[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 15

Dirk Siebenhaar

Dirk Siebenhaar tradet Ausbrüche in stark gestiegenen, liquiden und schnell schwankenden Aktien, vor allem aus den USA, nach dem Vorbild von Mark Minervini und anderen Gewinnern der US Investment Championships. Er sucht Einstiege im Stunden- und 5-Minuten-Chart und sichert sehr eng ab.

Dirk Siebenhaar, Trader & ehemaliger KreativdirektorTrader & ehemaliger KreativdirektorTrack RecordWebsitestock3

Über Dirk Siebenhaar

Dirk Siebenhaar hat Kommunikationsdesign studiert und jahrelang als Kreativer in der Werbung gearbeitet, unter anderem für EDEKA, IKEA und Volkswagen. 2018 kam er über eine Börsenzeitschrift und ein Börsenspiel zum Aktienmarkt, zunächst als reines Hobby. Bei stock3 (damals Guidants) las er zuerst nur mit, postete irgendwann seine ersten Trades in einem kleinen Nebenstream und wurde über diesen Weg zum Experten mit öffentlichem Musterdepot. Heute schreibt Dirk Siebenhaar jeden Morgen seinen Marktausblick „Stocks in Play“, produziert Videos für den TraderMacher-Kanal und führt zwei Depots: das TenTrader-Musterdepot mit maximal zehn Positionen und ein bewusst kleines 10.000-Euro-Depot, mit dem er zeigt, dass es auch ohne großes Startkapital geht.

So tradet Dirk Siebenhaar

Aus dem Gespräch in Folge 15 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Im Musterdepot „Ten Trader“ handelt er fast nur Aktien und ETFs, hauptsächlich aus den USA, long only und ohne Derivate. Deutsche Titel wie SAP oder MTU nimmt er dazu, wenn die Formation passt. Im kleineren 10.000-Euro-Depot nutzt er Hebelprodukte mit zwei- bis dreifachem Hebel und Index-Shorts.

„im Ten Trader handle ich fast ausschließlich Aktien. Ich handle keine Derivate. Ich handle im Ten Trader kein Short“

▶ Folge 15 · 1:23:17

Haltedauer

Die durchschnittliche Haltedauer liegt bei acht bis zehn Tagen. Verlusttrades werden meist nach ein bis zwei Tagen ausgestoppt, weil die besten Aktien direkt ins Plus laufen.

„die durchschnittliche Haltendauer, die ich im Moment habe, sind glaube ich acht bis zehn Tage“

▶ Folge 15 · 1:37:23

Auswahl und Einstieg

Grundlage ist eine Watchlist von rund 150 Titeln aus aktuellen Themen. Ein Scan nach Marktkapitalisierung, Average Daily Range und Volumen soll etwa 50 Kandidaten liefern. Er kauft Konsolidierungen im Aufwärtstrend, oft schon vor dem Ausbruch, und stockt beim Ausbruch und beim Retest auf.

„Ich zum Beispiel kaufe selten diesen Ausbruch aus der Linie. Ich versuche mich schon einen Tick vorher zu positionieren.“

▶ Folge 15 · 1:30:31

Portfolio und Positionsgröße

Im Ten Trader hält er höchstens zehn Positionen, im 10.000-Euro-Depot meist höchstens vier. Seit der letzten Korrektur baut er Positionen schrittweise auf: Start mit 4 Prozent, Aufstockung auf 10 bis 15 Prozent, wenn der Trade läuft. Bei Aktien, die er gut kennt, geht er bis 20 Prozent.

„mittlerweile bin ich dazu übergangen zu sagen, ich kaufe nur 4 Prozent Position, wenn die angelaufen ist, erhöhe ich auf 10, 15 Prozent“

▶ Folge 15 · 1:55:28

Risiko und Verkauf

In fast allen Trades liegt der Stopp nach dem Einstieg unter dem aktuellen Tagestief. Über Einstiege im 5-Minuten-Chart kommt er teils mit 1 bis 1,5 Prozent Risiko in den Trade. Ab 5 Prozent Minus in einer Position ist für ihn Alarm.

