auf rund 1.000 Dollar wäre für ihn das Ende der Geschichte: „100 %ig, das ist ein K.O. Das ist ein K.O.-Kriterium für ein Asset.“
Mirco Recksiek als Investor über Verantwortung, Fehler und Unabhängigkeit
Mirco Recksiek begegnet den Schwankungen seines Geschäfts mit einer auffallend optimistischen Grundhaltung: „Ich bin immer der Meinung, wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich eine andere.“ Diese Gelassenheit zieht sich auch durch den Umgang mit eigenen Fehlern. Offen gesteht er ein, den KI-Boom an den Märkten unterschätzt und bei Krypto dieselben Fehler wie zuvor bei Aktien wiederholt zu haben. Mit dem Warten auf seine Zielzone hat er kein Problem: „Ich muss nicht richtig liegen.“
Die Verantwortung, die mit seiner Reichweite einhergeht, nimmt er sehr ernst. Betrugsfälle mit Fake-Profilen, die ihn mit KI nachahmen, und Nachrichten von Menschen, die ihr Geld verloren haben, machen ihn traurig. Sein Antrieb bleibt, anderen zu helfen, auch wenn er dafür im Bullenmarkt bis zu 1.000 Nachrichten am Tag persönlich beantwortet, teils per Sprachnachricht. Besonders wichtig ist ihm seine Unabhängigkeit. Er sei finanziell nicht von Bitcoin2Go abhängig, und das mache ihn sehr frei.
Was das für dich heißt
Mirco Recksiek hat zwei Totalverluste hinter sich. Diese Regeln hat er daraus gemacht:
- Er begrenzt aktive Wetten auf eine kleine Position von drei bis fünf Prozent. Wie groß darf bei dir eine Wette sein, die vor allem auf einer Story beruht?
- Er verlässt sich nicht mehr auf eine feste Zielzahl, seit ihn das 2017/18 einen hohen Gewinn gekostet hat. Woran machst du deinen Verkauf fest: an einer Regel oder an einer Zahl, die dir gefällt?
- Er baut seine ETF-Position mit einem Sparplan über 36 Monate auf, weil er in dieser Zeit mit Verwerfungen rechnet. Was passiert mit deinem Plan, wenn der Markt nach deinem Kauf erst einmal fällt?
- Er muss nicht recht behalten, weil es immer wieder neue Chancen gibt. Wie gehst du damit um, wenn du eine Chance verpasst hast?
Seine Positionen
Welche Anlagen Mirco Recksiek im Gespräch nennt: was er hält, kritisch sieht oder meidet (Stand: Aufnahme im Juli 2026).
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HältBitcoinZiel 30 % des Vermögens, Spot1:25:49 Zitat
„Also mein Wunschwert wäre dann so 70 Prozent Aktien, ETFs, 30 Prozent Bitcoin“
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HältAll-World-ETFKern, Sparplan über 36 Monate1:47:33 Zitat
„ich habe einen klaren Kern, der eigentlich ganz einfach wirklich nur aus dem Allworld ETF besteht“
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HältKI-AktienSatellit, eigener kleiner KI-ETF1:47:33 Zitat
„Und dann habe ich für mich Satellitenstrategien, wo ich dann nochmals Risiko etwas verschärfe“
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HältCashStablecoins und Geldmarktfonds, wartet1:24:57 Zitat
„Ich habe noch eine sehr große Cash-Position“
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HältEthereumkleiner Rest im Krypto-Portfolio1:24:57 Zitat
„Ich habe auch immer noch eine ganz kleine Restposition von Ethereum“
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MeidetAltcoinsnie für langfristigen Aufbau1:01:18 Zitat
„Aber als nachhaltige Investmentanlage sind die völlig ungeeignet“
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SkeptischKrypto-Aktienlaufen nur mit Bitcoin8:17 Zitat
„Die laufen alle nicht, wenn Bitcoin nicht läuft“
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SkeptischEuropäische Aktienkein Extra-Anteil zur Absicherung1:44:18 Zitat
„nimmt man extra noch EU-Werte rein, die dabei einfach teilweise schlecht sind“
Meinungen aus dem Gespräch, keine Anlageberatung. Zitate wörtlich, die Zeitmarke springt zur Stelle im Video.
Buchtipps von Mirco Recksiek
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Alle Folgen ansehen →Mirco Recksiek kam schon als Teenager über seinen Opa und dessen Teletext-Kurstafeln mit der Börse in Kontakt. Seine erste Aktie kaufte er vom Weihnachtsgeld auf einen Magazin-Tipp. Aus 150 Euro wurden 4.500 Euro, da war er 16. Danach schmolz das Geld wieder auf rund 300 Euro.
Aus den Kommentaren
Mehr Erfahrungen →Hat wirklich Spaß gemacht, Danke für die Einladung :)
Begriffe aus dieser Folge
Profis antworten
Lies, was Mirco Recksiek dazu sagt, neben den Antworten der anderen Profis:
- Wie sieht dein Tagesablauf aus?Mirco Recksiek: Handy morgens verbannt
- Was war dein größter Drawdown, und was hast du dann gemacht?Mirco Recksiek: 2017 ein Zielwert fürs Depot, danach 80 Prozent verloren
- Welche Rolle spielen Nachrichten und Makro?Mirco Recksiek: Vom Makro über die Geldpolitik bis zum Unternehmen
- Wann steigst du ein?Mirco Recksiek: Kauft, wenn der Markt 10 bis 20 Prozent korrigiert













