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Was ist ein Ausbruch an der Börse?

Ausbruch: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.

Kurz erklärt

Ein Ausbruch ist eine Kursbewegung, bei der ein Wert eine Marke verlässt, an der er vorher mehrfach gedreht hat, etwa einen Widerstand, ein Allzeithoch oder den Rand einer Seitwärtsspanne. Ausbruchstrader kaufen genau diesen Moment, weil daraus oft ein neuer Trend entsteht. Viele Ausbrüche scheitern aber und fallen in die alte Spanne zurück.

Definition von Ausbruch

Ein Ausbruch liegt vor, wenn der Kurs eine Zone hinter sich lässt, die ihn vorher begrenzt hat. Im Englischen heißt das Breakout. Typisch sind Ausbrüche über einen Widerstand oder ein altes Hoch nach oben und unter eine Unterstützung nach unten. Davor läuft der Kurs oft Wochen oder Monate seitwärts. Trader nennen diese Phase Konsolidierung oder Base.

An einer viel beachteten Marke liegen viele Kauf- und Verkaufsaufträge. Wird sie überwunden, ist das Angebot der Verkäufer aufgebraucht, und neue Käufer kommen dazu. Als Bestätigung gilt ein deutlich höheres Volumen am Tag des Ausbruchs. Fällt der Kurs kurz danach wieder in die alte Spanne, sprechen Trader von einem Fehlausbruch (False Breakout). Bekannt wurde der Ansatz unter anderem durch Nicolas Darvas, der Aktien kaufte, sobald sie aus einer Kursspanne nach oben ausbrachen.

Wie funktioniert ein Ausbruch?

Ausbruchstrader gehen meist in drei Schritten vor. Erst suchen sie eine klare Spanne, in der der Kurs eine Weile seitwärts läuft. Dann legen sie fest, ab welchem Kurs der Ausbruch gilt, oft auf Schlusskursbasis, damit ein kurzer Ausreißer im Tagesverlauf nicht zählt. Zuletzt setzen sie den Stop-Loss knapp unter das Ausbruchsniveau oder unter das letzte Tief der Spanne.

Beispiel mit einer Aktie, die monatelang zwischen 10 und 12 Euro pendelt:

Seitwärtsspanne10 € bis 12 €
Ausbruch (Schlusskurs)12,40 €
Volumen am Ausbruchstagdreimal so hoch wie im Schnitt
Stop-Loss knapp unter dem Ausbruchsniveau11,80 €
Risiko pro Aktie0,60 €
Maximales Risiko pro Trade300 €
Positionsgröße500 Aktien (6.200 €)

Fällt die Aktie unter 11,80 Euro zurück, war es ein Fehlausbruch, und der Verlust bleibt bei 300 Euro. Steigt sie auf 16 Euro, bringt derselbe Einsatz 1.800 Euro, also das Sechsfache des Risikos.

Ausbruch in der Praxis

Ausbrüche gehören zu den bekanntesten Einstiegen im Trading, gerade bei Trendfolgern. Ihre Schwäche ist die Trefferquote: Viele Ausbrüche scheitern, vor allem in Seitwärtsmärkten und in schwachen Börsenphasen. Wer Ausbrüche handelt, braucht deshalb kleine Verluste bei Fehlsignalen und muss die Gewinner lange genug laufen lassen.

Die Ansätze unterscheiden sich vor allem beim Zeitpunkt:

Manche Anleger meiden Ausbrüche ganz und kaufen lieber in Rücksetzern, weil der Kurs direkt nach einem Ausbruch schon teurer ist.

Ausbruch bei [Bulle & Mensch]

Für mehrere Gäste ist der Ausbruch der wichtigste Einstieg. Torsten Maus sucht Aktien, die aus einer Darvas-Box mit riesigem Volumen nach oben ausbrechen, und recherchiert erst danach, was hinter der Bewegung steckt. Dirk Siebenhaar kauft selten genau beim Ausbruch. Er positioniert sich einen Tick vorher und kauft beim Ausbruch und beim Retest zu. Michael Pisnyachevskiy lernte über den schwedischen Trader Kristjan Kullamägi, Aktien auf Allzeithochs zu kaufen. David Pieper ist überzeugt, dass schon ein, zwei gute Setups reichen: starke Aktie, Seitwärtsphase, Breakout.

