Podcast-Gast · Folge 1
Michael Pisnyachevskiy
Michael Pisnyachevskiy wählt fundamental starke Einzelaktien aus und plant den Einstieg mit Elliott Waves, meist als Swing-Trade über einige Wochen. Eine Strategie handelt er nur, wenn er begründen kann, warum er damit Geld verdienen muss.
Über Michael Pisnyachevskiy
Michael Pisnyachevskiy begann mit dem Trading noch in der Schule, ungefähr in der siebten Klasse Gymnasium. Ursprünglich wollte er als Freelancer arbeiten, stellte aber fest, dass der Einstieg dort schwieriger war als gedacht, und stieß so auf das Trading. Später studierte er an der TU Wien, ein zeitintensives Studium, das ihm die Flexibilität des Day Tradings besonders passend erscheinen ließ, weil er von zu Hause aus arbeiten und selbst entscheiden konnte, wann er handelt.
Sein erster Kontakt mit Märkten war ein Schulexperiment mit einem Demo-Broker im Wirtschaftskunde-Unterricht. Danach eröffnete er bei einem CFD-Broker ein Echtgeldkonto, obwohl er zu diesem Zeitpunkt weder wusste, was CFDs noch was Hebel bedeuten. Seit diesem ersten, unwissentlichen Short-Trade hat er nach eigener Aussage jahrelang verschiedenste Strategien getestet, viele Rückschläge erlebt und dabei vor allem eines gelernt: Disziplin.
Der aktuelle Ansatz von Michael Pisnyachevskiy kombiniert fundamentale Aktienauswahl mit Elliott Waves als Timing-Werkzeug für den Einstieg. Als nächste Kapitel nennt er Optionen und Rohstoff-Futures. Optionen ausdrücklich, weil sie nicht lineare Instrumente sind und sich damit Risk-Reward-Verhältnisse konstruieren lassen, die mit normalen Aktien nicht erreichbar sind.
So tradet Michael Pisnyachevskiy
Aus dem Gespräch in Folge 1 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Er handelt Einzelaktien, Daytrading hat er hinter sich gelassen. Daneben hat er sich mit langfristigem Investieren angefreundet, weil die rund 7 Prozent des Index „besser als nichts“ sind. Als Nächstes will er sich Optionen und Rohstoff-Futures erarbeiten.
„ich habe mich langsam angefreundet, auch einfach längerfristig zu investieren und zu sagen, gut, die 7 Prozent“
▶ Folge 1 · 1:58:35
Haltedauer
Seine Elliott-Wave-Trades sind Swing-Trades auf dem Tageschart. Entweder sucht er einen guten Einstieg für ein Investment, oder er hält die Position einige Wochen.
„Entweder man sucht einen guten Einstieg für Investment oder man sagt, es ist wirklich ein Trade für ein paar Wochen.“
▶ Folge 1 · 1:28:37
Auswahl und Einstieg
Zuerst kommt das fundamentale Screening, zum Beispiel das Kurs-Umsatz-Verhältnis im Verhältnis zur Wachstumsrate. Erst dann sucht er mit Elliott Waves den Einstieg, bevorzugt vor einer dritten Impulswelle. Sieht er in einer Korrektur erst zwei Bewegungen nach unten, wartet er die dritte ab.
„es ist tatsächlich sehr wichtig, man auf ein fundamental starkes Unternehmen auswählt“
▶ Folge 1 · 1:32:17
Risiko und Verkauf
Er betrachtet jede Position zuerst vom Risiko her und fragt, wie viel er bereit ist zu riskieren. Stop-Loss-Orders hat er immer gesetzt und nicht verschoben.
„ich muss alles von der Sicht des Risikos betrachten. Es ist nie der Profit, den ich mir vorstelle“
▶ Folge 1 · 2:06:56
Fehler und was daraus wurde
Im Daytrading nahm er Gewinne viel zu früh mit und ließ Verluste bis zum Stop laufen. Die wöchentliche Auswertung seines Brokers zeigte es ihm: Verlustpositionen hielt er stundenlang, Gewinnpositionen nur Minuten.
„in einer verlustposition sitze ich teilweise in paar stunden und in der profit position sitze ich ein paar minuten“
▶ Folge 1 · 39:36
Umgang mit Verlusten
Für ihn ist Trading Statistik. Auch ein Trade nach allen Regeln kann verlieren. Wichtig ist, dass die Strategie über viele Trades in Summe positiv ist.
„weil es ist alles Statistik. Also es kann sein, dass du alles richtig machst und es trotzdem nicht funktioniert.“
▶ Folge 1 · 23:29
Arbeitsweise und Werkzeuge
Die Recherche zu Einzelaktien macht er von Hand. Weil er heute weniger Zeit hat als früher, hat er mit dem Ansatz noch keine große Zahl an Trades. Einige so eröffnete Positionen laufen gut.
„Ich habe noch nicht die große Schlagzahl an Trades, wo ich dann sagen kann, jawohl, das funktioniert“
▶ Folge 1 · 1:33:27
Erst die Frage nach dem Edge
Bevor er eine Strategie testet, muss er beantworten können, warum er damit Geld verdienen wird. Ohne diese Antwort ist sie für ihn „Casino und Hoffnung“.
„Wenn ich auf diese Frage keine Antwort habe, meine Strategie keine Berechtigung.“
▶ Folge 1 · 1:34:50
Ineffizienzen abseits von Bitcoin
Er sucht Ineffizienzen dort, wo wenige hinschauen, und ignoriert Bitcoin bewusst. Eine Arbitrage zwischen einem Gold-Future auf einer Kryptobörse und einem Gold-CFD mit drei bis vier Prozent Spread scheiterte, weil ein Kurssprung über Nacht den Short-Teil schneller ins Minus trieb, als er Geld nachschieben konnte. Wegen der nötigen Infrastruktur verfolgt er Arbitrage nicht weiter.
„dass man einfach dorthin schaut, wo die meisten nicht hinschauen, also Bitcoin bewusst ignoriert.“
▶ Folge 1 · 1:41:33
Follow the plan
Sein Leitsatz lautet „Follow the plan, control the risk“. Regeln will er ohne Emotionen umsetzen. Seine Disziplin sieht er deutlich verbessert, aber noch nicht am Ziel.
„es muss ein Plan sein und man muss eiskalt nach dem Plan agieren, man sich gesetzt hat, komplett emotionslos“
▶ Folge 1 · 2:06:25
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