Profis antworten
Wann steigen Profis ein? So finden Trader und Investoren ihren Einstieg
„Wann steigst du ein?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Antworten fielen im Gespräch, meist wenn es um Strategie und Timing ging. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Keiner kauft einfach irgendwann. Jeder hat einen Auslöser, den er vorher kennt: eine Linie, eine Zahl von Faktoren, eine Wartezeit. Wieland Arlt sucht dafür die Punkte, an denen eine Bewegung dreht. Wer keinen Auslöser sieht, bleibt draußen.
Wo sie sich unterscheiden
Trendfolger kaufen Stärke. Bernhard Mitterlehner wartet, bis ein Markt wieder über der 200-Tage-Linie steht. Torsten Maus geht erst rein, wenn fünf oder sechs seiner Faktoren positiv sind, und dann direkt in den Ausbruch. Tim Schäfer wird eine Aktie erst nach einem Einbruch um 70 Prozent richtig interessant. Dominik Doster lässt ein neues Unternehmen nie in den ersten zwei, drei Wochen ins Depot.
Was das für dich heißt
Schreib deinen Auslöser auf, bevor du kaufst. Das kann ein Kurs über der 200-Tage-Linie sein, ein Ausbruch mit Volumen oder ein Minus von 10 bis 20 Prozent im Markt wie bei Mirco Recksiek. Wer den Auslöser vorher festlegt, kauft nicht aus dem Bauch. Und entdeckst du ein neues Unternehmen, gib dir wie Doster ein, zwei Monate Analyse vor der ersten Position.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Bernhard Mitterlehner | Kauft erst, wenn der Markt über der 200-Tage-Linie steht |
| Torsten Maus | Fünf, sechs Faktoren positiv, dann rein in den Ausbruch |
| Dirk Siebenhaar | Positioniert sich einen Tick vor dem Ausbruch |
| Oliver Klemm | Spätestens beim Ausbruch aus der Value Area dabei |
| Wieland Arlt | Steigt dort ein, wo eine Bewegung dreht |
| Rüdiger Born | Das letzte Zwischenhoch der Korrektur ist sein Entry |
| Michael Pisnyachevskiy | Sucht den Einstieg vor der dritten Impulswelle |
| Tim Schäfer | Nach 70 Prozent Absturz wird es für ihn interessant |
| Mirco Recksiek | Kauft, wenn der Markt 10 bis 20 Prozent korrigiert |
| Dominik Doster | Neue Firmen erst nach ein, zwei Monaten Analyse |
Wenn der Kurs ausbricht oder den Trend bestätigt
Kauft erst, wenn der Markt über der 200-Tage-Linie steht
„Ich versuche mich dazu zu zwingen, auch beim Einstieg zu warten, bis ein Asset, bis ein Markt wieder über der 200-Tage-Linie ist. Es ist sehr hart, aber ich weiß, dass es langfristig am besten so funktioniert hätte.“
Fünf, sechs Faktoren positiv, dann rein in den Ausbruch
„Und dann erst, wenn man dann sagt, das passt, hat, sagen wir mal fünf, sechs von diesen Faktoren sind positiv. Dann sagt man, okay, hier setze ich jetzt was. Man geht praktisch in den Ausbruch mit dem großen Geld.“
Positioniert sich einen Tick vor dem Ausbruch
„Ich zum Beispiel kaufe selten diesen Ausbruch aus der Linie. Ich versuche mich schon einen Tick vorher zu positionieren.“
Spätestens beim Ausbruch aus der Value Area dabei
„Und idealerweise möchte ich spätestens dann dabei sein, wenn er aus der Intraday Value Area und aus der gestrigen Value Area ausbricht. Weil dann habe ich einen positiven Bias und dem möchte ich folgen.“
Wenn eine Korrektur dreht
Steigt dort ein, wo eine Bewegung dreht
„Deshalb steigst nicht mittendrin ein irgendwie und willkürlich, sondern guckst dir halt Punkte aus, wo du sagst, da macht es Sinn überhaupt zu schauen. Und das sind typischerweise die Punkte, wo eine Bewegung sich dreht.“
Das letzte Zwischenhoch der Korrektur ist sein Entry
„Wenn es sogar mehrmals hin und her runtergeht, dann ist im Prinzip vereinfacht gesprochen, das letzte Zwischenhoch eigentlich ein Entry. […] Sobald das durchstoßen wird, scheint sich ja irgendwas zu ändern.“
Sucht den Einstieg vor der dritten Impulswelle
„Man muss wirklich die Strategie befolgen, dass man sagt, so, ich suche die Einstiege für zum Beispiel die dritte Impuls-Wave.“
Nach dem Absturz oder nach langer Analyse
Nach 70 Prozent Absturz wird es für ihn interessant
„Ja zum Beispiel, wenn eine Aktie 70 Prozent einbricht, dann hat das oft natürlich auch einen fundamentalen Grund, dann gucke ich nach und dann wird es für mich richtig interessant.“
Kauft, wenn der Markt 10 bis 20 Prozent korrigiert
„Das heißt, die ganz klassischen Bewegungen, wenn wir jetzt von 10 bis 20 Prozent in eine korrektive Bewegung gehen, das ist ja kurz vor Bärenmarkt, unter 20 Prozent auf Index-Ebene ist Bärenmarkt, da gucke ich schon, dass ich dann Positionen reinstelle.“
Neue Firmen erst nach ein, zwei Monaten Analyse
„Also ein Unternehmen, wo ich neu anschaue, landet nie in den ersten zwei, drei Wochen in meinem Portfolio.“



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