Rohstoff-Trading mit COT-Daten: Max Schulz
Wie Max Schulz mit COT-Daten, Rohstoff-Futures und radikaler Transparenz aus 14.000 Dollar über 1,5 Millionen gemacht hat und warum er nach der ersten Million in ein Motivationsloch fiel.
Max Schulz startete 2014 mit 14.000 Dollar und riskierte anfangs 7 bis 8 Prozent pro Trade. Fünf Verlusttrades hätten das halbe Konto gekostet. Er hatte Glück, viele Märkte fielen in starken Trends, und das Konto stieg über 50.000. Die erste Million erreichte er nach acht Jahren, zwei Jahre früher als geplant. Bei rund 1,5 Millionen Dollar wechselte er in den Kapitalschutzmodus.
Max Schulz handelt eine COT-Strategie mit Rohstoff-Futures. Die Positionen der Commercials zeigen ihm, in welchem Markt sich ein Trend aufbaut, die Charttechnik liefert den Einstieg, das Risikomanagement die Positionsgröße. Analysiert wird nur am Wochenende, unter der Woche führt er bloß aus. Im Gespräch zeigt er seinen Handelsplan und erklärt, warum er Gewinne passiv und Risiken aktiv managt.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Sein Regelwerk, 7 Punkte: Depot 1 · Auswahl 1 · Einstieg 1 · Routine 2 · Psychologie 1 · Risiko 1
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RegelDepotUnabhängig von Buy & Holdmargenbasiert Rohstoffe stehen nicht in Konkurrenz zu Buy & Hold: Wer Aktien aktiv handelt, muss den Gesamtmarkt schlagen. Der Rohstoffmarkt läuft unabhängig davon, ist margenbasiert. Das Kapital arbeitet nach seiner Aussage doppelt.
Zitat & Begründung
„der zweite Vorteil der Rohstoffmarkt mit Futures, wenn man das mit Futures umsetzt, ist ja margenbasiert“ ▶ 5:35
- Wer Aktien aktiv handelt, muss nach seiner Sicht den Gesamtmarkt schlagen. Das traute er sich nicht zu.
- Der Rohstoffmarkt läuft unabhängig vom Aktienmarkt, deshalb konkurriert er nicht mit Buy and Hold.
- Weil Futures margenbasiert sind, muss er kein Kapital aus dem Depot abziehen. Es arbeitet doppelt.
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RegelAuswahlRund 40 Märkte, 2 bis 3 Trends40 Märkte120 Chancen im Jahr Rund 40 liquide Märkte, etwa 120 Chancen pro Jahr: Rohstoffe, Indizes, Währungen, Anleihen sowie Bitcoin- und Ethereum-Futures, mit zwei bis drei Trends pro Markt und Jahr.
Zitat & Begründung
„In jedem Markt also haben wir pro Jahr 2 bis 3 Handelsmöglichkeiten in Form von einem kurz bis mittel- oder langfristigen Trend.“ ▶ 29:46
- Neben Rohstoffen handelt er auch Indizes, Währungen und Anleihen nach demselben Ansatz.
- So kommt er auf rund 40 liquide Märkte mit je zwei bis drei Trends pro Jahr.
- Das ergibt etwa 120 Trades im Jahr, rund zweieinhalb pro Woche.
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RegelEinstiegDen Commercials folgenCOT-Daten Die Commercials sind die Datenquelle: Erzeuger und Verarbeiter sichern sich nur ab, wenn sie ein Risiko sehen. Laut Max Schulz zeigen ihre Positionen Trends, „bevor sie entstehen“.
Zitat & Begründung
„diese Daten sind super, die Trends zu erkennen, bevor sie entstehen“ ▶ 1:24:43
- Die Commercials sind Erzeuger und Verarbeiter, die sich nur absichern, wenn sie ein Risiko am Horizont sehen.
- Sie sind nach seiner Einschätzung besser informiert als alle anderen Marktteilnehmer.
- Beim Konflikt zwischen Iran und den USA hatten sie schon lange vorher ein Kaufsignal geliefert.
