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Begriff · Trading

Was ist das Handelsvolumen?

Handelsvolumen: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.

Kurz erklärt

Das Handelsvolumen ist die Zahl der Aktien oder Kontrakte, die in einem bestimmten Zeitraum an der Börse den Besitzer wechseln. Es zeigt, wie viel Interesse und Geld hinter einer Kursbewegung steckt. Trader nutzen es, um Ausbrüche zu bestätigen, und es entscheidet darüber, wie leicht sich eine Position kaufen und wieder verkaufen lässt.

Handelsvolumen: Definition und Erklärung

Das Handelsvolumen misst, wie viele Aktien, Futures-Kontrakte oder andere Wertpapiere in einem Zeitraum gehandelt werden, etwa an einem Tag, in einer Stunde oder innerhalb einer einzelnen Kerze. Im Englischen heißt es Volume. In den meisten Charts erscheint es als Balkendiagramm unter dem Kursverlauf. Wird das Volumen mit dem Kurs multipliziert, ergibt sich der Börsenumsatz in Euro oder Dollar.

Das Volumen hat zwei Gesichter. Als Analysewerkzeug zeigt es, wie viel Überzeugung hinter einer Bewegung steckt: Ein Kursanstieg mit stark steigendem Volumen gilt als besser gestützt als einer, bei dem kaum gehandelt wird. Als Maß für die Liquidität zeigt es, ob sich eine Position ohne großen Kurseinfluss aufbauen und wieder auflösen lässt. Bei wenig gehandelten Werten sind die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs, der Spread, meist breiter.

Wichtig ist der Vergleich: Ein absoluter Wert wie 500.000 Aktien sagt wenig, solange er nicht mit dem durchschnittlichen Volumen derselben Aktie verglichen wird. Erweiterte Verfahren wie das Volume Profile oder das Market Profile zeigen zusätzlich, auf welchen Preisniveaus besonders viel gehandelt wurde.

Handelsvolumen lesen: so funktioniert es

Die einfachste Auswertung ist das relative Volumen: Das Volumen eines Tages wird durch das durchschnittliche Tagesvolumen der letzten Wochen geteilt. Liegt der Wert deutlich über 1, handeln an diesem Tag ungewöhnlich viele Marktteilnehmer die Aktie.

Durchschnittliches Tagesvolumen (50 Tage)400.000 Aktien
Volumen am Tag des Ausbruchs1.200.000 Aktien
Relatives Volumen3,0-fach

In der klassischen Lesart gelten einige Muster als typisch:

Das Volume Profile trägt das Volumen nicht über die Zeit, sondern über die Preisniveaus ab. Der Preis mit dem höchsten Umsatz heißt Point of Control. Zonen mit viel Umsatz gelten als Bereiche, die der Markt als fairen Wert akzeptiert hat.

Für die Liquidität lohnt eine zweite Rechnung: Wer eine Position von 1 Million Euro in einer Aktie aufbauen will, die täglich nur für 10.000 Euro gehandelt wird, bräuchte rechnerisch 100 Handelstage, allein um sie zu kaufen, ohne den gesamten Tagesumsatz zu übernehmen.

Handelsvolumen in der Praxis

Kaum ein Trader nutzt das Volumen allein. Meist dient es als Bestätigung: Ein Ausbruch aus einer Seitwärtsphase, eine Unterstützung oder ein neues Hoch bekommen mehr Gewicht, wenn das Volumen mitspielt. Viele Aktien-Scanner filtern deshalb nach einem Mindest-Durchschnittsvolumen und nach Tagen mit auffällig hohem relativem Volumen. Im Daytrading auf Futures schauen manche Trader zusätzlich auf das Orderbuch und auf Volumen- und Market-Profile, um zu sehen, wo Käufer und Verkäufer aktiv sind.

Mindestens genauso wichtig ist das Volumen für die Frage, was sich überhaupt handeln lässt. Mit wachsendem Depot wird das zum Engpass:

Kritiker merken an, dass das Volumen letztlich nur eine Zusatzinformation zum Preis ist und sich je nach Markt unterschiedlich gut messen lässt, etwa bei Werten, die an vielen Börsenplätzen parallel gehandelt werden.

