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Was ist ein Börsencrash?
Börsencrash: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Ein Börsencrash ist ein plötzlicher, starker Kurseinbruch an den Aktienmärkten, meist innerhalb weniger Tage oder Wochen. Eine feste Grenze gibt es nicht, oft ist von einem zweistelligen Minus in kurzer Zeit die Rede. Bekannte Beispiele sind der Schwarze Montag 1987, das Platzen der Dotcom-Blase, die Finanzkrise 2008 und der Corona-Crash 2020.
Börsencrash: Definition und Erklärung
Ein Börsencrash ist ein ungewöhnlich schneller und tiefer Kurssturz, der viele Aktien gleichzeitig trifft. Meist kommen mehrere Dinge zusammen: hohe Bewertungen, ein Auslöser und Panik. Wenn viele Anleger gleichzeitig verkaufen wollen, fehlen die Käufer, und die Kurse fallen sprunghaft.
Vom Crash zu unterscheiden ist der Bärenmarkt, eine länger anhaltende Abwärtsphase, in der Fachsprache meist ab einem Rückgang von 20 Prozent. Ein Crash kann der Beginn eines Bärenmarkts sein, muss es aber nicht. Der Corona-Crash 2020 etwa war heftig, wurde aber innerhalb weniger Monate wieder aufgeholt.
Crashs gehören zur Börse. Für Anleger ist deshalb weniger wichtig, ob einer kommt, sondern wie sie sich darin verhalten. Die teuersten Fehler passieren oft in der Panik, wenn nahe dem Tiefpunkt verkauft wird.
Börsencrash: bekannte Crashs im Überblick
Ein Crash folgt häufig einem ähnlichen Muster: Auf eine lange Phase steigender Kurse folgt ein Auslöser, etwa eine Pleite, ein Schock von außen oder eine Zinswende. Dann verstärkt sich der Abverkauf selbst: Stopps werden ausgelöst, Kredite nachgefordert, Fonds müssen verkaufen, weil Anleger ihr Geld abziehen.
Bekannte Rückgänge des US-Index S&P 500, gerundet:
| Schwarzer Montag 1987 (ein Tag) | rund 20 % |
|---|---|
| Dotcom-Blase 2000 bis 2002 | rund 49 % |
| Finanzkrise 2007 bis 2009 | rund 57 % |
| Corona-Crash 2020 | rund 34 % |
Die Erholung dauerte sehr unterschiedlich lange. Nach dem Corona-Crash erreichte der S&P 500 schon im August 2020 wieder ein Rekordhoch, nach der Dotcom-Blase und der Finanzkrise dauerte es jeweils mehrere Jahre. Der deutsche Aktienmarkt traf die Dotcom-Blase noch härter, weil viele Werte am Neuen Markt fast vollständig an Wert verloren.
Wie tief ein Crash ein Depot trifft, zeigt der Drawdown. Dabei gilt die Mathematik der Erholung: Nach 50 Prozent Minus braucht es 100 Prozent Plus, um wieder beim alten Stand zu sein.
Börsencrash in der Praxis
Einen Crash zuverlässig vorherzusagen, gelingt praktisch niemandem. Viele Profis setzen deshalb darauf, vorher vorbereitet zu sein, statt erst im Moment zu reagieren.
Typische Regeln für den Umgang mit einem Crash:
- Vorher festlegen, was man tut: ab einer Grenze verkaufen, absichern oder bewusst durchhalten,
- Liquidität halten: Wer Cash hat, kann günstig nachkaufen und muss nicht am Tiefpunkt verkaufen,
- Sparpläne weiterlaufen lassen: Regelmäßige Käufe profitieren von niedrigen Kursen,
- Absicherung über Put-Optionen oder eine geringere Aktienquote, wenn das Risiko als hoch eingeschätzt wird,
- Kein Hebel ohne Plan: Gehebelte Positionen und Kredite können im Crash zu Zwangsverkäufen führen.
Im Crash selbst ändern sich auch die Handelsbedingungen. Spreads werden breiter, bei manchen Hebelprodukten stellt der Emittent zeitweise keine Kurse, und Stop-Loss-Orders werden oft deutlich unter dem Stoppkurs ausgeführt. Welcher Weg passt, hängt vom Anlagehorizont und von den eigenen Nerven ab.
Börsencrash bei [Bulle & Mensch]
Fast jeder Gast bei [Bulle & Mensch] hat mindestens einen großen Crash erlebt, und die Lehren daraus sind verschieden. Bernhard Mitterlehner steigt mit seinem Trendsystem in großen Krisen früh aus, räumt aber ein, dass der Crash von 1987 dafür zu schnell war. Torsten Maus beschreibt, wie sich die Ereignisse in einem Crash wie eine Kettenreaktion überschlagen, und Gerd Ackermann erlebte im Corona-Crash, dass Emittenten zeitweise keine Kurse mehr stellten.
Andere sehen im Crash vor allem eine Chance. Tim Schäfer kauft in Krisen mit seinen Sparplänen konsequent weiter, und Thomas Sparkojote erinnert daran, dass viele, die im Corona-Crash eingestiegen sind, ein, zwei Jahre später deutlich im Plus lagen. Dr. Hendrik Leber kennt die Rückschläge alle paar Jahre aus Jahrzehnten als Fondsmanager, und Dominik Doster rät, sich schon im Bullenmarkt auf die nächste Krise vorzubereiten.