Es gibt auch Gegenstimmen. Wieland Arlt merkte schnell, dass er kein Ausbruchstrader ist, weil er Fehlausbrüche vorher nicht erkennt und die lange Unsicherheit bis zum Stopp nicht aushält. Gerd Ackermann wartet nach einem Ausbruch auf Rücksetzer und kauft erst, wenn die Aktie wieder günstiger zu haben ist.

💬 Was unsere Gäste über Ausbruch sagen

Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.

Unterschiedliche Perspektiven

GastAnsatz
Gerd AckermannNach dem Ausbruch auf Rücksetzer warten
Dirk SiebenhaarEinen Tick vor dem Ausbruch positionieren
David PieperEin, zwei gute Setups reichen
Wieland ArltKein Ausbruchstrader wegen der Fehlausbrüche
Torsten MausAusbruch aus der Darvas-Box mit hohem Volumen
Michael PisnyachevskiyMut, Allzeithochs zu kaufen

Die Aussagen im Wortlaut

Nach dem Ausbruch auf Rücksetzer warten

„Viele empfehlen erst […], wenn es ausgebrochen ist, aus dem Trend nach oben oder aus [einem] Widerstand nach oben, dann empfehlen die erst die Aktie. Das ist für mich nicht der interessante Zeitpunkt, dann warte ich auf [Rücksetzer].“
Gerd Ackermann Folge 20: Mit Optionen 30-40 % Rendite erzielen - bei minimalem Verlustrisiko ▶ 1:38:40 auf YouTube

Einen Tick vor dem Ausbruch positionieren

„Ich zum Beispiel kaufe selten diesen Ausbruch aus der Linie. Ich versuche mich schon einen Tick vorher zu positionieren. Dann habe ich noch, wenn die [Ausbruchstrader] dazukommen, […] bin ich schon positioniert und habe viel mehr Luft zum Stopp.“
Dirk Siebenhaar Folge 15: Öffentlich traden als Disziplin-Trick: Wie Dirk Siebenhaar mit engen Stopps den MSCI World schlägt ▶ 1:30:32 auf YouTube

Ein, zwei gute Setups reichen

„Du brauchst eigentlich nur ein, zwei gute Setups. Ich bin mir sicher, dass jemand Geld verdienen kann an der Börse, indem er starke Aktien nimmt, eine Seitwärtskonsolidierung abwartet […] und den nächsten Breakout kauft.“
David Pieper Folge 10: Vom Bankanalysten zum Options-Stillhalter: Wie David Pieper mit technischer Analyse ein zweites Börseneinkommen aufbaut ▶ 41:30 auf YouTube

Kein Ausbruchstrader wegen der Fehlausbrüche

„Ich bin kein [Ausbruchstrader]. Das hab ich dann schnell gelernt. […] Ich hasse es, einen [Fehlausbruch] zu nehmen. Das weißt du bloß nicht. Das ist das Problem. Du weißt es ja nicht vorher.“
Wieland Arlt Folge 7: Was dein Depot über dich verrät: Warum IFTA-Präsident Wieland Arlt Kontoauszügen nicht traut ▶ 17:13 auf YouTube

Ausbruch aus der Darvas-Box mit hohem Volumen

„Jede Aktie muss irgendwann, wenn sie nach oben geht, über ihr [Allzeithoch]. […] Man nennt das [Darvas-Box], also ein Kurs bewegt sich, sagen wir mal, [zwischen] 10 und 12, über mehrere Monate und dann sehe ich auf einmal, das Ding bricht aus über die 12 mit riesigem Volumen. Und dann habe ich erstmal einen Kandidat gefunden.“
Torsten Maus Folge 5: Warum Torsten Maus 95 Prozent aller Kaufsignale konsequent ignoriert ▶ 52:07 auf YouTube

Mut, Allzeithochs zu kaufen

„Und so bin ich dann auf [Kristjan Kullamägi] gestoßen. Das ist ein Trader aus Schweden, der ganz stark ins Breakout Trading investiert und sein Ansatz ist eben, dass du dich traust, die Alltime Highs zu kaufen. Und das war ein ganz, ganz neuer Ansatz für mich.“
Michael Pisnyachevskiy Folge 1: Michael Pisnyachevskiy: Wie die Suche nach dem Heiligen Gral im Trading zur Suche nach einem echten Edge wurde ▶ 44:25 auf YouTube
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