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Was ist das Risikomanagement?

Risikomanagement: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.

Kurz erklärt

Risikomanagement ist die Gesamtheit aller Regeln, mit denen Trader und Anleger Verluste begrenzen und ihr Kapital schützen. Dazu gehören vor allem Stop-Loss, Positionsgröße und Streuung. Ziel ist nicht, Verluste zu vermeiden, sondern sie so klein zu halten, dass auch eine längere Verlustserie das Depot nicht ernsthaft gefährdet.

Risikomanagement: Definition und Erklärung

Risikomanagement beschreibt alle Regeln, mit denen ein Trader oder Anleger festlegt, wie viel er verlieren darf und wie er Verluste begrenzt. Im Englischen spricht man von Risk Management, oft zusammen mit Money Management, also der Frage, wie viel Kapital in einen einzelnen Trade fließt.

Der Grund dafür ist eine einfache Rechnung: Verluste und Gewinne wirken nicht symmetrisch. Wer 50 Prozent verliert, braucht danach 100 Prozent Gewinn, um wieder beim Ausgangswert zu sein. Je tiefer der Rückgang, desto schwerer der Weg zurück.

Gutes Risikomanagement sorgt deshalb dafür, dass kein einzelner Fehler und keine Verlustserie das Depot aus dem Spiel nimmt. Es entscheidet nicht darüber, ob ein Trade gewinnt, sondern darüber, wie teuer ein Irrtum wird.

Risikomanagement im Trading: die Bausteine

Risikomanagement setzt auf mehreren Ebenen an. Die wichtigsten Bausteine greifen ineinander:

Wie stark das Risiko pro Trade wirkt, zeigt eine Serie von zehn Verlusten in Folge, jeweils gerechnet vom aktuellen Depotwert:

Depot100.000 €
Risiko pro Trade1 %
Zehn Verluste in Folgerund 9.560 €
Depot danachrund 90.440 €

Mit 5 Prozent Risiko pro Trade wären nach derselben Serie rund 40 Prozent des Depots weg. Um das wieder aufzuholen, bräuchte es danach einen Gewinn von rund 67 Prozent.

Risikomanagement in der Praxis

Im Alltag besteht Risikomanagement vor allem aus Regeln, die vor dem Einstieg feststehen. Verbreitet sind:

Trader steuern ihr Risiko meist über Stopps und Positionsgröße. Langfristige Investoren arbeiten häufiger mit Gewichtung, Streuung und einer klaren Investment-These: Bricht die These, wird verkauft.

Der schwierigste Teil ist nicht die Rechnung, sondern die Disziplin. Viele Anleger beschäftigen sich erst nach einem großen Verlust ernsthaft mit dem Thema. Wer die eigenen Regeln in einem Trading-Journal festhält und regelmäßig überprüft, merkt früher, wenn er von ihnen abweicht.

Risikomanagement bei [Bulle & Mensch]

Kaum ein Thema taucht in den Gesprächen so oft auf wie Risikomanagement. Max Schulz nennt es das A und O und sieht darin das eigentliche Geschäft an der Börse. Gerd Ackermann rechnet mit 1 Prozent Risiko pro Trade, David Pieper sieht die Verantwortung allein beim Trader, und Oliver Klemm betont, dass man sich an die eigenen Regeln halten muss, um in jedem Fall zu überleben.

Die Umsetzung sieht dabei sehr unterschiedlich aus. Torsten Maus hält einen definierten Ausstieg für unverzichtbar, Uwe Jännert erinnert an die Mathematik hinter großen Verlusten. Till Schwalm setzt als langfristiger Investor keinen harten Stopp, sondern schreibt seine Investment-These auf und verkauft, wenn sie bricht.

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💬 Was unsere Gäste über Risikomanagement sagen

Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.

Unterschiedliche Perspektiven

GastAnsatz
Oliver KlemmAn die Regeln halten, um zu überleben
Till SchwalmInvestment-These aufschreiben, bei Bruch verkaufen
Gerd Ackermann1 % Risiko pro Trade verhindert den Crash
Max SchulzRisikomanagement begrenzt, Geldmanagement vermehrt
David PieperVerantwortung liegt beim Trader, nicht beim Markt
Uwe JännertOberste Regel: kein Geld verlieren
Torsten MausOhne definierten Ausstieg keine Strategie

Die Aussagen im Wortlaut

An die Regeln halten, um zu überleben

„Du musst dich ganz klar an deine Regeln halten mit deinem Risikomanagement und muss dadurch wissen, dass du, egal was passiert, überlebst.“
Oliver Klemm Folge 31: Die 368.000-Euro-Trader-Falle: Warum Oliver Klemm nie mehr gegen den Markt hält ▶ 1:46:01 auf YouTube

Investment-These aufschreiben, bei Bruch verkaufen

„Mein Risikomanagement ist, dass ich das Unternehmen wirklich weiter begleite und monitoriere und ich meine Investment-These, wenn ich einsteige, aufschreibe. Und wenn die bricht, verkaufe ich.“
Till Schwalm Folge 21: Wird künstliche Intelligenz bald besser investieren als wir? ▶ 52:23 auf YouTube

1 % Risiko pro Trade verhindert den Crash

„Mit einem vernünftigen Risikomanagement wirst du ja nicht gecrasht, egal wie du es machst […] es bleiben dir 99 % übrig, wenn dieser Trade jetzt gerade schief geht.“
Gerd Ackermann Folge 20: Mit Optionen 30-40 % Rendite erzielen - bei minimalem Verlustrisiko ▶ 17:17 auf YouTube

Risikomanagement begrenzt, Geldmanagement vermehrt

„Risikomanagement sorgt dafür, dass wenn man falsch liegt, dass man wenig verliert. Und Geldmanagement sorgt dafür, dass wenn man richtig liegt, dass man mehr verdient.“
Max Schulz Folge 18: Millionen mit Rohstoffen: Max Schulz' System mit nur einer Analyse pro Woche ▶ 1:35:31 auf YouTube

Verantwortung liegt beim Trader, nicht beim Markt

„Viele haben gesagt, der blöde Trump. Ich sage, stopp. Nein, nein. Fehler. […] Du bist als Trader fürs Risikomanagement zuständig. Heute ist es Trump, morgen Iran, sonstiges.“
David Pieper Folge 10: Vom Bankanalysten zum Options-Stillhalter: Wie David Pieper mit technischer Analyse ein zweites Börseneinkommen aufbaut ▶ 45:41 auf YouTube

Oberste Regel: kein Geld verlieren

„Das Wichtigste ist wirklich, du darfst kein Geld verlieren. Und ich sag's nochmal, wenn du 50 % verlierst, musst du 100 % gewinnen.“
Uwe Jännert Folge 8: Vom Hebelkönig zum defensiven Nebenwerte-Strategen: Wie Uwe Jännert 37 Jahre an der Börse überlebt hat ▶ 1:46:08 auf YouTube

Ohne definierten Ausstieg keine Strategie

„Man braucht auch immer ein Stop-Loss und eine Risikomanagement-Strategie beim Trading. Man kann die besten Ideen haben, aber wenn die Aktie das einfach nicht hergibt und die Aktie fällt, dann braucht man irgendwo einen definierten Stop-Loss.“
Torsten Maus Folge 5: Warum Torsten Maus 95 Prozent aller Kaufsignale konsequent ignoriert ▶ 10:41 auf YouTube

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