Podcast-Gast · Folge 30
Tristan Post
Tristan Post bringt Unternehmen und Menschen bei, mit KI zu arbeiten, und hält Privatanleger dabei für im Vorteil, weil sie die besten Werkzeuge sofort nutzen können.
Über Tristan Post
Tristan Post ist Gründer und CEO des AI Strategy Institute München. Vor rund zehn Jahren stieg er in die KI-Beratung ein. Damals war das ein rein technisches Thema, das sich nur wenige Großunternehmen leisten konnten. Er unterrichtete Statistik und Ökonometrie an der London School of Economics, baute den KI-Management-Kurs an der TU München von 40 auf über 1.000 Studierende aus und berät heute als Faculty Member für Generative KI die Boston Consulting Group sowie als Berater das UNDP. Mit seinem Institut hat er unter anderem die KI-Strategie der Stadt München mitentwickelt. Im Juli 2026 erschien sein Fachbuch „AI Native“ im Hanser Verlag, im Oktober 2026 folgt sein zweites Buch „10 harte Wahrheiten über Künstliche Intelligenz“, geschrieben zusammen mit Klaus Madzia, ehemaligem Chefredakteur der Börse Online. Privat investiert er seit rund zehn Jahren konsequent in KI-nahe Werte, ohne öffentliches Musterdepot, aber mit klaren eigenen Thesen.
Tristan Post im Steckbrief
Aus dem Gespräch in Folge 30 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Was er macht
Post leitet das AI Strategy Institute in München. Er berät Unternehmen und Städte, wie sie KI in ihre Abläufe einbauen. Er unterrichtet auch Menschen im Umgang mit KI. Dabei geht es ihm weniger um einzelne Werkzeuge, sondern um vier Fähigkeiten. Die wichtigste ist das Urteilsvermögen: Ist das, was die KI liefert, richtig, wichtig und aktuell? Sein Buch „AI Native“ beschreibt, wie klassische Firmen mit Firmen mithalten, die ganz auf KI aufgebaut sind.
„mein Hauptjob ist ja eigentlich, den Menschen beizubringen, wie KI funktionieren und KI zu verstehen“
▶ Folge 30 · 1:08:57
Seine Kernthese
Mit generativer KI ist aus einem Technikproblem eine Geschäftsfrage geworden, so wie beim Wechsel vom Großrechner zum PC. Man muss nicht mehr programmieren und keine eigenen Modelle trainieren. Privatanleger haben dabei einen Vorsprung, denn Firmen prüfen jedes Werkzeug erst über Compliance und Datenschutz. Wer privat nur mit seinen eigenen Daten arbeitet, entscheidet selbst, welches Risiko er eingeht.
„Mit generativer KI ist was sehr Spannendes passiert, nämlich aus einem Tech-Problem ist ein Business-Problem geworden.“
▶ Folge 30 · 12:22
Was er Anlegern rät
KI ist für ihn kein besseres Google, sondern ein Sparringspartner. Man soll ihr sagen, wer man ist, wie alt man ist und was im Depot liegt, und eine eigene These mit ihr durchspielen. Er selbst ist so auf Firmen gestoßen, die Antriebe für Roboter bauen. Die Entscheidung bleibt aber beim Anleger. Wo viel auf dem Spiel steht, soll die KI immer zurückfragen, bevor etwas passiert.
„Ich bin am Ende des Tages aber dafür verantwortlich, ob ich die jetzt übernehme und ob ich dann rein investiere“
▶ Folge 30 · 38:18
Wie er KI selbst nutzt
Ein KI-Agent macht jeden Monat seine Reisekostenabrechnung. Er liest dafür Kalender und E-Mails und fragt nach, wenn eine Reise unklar ist. Früher hat das einen halben Tag gedauert. Ohne Programmierkenntnisse hat er in einer halben Stunde eine App gebaut, die er bei Vorträgen auf der Bühne zeigt.
„Es hat mich in der Vergangenheit, hat mich das einen halben Tag gekostet. Jetzt dauert es für mich immer fünf Minuten“
▶ Folge 30 · 1:23:34
Sein Blick auf die Märkte
Post hält viele KI-Aktien für zu hoch bewertet und rechnet damit, dass die Blase in zwei bis fünf Jahren platzt. Er vergleicht die Lage mit den 1920er-Jahren: neue Technik, Euphorie und viele Privatanleger an der Börse, danach der Crash.
„Ich glaube sehr stark daran, dass wir eine Bubble haben und dass die Blase platzen wird.“
▶ Folge 30 · 1:45:04
Und privat?
Wie sein Vater investiert er in das, womit er arbeitet. Er war früh in Palantir, Nvidia, Google und Microsoft. Im Jahr vor dem Gespräch hat er alle KI-Aktien verkauft, das meiste Geld liegt seitdem auf dem Konto oder steckt in seiner eigenen Firma. Mit kleinen Beträgen setzt er jetzt auf die nächste Welle: Robotik, Strom für Rechenzentren, Kernfusion und neue Chips. Sein Satz für den Bildschirm lautet „Investiere nur, was du auch verlieren kannst.“
„ich bin tatsächlich aus allen meinen KI-Aktien letztes Jahr raus. Ich hab alles verkauft“
▶ Folge 30 · 1:40:13
Was ihm Sorgen macht
Die erste Generation, die mit KI studiert hat, schreibt fehlerfreie Texte, aber oft ohne Substanz. Ihr fehlt die Erfahrung aus Versuch und Irrtum, die man braucht, um Ergebnisse der KI zu beurteilen.
„ich habe jetzt ganz viele perfekt geschriebene Aufsätze auf Englisch, aber die sind qualitativ teilweise kompletter Müll“
▶ Folge 30 · 1:03:59
Buchtipps von Tristan Post
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Alle Gäste →Kommentare
Mehr Erfahrungen →Wieder ein sehr interessantes Video. Stimme 100% zu - Privatanleger haben mit KI einen Vorteil, weil sie plötzlich dieselben Analyse‑Werkzeuge nutzen können wie institutionelle Fonds/Teams …
Eine wirklich klasse Folge. ❤ Ich denke auch, dass jeder private Investor den Vorteil der KI nutzen sollte. Wie, muss jeder durch praktisches Anwenden herausfinden. Ich selbst nutze sie zur Aktienanalyse, Ideenfindung und Sparringspartner etc. … Auch wenn die Folge lang war, sehr kurzweilig und gut nachgefragt.















