[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 5

Torsten Maus

Torsten Maus kauft Aktien, die mit hohem Volumen aus einer Seitwärtsspanne auf neue Hochs ausbrechen, und richtet Positionsgröße, Cash-Quote und Absicherung nach der Marktphase aus. Rund 80 Prozent seiner Trades sind Trendfolge, 20 Prozent Turnaround-Trades.

Über Torsten Maus

Torsten Maus kaufte seine erste Aktie im Februar 2000, mitten im Platzen der Dotcom-Blase. Als BAföG-Empfänger und Student des Wirtschaftsingenieurwesens an der Hochschule für Technik und Wirtschaft hatte er Kommilitonen beobachtet, die mit Yahoo-Optionen viel Geld verdienten. Er stieg ein, ohne zu verstehen, was er da tat. Das erste eigene Kapital war schnell weg.

Hauptberuflich arbeitete Torsten Maus im Rohstoffbereich, was ihm bis heute bei der Intermarket-Analyse hilft. Parallel betrieb er 13 Jahre lang, bis 2017, das Beratungsunternehmen Investorwelt mit Rohstoffempfehlungen. Heute analysiert er die Märkte in einem festen Kernteam aus vier Leuten und führt das öffentliche wikifolio „TREND-SURFER*“ für Trendfolge, bei dem er die letzte Entscheidung allein trifft.

Jedes Wochenende, meist sonntags, trifft sich das vierköpfige Kernteam zu einer mehrstündigen Sitzung. Eine Screening-Software durchsucht über 10.000 Titel aus den USA und Europa nach Aktien, die aus einer engen Handelsspanne (der Darvas-Box) mit deutlich erhöhtem Volumen nach oben ausbrechen. Am Ende bleiben rund 5 Prozent der Kandidaten übrig.

So tradet Torsten Maus

Aus dem Gespräch in Folge 5 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Er handelt Aktien, vor allem aus den USA und Europa. Rohstoffe spielt er nur gelegentlich über Zertifikate. China-Aktien und Biotech schließt er aus, weil sich bei Biotech kein Stopp sinnvoll setzen lässt.

„Was auch ausgeschlossen ist, im gesamten Trading-Ansatz Das sind Biotech-Aktien.“

▶ Folge 5 · 56:40

Haltedauer

Solange eine Aktie nach dem Ausbruch nicht fällt und den notierten Stopp nicht erreicht, bleibt sie Monate und manchmal Jahre im Depot.

„und der Stopp nicht angetastet wird, den man sich gesetzt hat, dann bleiben die Aktien Monate drin und manchmal auch Jahre.“

▶ Folge 5 · 1:30:56

Auswahl und Einstieg

Eine Software scannt über 10.000 Aktien auf neue Hochs, gutes Volumen und relative Stärke. Erst nach dem Ausbruch aus einer Seitwärtsspanne folgen Fundamentalanalyse, Peer-Group- und Sektorvergleich und der Blick auf Insiderkäufe. Sind fünf oder sechs von sieben bis acht Faktoren positiv, steigt er ein, rund 95 Prozent der Kandidaten fliegen vorher raus.

„scannen wir den Markt. auf Aktien, die neue Hochs machen, gutes Volumen zeigen und relativ Stärke haben.“

▶ Folge 5 · 51:29

Portfolio und Positionsgröße

Die Marktphase bestimmt Positionsgröße und Cash-Quote. Bei Gegenwind startet eine neue Position mit 3 statt 5 Prozent, stark gelaufene Werte reduziert er gestaffelt. Er achtet darauf, nicht zu stark in einem Sektor gewichtet zu sein.

„mit der ersten Position nicht mit 5 % rein, dann geht man mit der ersten Position vielleicht mit 3 % dann rein.“

▶ Folge 5 · 1:15:04

Risiko und Verkauf

Er legt nie einen Stopp in den Markt. Den Stopp am unteren Rand der Ausbruchsspanne schreibt er auf, prüft ihn auf Schlusskursbasis und hinterlegt einen Alarm in der App. Zieht eine Krise auf, verkleinert er die Positionen und sichert den Rest mit Put- oder Short-Zertifikaten ab.

„Ich habe auch nie einen Stopp im Markt liegen, weil es gibt ja auch mal Bewegungen, wo ein ganz schwacher Tag ist“

▶ Folge 5 · 1:24:36

Fehler und was daraus wurde

Aus Sicherheitsdenken verkauft er manchmal Aktien mit intaktem Trend, die ein, zwei Jahre später ein Vielfaches wert sind. Heute will er Trends länger halten. Ist er von einer Aktie zu begeistert, wählt er die Position manchmal von Anfang an zu groß.

„dass ich eine Aktie dann verkaufe oder einen Teil verkaufe, wo es eigentlich gar keinen Grund dafür gibt, weil der Trend absolut intakt ist.“

▶ Folge 5 · 1:44:40

Umgang mit Verlusten

Er sieht Verluste als Information. Jeder abgeschlossene Trade wird im Team nachbesprochen, bei Verlusten mit der Frage, ob der Stopp zu eng war oder die Lage falsch eingeschätzt wurde. Kapitalerhalt hat für ihn hohen Rang.

„warum habe ich das Geld verloren, war der Stopp zu eng, habe ich die Situation falsch eingeschätzt“

▶ Folge 5 · 1:41:03

Arbeitsweise und Werkzeuge

Er tradet nebenberuflich, hauptberuflich ist er Rohstoffanalyst bei einem großen Automobilzulieferer. Sonntags geht er mit einem Kernteam von vier Leuten in einer mehrstündigen Sitzung Marktlage, Sektoren und Kandidaten durch. Unter der Woche liest er Börsenbriefe und Marktberichte, Alarme melden Stopps und Ausbrüche.

„wir haben das dann in unserem Screening, was wir meistens am Wochenende, am Sonntag machen, in der mehrstündigen Sitzung.“

▶ Folge 5 · 1:12:38

Marktphasen mit Intermarket-Analyse bestimmen

Neben der Trendfolge bestimmt er die Marktphase über Zinsen, Anleiherenditen, Sektorrotation, Rohstoffpreise, COT-Daten, Sentiment, Fondsmanager-Analysen und Saisonalität. Wie stark er diese Faktoren gewichtet, hängt von der jeweiligen Marktphase ab.

„Einmal die Trendfolge und das zweite Thema ist Marktphasenoptimierung.“

▶ Folge 5 · 22:02

Absicherung in großen Krisen

In der Finanzkrise fiel der Index um 45 Prozent, sein Depot schloss das Jahr mit knapp 2 Prozent Plus. In der Corona-Krise lag der Rückgang bei 7 bis 8 Prozent, der Markt verlor 30 bis 40 Prozent.

„Da bin ich mit einem ganz leichten Plus von knapp 2 Prozent in dem Jahr gewesen, obwohl der Markt ganz stark korrigiert hat.“

▶ Folge 5 · 20:01

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 5 →

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Paul Pleus Gast
Tolles Interview mit Torsten !
@heuw7379
super Interview, sehr viel mitgenommen, man merkt die Erfahrung, klare Strategie und mental sehr aufgeräumt, ich werde mir das später noch einmal anhören, Fragen wie immer sehr gut gestellt. 👍

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