Handelsvolumen bei [Bulle & Mensch]

Für viele Gäste gehört das Volumen fest zur Analyse. Torsten Maus sieht ohne Volumen im Chart wenig und achtet bei Ausbrüchen auf hohes, bei Rücksetzern auf geringes Volumen. Dirk Siebenhaar sucht beim High Volume Close Ausbrüche mit dem zwei- bis dreifachen Durchschnittsvolumen und filtert seine Watchlist nach Aktien, die mit hohem Volumen gehandelt werden. Oliver Klemm arbeitet mit Market und Volume Profile und wertet es als Warnzeichen, wenn das Down-Volumen höher ist als das Up-Volumen. Erik Wimmer lässt Preis und Volumen zuerst in seine Handelslogik einfließen, und Larissa Kravitz nennt ein schwächer werdendes Handelsvolumen als einen Hinweis für den Ausstieg.

Andere Gäste betrachten das Volumen vor allem als Frage der Liquidität. Für Maximilian Robl ist die Handelsliquidität bei kleinen Börsenwerten das wichtigste Merkmal überhaupt, Christian Jagd und Paul Pleus achten mit wachsendem Kapital darauf, ob sich Positionen wieder verkaufen lassen, und Gerd Ackermann meidet Optionen mit wenig Volumen wegen der breiten Spreads. Es gibt auch Gegenstimmen: Wieland Arlt sieht im Preis die einzige Wahrheit und im Volumen nur eine zusätzliche Interpretation, Rüdiger Born ist nach eigenen Worten mit Volumen nie klargekommen, und Till Schwalm hat den Einstieg nach Volumensignalen ausprobiert, aber keine Freude daran gefunden.

💬 Was unsere Gäste über Handelsvolumen sagen

Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.

Unterschiedliche Perspektiven

GastAnsatz
Larissa KravitzSchwächeres Volumen als Ausstiegshinweis
Oliver KlemmDown-Volumen über Up-Volumen als Warnzeichen
Christian JagdLiquidität spricht für den US-Markt
Till SchwalmVolumensignale beim Einstieg, aber ohne Freude
Gerd AckermannOhne Volumen fressen Spreads den Ertrag
Dirk SiebenhaarAusbruch mit Vielfachem des Durchschnittsvolumens
Paul PleusWenig liquide Nebenwerte bewusst in Kauf genommen
Maximilian RoblHandelsliquidität als wichtigstes Kriterium
Wieland ArltPreis zählt, Volumen ist nur Interpretation
Erik WimmerGeringes Volumen macht Märkte schwer handelbar
Torsten MausRücksetzer mit wenig Volumen sind gesund

Die Aussagen im Wortlaut

Schwächeres Volumen als Ausstiegshinweis

„Das, was ich mir bisschen anschaue, ist, ob zum Beispiel das Trading-Volumen schwächer wird in einem Titel. […] Und wenn ich sehe, ein Titel, da wird nicht mehr wirklich nachgekauft, dann tendiere ich dazu auszusteigen.“
Larissa Kravitz Folge 32: Kein ETF ist sicher: Warum Larissa Kravitz vor der stillen Marktverzerrung durch ETF-Sparpläne warnt ▶ 1:22:03 auf YouTube

Down-Volumen über Up-Volumen als Warnzeichen

„Für mich ist zum Beispiel wichtig, dass ich sehe, ob die Marktbewegung unterstützt ist. […] Weil interessanterweise, was wir uns als Amateure nicht vorstellen können, verkaufen Institutionen in steigende Preise. […] du siehst Warnzeichen, dass quasi das Down-Volumen höher ist als das Up-Volumen.“
Oliver Klemm Folge 31: Die 368.000-Euro-Trader-Falle: Warum Oliver Klemm nie mehr gegen den Markt hält ▶ 11:08 auf YouTube

Liquidität spricht für den US-Markt

„Das ist auch wirklich ein Liquiditätsthema, gerade wenn man auch einen Fonds betreut oder Wikifolio betreut, was schon mit einem gewissen Volumen arbeitet. Da wird es in Europa oder in Deutschland speziell […] schon mit dem Handel eng teilweise mit der Liquidität, und das ist in Amerika einfach ziemlich unproblematisch.“
Christian Jagd Folge 22: Ex-Xetra-Händler verrät: So handeln Profi-Trader wirklich ▶ 1:01:05 auf YouTube

