Profis antworten
Was machen Profis nach einer Verlustserie? Weiterhandeln oder Pause
„Was machst du nach einer Verlustserie?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Antworten kamen im Gespräch, meist wenn es um Trefferquote, Drawdowns oder schwierige Phasen ging. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Keiner wirft nach ein paar Verlusten sein System weg. Rüdiger Born, Robin Kömel und Oliver Klemm sehen den einzelnen Trade als Zufall und rechnen über viele Trades. Wer eine getestete Strategie hat, hält die Serie aus.
Wo sie sich unterscheiden
Bei der Frage, ob man weiterhandelt. Born hatte vor einigen Monaten fast nur Verlierer in Folge und hat unverändert weitergemacht, kurz danach war jeder Trade im Plus. Erik Wimmer und Dirk Siebenhaar gehen dagegen raus, wenn der Markt nicht zu ihnen passt, und warten. Uwe Jännert holt sich Abstand am Rhein und in der Sauna, Max Schulz sitzt in so einer Phase von früh bis abends im Büro.
Was das für dich heißt
Rechne vorher aus, welche Serie deine Strategie aushalten muss. Kömel kommt in zwei Strategien auf eine Trefferquote von 41 Prozent, Born auf rund 40 Prozent. Da sind fünf Verlierer hintereinander normal. Torsten Maus warnt vor dem Reflex, nach drei, vier schlechten Trades schnell irgendwo einen Gewinn mitzunehmen, nur damit etwas gesichert ist.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Rüdiger Born | Fast nur Verlierer in Folge, unverändert weitergehandelt |
| Robin Kömel | Fünf Verlierer in Folge sind ein kleiner Weg nach unten |
| Oliver Klemm | Immer dieselbe Entscheidung nach den eigenen Regeln |
| Michael Pisnyachevskiy | Serien gehören dazu, es zählt die Summe der Trades |
| Erik Wimmer | Ohne Gespür für den Markt bleibt er draußen |
| Dirk Siebenhaar | Läuft der Markt gegen ihn, ist Nichthandeln das Schlauste |
| Uwe Jännert | Spazieren am Rhein, Sauna und Gespräche über das Setup |
| Max Schulz | Im Drawdown von früh bis abends im Büro |
| Torsten Maus | Nach drei, vier Verlusten nicht hastig Gewinne sichern |
Weiterhandeln nach Plan
Fast nur Verlierer in Folge, unverändert weitergehandelt
„Also war nicht schön zuzugucken. So, und dann habe ich aber weiter gemacht, weil wir kennen unsere Ansätze, wir wissen, was wir dazu tun haben […] Kurze Zeit später ging es senkrecht nach oben.“
Fünf Verlierer in Folge sind ein kleiner Weg nach unten
„Solche Verlustphasen, können natürlich auch super weh tun, das ist bei mir auch so, aber prinzipiell, wenn jetzt auch mal fünf Trades hintereinander schief gehen, dann sehe ich das einfach nur so, es ist einfach nur jetzt einfach mal ein kleiner Weg nach unten, bis es dann wieder nach oben geht.“
Immer dieselbe Entscheidung nach den eigenen Regeln
„Der einzige Weg ist aber immer, dieselbe Entscheidung zu treffen, weil wir in einer probabilistischen Umwelt leben. Es geht nur Wahrscheinlichkeiten.“
Serien gehören dazu, es zählt die Summe der Trades
„Also es kann sein, dass du alles richtig machst und es trotzdem nicht funktioniert. Das muss man einfach akzeptieren. Das heißt, es ist erstmal wichtig, dass die Strategie in Summe positiv ist.“
Raus aus dem Markt und warten
Ohne Gespür für den Markt bleibt er draußen
„Natürlich aber, wenn man das Gespür für Markt verliert, dann hilft natürlich auch ... Die härteste Analysetechnik nix, wenn man einfach das Gespür dafür nicht mehr hat. Und dann sollte man auch draußen bleiben und warten, bis man wieder das Gespür dafür integriert hat.“
Läuft der Markt gegen ihn, ist Nichthandeln das Schlauste
„Das Schlauste ist eigentlich zu erkennen, wann ein Markt gegen einen läuft und dann nicht zu handeln. In diesem Fall habe ich auf die sehr harte, sehr schmerzliche Weise gelernt, dass ich das nicht hingekriegt habe, sonst hätte ich das früher erkannt.“
Abstand gewinnen und aufarbeiten
Spazieren am Rhein, Sauna und Gespräche über das Setup
„Da kann ich auch nur eins sagen, was dabei hilft, ist spazieren gehen. Ich wohne hier im Monheim am Rhein, direkt am Rhein, am Rhein schön spazieren gehen. Ein Saunabesuch hilft Wunder, also kann ich auch nur jedem empfehlen.“
Im Drawdown von früh bis abends im Büro
„Und wenn wir aber Drawdown haben, dann sitzen wir halt von früh bis abends im Office und überlegen uns, wie wir daraus kommen. Und genau das ist diese Phase, wo man sich am besten entwickelt.“
Nach drei, vier Verlusten nicht hastig Gewinne sichern
„Was auch passiert, man drei, vier schlechte Trades hat, dass man dann vielleicht sagt, ach, man nimmt bei dem anderen jetzt noch einen Gewinn mit, damit man irgendwie noch bisschen was sichert, das sind so Sachen, die sollte man vermeiden.“



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