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Was ist ein Bärenmarkt?
Bärenmarkt: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Ein Bärenmarkt ist eine längere Phase fallender Kurse an der Börse. Als Faustregel gilt ein Minus von mindestens 20 Prozent vom letzten Hoch, gemessen an einem breiten Index. Das Gegenteil ist der Bullenmarkt mit steigenden Kursen. Bärenmärkte dauern meist Monate bis Jahre und verändern, welche Aktien und Strategien funktionieren.
Definition von Bärenmarkt
Ein Bärenmarkt beschreibt die Richtung des ganzen Marktes über eine längere Zeit, nicht einen schlechten Tag. Der Name kommt vom Bild des Bären, der mit der Tatze von oben nach unten schlägt. Der Bulle stößt mit den Hörnern von unten nach oben, daher heißt die Phase steigender Kurse Bullenmarkt.
Die übliche Grenze liegt bei 20 Prozent unter dem letzten Hoch. Ein Rückgang von 10 bis 20 Prozent heißt meist Korrektur. Die Grenze ist eine Konvention, keine Regel der Börse. Ein Crash kann in wenigen Tagen in einen Bärenmarkt führen. Ein Bärenmarkt kann sich aber auch über Jahre ziehen, wie nach dem Platzen der Dotcom-Blase: Von März 2000 bis März 2003 verlor der DAX mehr als 70 Prozent.
Auf Englisch heißt er Bear Market, im älteren deutschen Börsenjargon Baisse. Das Gegenstück dazu ist die Hausse.
Wie erkennst du einen Bärenmarkt?
Gemessen wird vom letzten Hoch eines breiten Index, zum Beispiel des S&P 500 oder des MSCI World. Ein Beispiel mit runden Zahlen:
| Hoch des Index | 5.000 Punkte |
|---|---|
| Minus 10 % (Korrektur) | 4.500 Punkte |
| Minus 20 % (Bärenmarkt) | 4.000 Punkte |
| Nötiger Anstieg zurück aufs Hoch | +25 % |
Die letzte Zeile zeigt die Rechnung, die viele unterschätzen: Nach 20 Prozent Minus braucht der Index 25 Prozent Plus, um wieder am Hoch zu stehen. Nach 50 Prozent Minus sind es 100 Prozent.
Festgestellt wird ein Bärenmarkt erst im Nachhinein, wenn die 20 Prozent erreicht sind. Ob der Markt danach weiter fällt oder dreht, weiß in dem Moment niemand. Typische Begleiter sind steigende Volatilität, eine schwache Marktbreite (immer weniger Aktien steigen noch) und Kursanstiege, die schnell wieder abverkauft werden.
Bärenmarkt in der Praxis
Profis fragen in einem Bärenmarkt weniger, wann er endet, als was er mit ihrem Depot macht. Ein paar Ansätze aus der Praxis:
- Cash-Quote: Manche Investoren erhöhen ihren Barbestand, wenn sie weniger Chancen sehen, und investieren ihn wieder, wenn der Markt dreht.
- Strategie prüfen: Ausbruchs- und Momentum-Strategien funktionieren in fallenden Märkten oft schlecht. Wer seine Strategie nur im Bullenmarkt getestet hat, kennt ihre schwachen Phasen nicht.
- Kaufzonen festlegen: Andere legen sich vorher Marken fest, etwa 10 und 20 Prozent unter dem Hoch, und kaufen dort gestaffelt.
- Depot vorher bauen: Ein Depot, das nur im steigenden Markt funktioniert, musst du im Bärenmarkt umbauen, also genau dann, wenn Entscheidungen am schwersten fallen.
Leerverkäufe und Absicherungen über Optionen sind möglich, verlangen aber Erfahrung. Wer per Sparplan investiert, kauft im Bärenmarkt mit jeder Rate mehr Anteile für dasselbe Geld.
Bärenmarkt bei [Bulle & Mensch]
Bei [Bulle & Mensch] erzählen mehrere Gäste, wie fallende Märkte ihre Arbeit verändern. Michael Pisnyachevskiy hatte sich gerade eine Ausbruchsstrategie aufgebaut, als um 2022 der Bärenmarkt begann. Für ihn war das die Lehre, dass keine Strategie immer funktioniert. Larissa Kravitz hat die Bärenmärkte der frühen 2000er erlebt und warnt, dass die junge Generation von Anlegern noch keinen echten Bärenmarkt kennt.
David Pieper beobachtet, dass auch Profis nach zehn Jahren Bullenmarkt schwer verkaufen können. Mirco Recksiek nutzt die 20-Prozent-Marke auf Indexebene als Signal, Positionen aufzubauen. Dominik Doster setzt auf große Unternehmen mit mehreren Standbeinen, deren Vorteile man oft erst im Bärenmarkt sieht.
Was meine Gäste über Bärenmarkt sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Dominik Doster | Breite Geschäfte zeigen ihre Stärke im Abschwung |
| Larissa Kravitz | Junge Anleger kennen keinen Bärenmarkt |
| Mirco Recksiek | Ab 20 Prozent Minus kauft er |
| David Pieper | Nach Jahren im Bullenmarkt fällt Verkaufen schwer |
| Michael Pisnyachevskiy | Ausbruchsstrategie zur falschen Zeit |
Die Aussagen im Wortlaut
Breite Geschäfte zeigen ihre Stärke im Abschwung
„Und ein diversifiziertes Geschäft kann sehr viele Vorteile bieten. […] Das hat einfach auch operative Vorteile. Die sieht man oft nicht im Bullenmarkt, die sieht man aber im Bärenmarkt.“
Junge Anleger kennen keinen Bärenmarkt
„Das heißt, die aktuelle junge Generation an Investoren und Investorinnen hat noch nie einen echten Bärenmarkt erlebt. Und ich glaube, dass das das Verhalten sehr stark prägt.“
Ab 20 Prozent Minus kauft er
„Wenn wir jetzt von 10 bis 20 Prozent in eine korrektive Bewegung gehen, das ist ja kurz vor Bärenmarkt, unter 20 Prozent auf Index-Ebene ist Bärenmarkt, da gucke ich schon, dass ich dann Positionen reinstelle.“
Nach Jahren im Bullenmarkt fällt Verkaufen schwer
„Ich würde behaupten, ein professioneller Marktteilnehmer macht vielleicht weniger Fehler als der Retailer, aber viel mehr als man denkt, weil auch er ist nur ein Mensch. […] Wenn er 10 Jahre in dem Bullenmarkt ist, fällt es ihm schwer, jetzt auf einmal Aktien zu verkaufen.“
Ausbruchsstrategie zur falschen Zeit
„Ich glaube, es war [2022] herum, [als] der [Bärenmarkt] losging, und jetzt habe ich eine tolle Strategie für den [Bullenmarkt] und es ist [Bärenmarkt]. […] Aber genau zu dem Zeitpunkt war mir dann schon bewusst, eine Strategie kann nicht immer grün sein.“



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Noch Fragen zu Bärenmarkt? Frag [Bulle & Mensch]
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- „Was sagen die Gäste über Bärenmarkt?“
- „Wie geht Dominik Doster mit Bärenmarkt um?“
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