Volumensignale beim Einstieg, aber ohne Freude

„Volumen steigt, Aktie fällt, dann eher nicht kaufen, sondern halt noch warten. Nimmt das Volumen im fallenden Markt ab, dann ist es wahrscheinlich ein Punkt, wo dann irgendwann der Turnaround kommt, und dann kann man die Position eher einkaufen.“
Till Schwalm Folge 21: Wird künstliche Intelligenz bald besser investieren als wir? ▶ 1:18:36 auf YouTube

Ohne Volumen fressen Spreads den Ertrag

„Wenn du kein Volumen hast, ist das Angebot und Nachfrage sehr gering, dann gehen die Spreads auseinander und dann hast du halt sehr breite Spreads zwischen Kauf und Verkauf. […] Das kann dir das ganze Geschäft schon kaputt machen.“
Gerd Ackermann Folge 20: Mit Optionen 30-40 % Rendite erzielen - bei minimalem Verlustrisiko ▶ 1:06:36 auf YouTube

Ausbruch mit Vielfachem des Durchschnittsvolumens

„Das eine ist das High Volume Close. Das besagt einfach: Eine Aktie bricht aus. Ich schaue immer, dass sie eine große Base hat, dann bricht sie aus mit einem hohen Volumen, vielleicht im zwei- oder dreifachen über dem Durchschnitt. Dann weiß ich, okay, sie ist begehrt.“
Dirk Siebenhaar Folge 15: Öffentlich traden als Disziplin-Trick: Wie Dirk Siebenhaar mit engen Stopps den MSCI World schlägt ▶ 1:02:51 auf YouTube

Wenig liquide Nebenwerte bewusst in Kauf genommen

„Ich muss in Zukunft da mit Sicherheit mehr darauf achten, wie groß die Werte sind, die ich da kaufe. Es ist aber so, dass da einige Werte sind, die auch nicht so liquide sind. Nur da sage ich mir eben, ich weiß, was diese Firmen wert sind.“
Paul Pleus Folge 12: +79,7% Rendite bei minimaler Vola: Das 40-Jahre-Börsensystem von Ex-Citibank-Direktor Paul Pleus ▶ 1:48:42 auf YouTube

Handelsliquidität als wichtigstes Kriterium

„Wenn an der Börse nicht viel gehandelt wird, wenn jeden Tag 5000, 10.000 Dollar gehandelt wird, dann kann ich nicht in den Deal eine Million reinlegen. Bis ich die Position wieder weg habe, ist das Unternehmen vielleicht pleite.“
Maximilian Robl Folge 11: Vom Demokonto zum institutionellen Trader: Warum an der Börse laut Maximilian Robl niemand über Nacht erfolgreich wird ▶ 1:04:42 auf YouTube

Preis zählt, Volumen ist nur Interpretation

„Preis. Punkt. Alles andere ist entweder eine mathematische Ableitung, Indikatoren und Oszillatoren oder eben tiefergehende Interpretationen wie Volumen, da du einfach Informationen dazu legst. Am Ende der Preis und da, wo er am Ende steht, ist das, was entscheidet.“
Wieland Arlt Folge 7: Was dein Depot über dich verrät: Warum IFTA-Präsident Wieland Arlt Kontoauszügen nicht traut ▶ 52:09 auf YouTube

Geringes Volumen macht Märkte schwer handelbar

„Die Tiefe des Marktes zeigt im Grunde genommen die Anzahl der Marktteilnehmer aus. Habe ich jetzt ein hohes Volumen, habe ich viele Marktteilnehmer in dem Markt […]. Weil habe ich zu geringe Volumen aus dem Markt, dann habe ich ein sogenanntes Dumb-Money-Marktverhältnis.“
Erik Wimmer Folge 6: 40 Prozent Verlust über Nacht: Wie Erik Wimmer aus einem KI-Fehlgriff sein Handelssystem baute ▶ 11:38 auf YouTube

Rücksetzer mit wenig Volumen sind gesund

„[…] eine Aktie bricht bei 10 Euro aus, steigt auf 14 und geht dann Richtung 13, 12,5, also konsolidiert, dann ist es ein sehr positives Verhalten, wenn die Aktie von 14 auf 12,5 korrigiert, dass die Volumina dieser Abwärtsbewegung relativ gering sind. Das ist gesund, weil die Investoren bleiben an Bord.“
Torsten Maus Folge 5: Warum Torsten Maus 95 Prozent aller Kaufsignale konsequent ignoriert ▶ 1:19:04 auf YouTube

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