💬 Was unsere Gäste über Börsencrash sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Dr. Dr. Rainer Zitelmann | Im Corona-Crash gekauft, fast verdreifacht |
| Tristan Post | KI-Blase wird platzen – deshalb aus KI-Aktien raus |
| Mirco Recksiek | Im echten Bärenmarkt fällt alles, auch Bitcoin |
| Hendrik Leber | Alle zwei bis fünf Jahre ein großer Rückschlag |
| Christoph Gum | Dotcom-Crash mit 22 erlebt – alles verloren, eingraviert |
| Gerd Ackermann | Im Crash stellen Emittenten oft keine Kurse |
| André Doerk | Crash-Schlagzeilen als Anlass, nach Schnäppchen zu suchen |
| David Pieper | 200-Tage-Linie hätte große Crashs großteils vermieden |
| Uwe Jännert | Im Crash Firmen mit mehr Cash als Börsenwert kaufen |
| Torsten Maus | Im Crash fehlen die Käufer |
| Bernhard Mitterlehner | 1987: zu schnell für jedes Trendsystem |
| Thomas Sparkojote | Corona-Crash: kurz und eine Chance zum Einstieg |
Die Aussagen im Wortlaut
Im Corona-Crash gekauft, fast verdreifacht
„Aber in dem Fall war es gut, weil der Fond, den ich damals im Corona Crash für 100 gekauft habe, der ist jetzt aktuell […] wenn man den Aktien-Split umrechnet, ist der bei 280. Das heißt, hat sich fast verdreifacht seitdem.“
KI-Blase wird platzen – deshalb aus KI-Aktien raus
„Ich glaube sehr stark daran, dass wir eine Bubble haben und dass die Blase platzen wird. Und da wollte ich nicht die ganzen KI-Aktien halten, die mir gerade viel zu hoch bewertet erscheinen, wo die Leute diesem Hype hinterherlaufen.“
Im echten Bärenmarkt fällt alles, auch Bitcoin
„Ich glaube, es würde ein Moment sein, wo Gold, Silber, alle Rohstoffe, alle Aktien, alles wirklich fällt, weil man einfach risk-off macht. Man geht mal wirklich mit dem Risiko mal aus dem Markt komplett raus. Und da geht man dann auch aus Bitcoin und Krypto raus.“
Alle zwei bis fünf Jahre ein großer Rückschlag
„Etwa alle zwei bis fünf Jahre gab es erhebliche Rückschläge. Da denkt man, man hat es geschafft und dann kommt ein 11. September und dann kommen so die Nachwehen des Internet-Crashs und es will keiner mehr investieren.“
Dotcom-Crash mit 22 erlebt – alles verloren, eingraviert
„Das habe ich live erlebt, ich habe damals mein Geld verdient an der Börse und habe wieder alles verloren wie jeder Anleger, ich war damals 22 Jahre alt. […] Sowas wird nicht abgespeichert auf der Festplatte, das wird eingraviert.“
Im Crash stellen Emittenten oft keine Kurse
„Im Corona-Crash war das ganz extrem. […] In solchen Phasen kauft keiner an der Börse diese Dinger. Das heißt, man kriegt sie nicht los und der Emittent stellt einfach keinen Kurs.“
Crash-Schlagzeilen als Anlass, nach Schnäppchen zu suchen
„Und natürlich, wenn überall steht Börsencrash […]. Dann ist das natürlich ein Anlass für mich zu sagen, okay, jetzt kann ich ja mal tiefer in […] meine Aktien gucken, ob es da vielleicht ein oder andere Schnäppchen gibt.“
200-Tage-Linie hätte große Crashs großteils vermieden
„Das heißt, 1929 hätte man mit einer einfachen 200-Tage-Linie, hätte man den Großteil des Crashes vermeiden können. Neuer Marktbubble 2000 bis 2003 hätte man vermeiden können, Großteil. Finanzkrise hätte man zum Großteil vermeiden können. Corona war nicht so gut, weil es zu schnell ging.“
Im Crash Firmen mit mehr Cash als Börsenwert kaufen
„Aber es gab zum Anfang, Mitte und Ende des Crashes im neuen Markt sehr viele Firmen und da haben einige sich eine goldene Nase verdient, ich leider nicht, die dann eben diszipliniert die Firmen gekauft haben, wo die noch mehr Cash hatten als der Kurs an der Börse war.“
Im Crash fehlen die Käufer
„Wenn dann dieser Crash beginnt, dann überschlagen sich die Ereignisse, dann kommt die eine Meldung, dann kommt die nächste Meldung. Das ist wie eine Kettenreaktion. Da gibt es keine Käufer im Markt und Kurse fallen deswegen sehr schnell, weil alle durch diese Tür raus wollen.“
1987: zu schnell für jedes Trendsystem
„Mit einer Ausnahme in den letzten 50 Jahren, das war der große Crash von 1987, da ist es innerhalb weniger Tage massiv nach unten gegangen. Da hätte auch meine Methode nicht funktioniert. […] Ein Jahr später waren die Kurse wieder da, wo sie vor dem Crash waren.“
Corona-Crash: kurz und eine Chance zum Einstieg
„Dieser Pandemie-Crash war kurz und schmerzlos. Das waren ein paar Monate und dann ist das Ding schon wieder recovered. […] Viele, die auch dort begonnen haben, genau in diesem Crash zu investieren, sind dann ein, zwei Jahre später mit massiven Gewinnen unterwegs gewesen.“
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