„in der Regel fast zu 95 % setze ich den Stopp nach dem Einstieg unter das aktuelle Tagestief“

▶ Folge 15 · 1:38:30

Fehler und was daraus wurde

2018 kaufte er zehn große Markenaktien als Langfristdepot und verlor im Handelskrieg rund 7000 Euro. Er verkaufte aus Angst alles, stieg wieder ein und räumte das Depot bei der inversen Zinskurve erneut. Gehalten hätte es nach seiner Schätzung heute 350 bis 400 Prozent gebracht.

„Da habe ich alles verkauft. Ich habe diese 7000 Euro Verlust realisiert, habe alles verkauft“

▶ Folge 15 · 17:59

Umgang mit Verlusten

Ab 12 Prozent Drawdown im Depot schrillen bei ihm alle Alarmglocken. Aus einem zuletzt ungewöhnlich großen Drawdown in einem nachrichtengetriebenen Seitwärtsmarkt zog er die Lehre, Nachrichten und fremde Tradeideen zurückzufahren. Seine Trefferquote liegt bei fast 50 Prozent.

„Und wenn ich ein Depot-Drawdown habe von 12%, dann gehen auch alle Alarmglocken an, weil ab da beschleunigt sich die Mathematik, die gegen mich arbeitet.“

▶ Folge 15 · 2:03:16

Arbeitsweise und Werkzeuge

Er steht gegen 5 Uhr auf und schreibt morgens seinen Marktausblick „Stocks in Play“. Die Haupthandelszeit liegt zwischen 16 und 17.30 Uhr, die erste halbe Stunde nach der US-Eröffnung lässt er oft bewusst aus. Sein Playbook mit allen Setups überarbeitet er jeweils zu Jahresbeginn.

„Die Haupthandelszeit wirklich ist für mich von, ich sag mal von vier bis halb sechs.“

▶ Folge 15 · 1:45:16

Die Base im Stundenchart

Sein Standard-Setup ist der Ausbruch aus einer Base im Stundenchart. Mit nur diesem einen Setup führte er das Musterdepot drei Monate lang durch eine schwache Marktphase, nach eigener Aussage erfolgreich.

„das ist mein Easy Money Trade, sag ich, mein Setup, das mich immer wieder nach Hause führt, wenn es dunkel ist draußen“

▶ Folge 15 · 1:12:52

Feste Regeln für Teilgewinne

Nach 15 bis 20 Prozent Anstieg in wenigen Tagen nimmt er ein Viertel oder ein Drittel Gewinn mit und zieht den Stopp auf Einstand. Wird er selbst zu euphorisch, ist das ein festes Signal für Gewinnmitnahmen.

„nehme ich zwischen 15 und 20%, auch ein bisschen abhängig vom Umfeld, ein Viertel oder ein Drittel Gewinn mit, ziehe den Stopp auf Einstand“

▶ Folge 15 · 1:59:28

Musterdepot als Regeltest

Den Ten Trader legte er an, um zu prüfen, ob strikte Regeln besser abschneiden. Das private Depot lief schlechter als das Musterdepot. Trades gegen die eigenen Regeln passieren ihm bis heute, etwa zuletzt bei Palantir.

„Das führte dann dazu, dass mein privates Depot schlechter lief als das Ten Trader Depot, in dem ich meine Regeln eingehalten habe“

▶ Folge 15 · 1:18:09

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 15 →

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… Großartiges Interview und so faszinierend Euch beiden zuzuhören, da vergehen die 2:24 Stunden wie im Flug …
… Eines der besten und ehrlichsten Interviews. Eine wichtige Hilfe für alle, die mit dem Trading beginnen wollen oder es verbessern möchten. …
@heuw7379
… Super die Fragen gestellt, Kanal frisch gefunden, Abo gleich da gelassen, bin auf die anderen Interviews gespannt.
Schöner Nerd-Talk. Traden aus Leidenschaft und ohne Lambo-Gedöns. Bin über Dirk neu auf den Kanal hier gestoßen und werde wohl in die anderen (offenbar langen) Inhalte auch noch reinschauen.

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