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RätRoutineErst ein Jahr Demokonto1 Jahr DemoKlare Aussage Mindestens ein Jahr Demokonto: Erst danach hat man sich in seinen Worten das Recht verdient, eigenes Geld zu handeln.
Zitat & Begründung
„ich würde immer empfehlen, Demo-Handel mindestens ein Jahr zu machen, sich selbst zu beweisen, dass man das Recht hat, eigene Geld zu verwalten“ ▶ 30:55
- Ein paar Wochen reichen nach seiner Erfahrung nicht aus.
- Mit rund 120 Trades im Demohandel bekommt man ein statistisch belastbares Gefühl, ob der Ansatz funktioniert.
- Erst dann hat man sich in seinen Worten das Recht verdient, eigenes Geld zu traden.
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RätRoutineProzess vor Strategiejede WocheKlare Aussage Der Prozess schlägt die Strategie: Es gebe mehr profitable Strategien als Trader, die sie umsetzen können. Worauf es ankomme: jede Woche nach Schema F am Markt zu sein.
Zitat & Begründung
„der Erfolg liegt quasi nicht nur in der Strategie, weil es gibt ja viel mehr profitable Strategien als Trader gibt“ ▶ 1:32:09
- Sonntags analysiert er immer die Daten und entscheidet nach demselben Schema F.
- Wer mal handelt und mal nicht, verpasst womöglich die großen Trends, etwa im Sommerurlaub.
- Viele Strategien scheitern für ihn nicht an sich, sondern an einem fehlenden Prozess.
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RegelPsychologieÖffentlich handelnKlare Aussage Transparenz als Realitätscheck: Wer öffentlich handelt, kann Drawdowns nicht kleinreden und trifft laut Max Schulz deshalb bessere Risikoentscheidungen.
Zitat & Begründung
„diese Transparenz ist für mich einfach die beste Schutz, die beste Versicherung“ ▶ 57:03
- Alle Trades kündigt er vorher in seiner Community an, auch die offenen Positionen sind dokumentiert.
- Öffentlich fühlt sich eine Krise für ihn zehnmal extremer an.
- So kann er Drawdowns nicht kleinreden. Er sieht darin einen Schutz vor seinen menschlichen Schwächen.
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RegelRisikoSchutzmodus ab 1,5 Mio. $0,3 bis 0,6 % Risiko Erfolg kann bremsen: Nach 1,5 Millionen Dollar wechselte er in den Kapitalschutzmodus, senkte das Risiko auf 0,3 bis 0,6 Prozent und steht seither auf der Stelle.
Zitat & Begründung
„ab einer bestimmten Summe und das ist bei 1,5 Millionen passiert, so dass mir das Erkenntnis kam, dass ich in den Schutzmodus wechseln muss“ ▶ 1:03:04
- Bis 1,5 Millionen handelte er mit 2 % Risiko pro Trade, danach wurden ihm die Summen zu groß.
- Heute riskiert er 0,3 bis 0,6 % pro Trade, das Stoppmanagement ist viel aggressiver.
- Er nennt das ein mentales Thema und die schwierigste Phase auf dem Weg zu 10 Millionen.
Meinungen von Max Schulz aus dem Gespräch, keine Anlageberatung. Zitate wörtlich, die Zeitmarke springt zur Stelle im Video.
Wie Max Schulz aus dem Larry-Williams-System sein eigenes gemacht hat
Vor dem System stand das Ausprobieren. Max Schulz handelte Knock-out-Zertifikate, Optionsscheine, CFDs und Forex, weil Interactive Brokers für Day Trading mit Aktien damals 25.000 verlangte. Nach jedem Verlusttrade wechselte er die Strategie, auf Risiko achtete er nicht. Die Influencer, denen er folgte, zeigten nur Gewinne und keinen einzigen Drawdown.
In der Hochschulbibliothek, in der er arbeitete, und im Internet stieß er immer wieder auf Larry Williams, der beim Trading World Cup in einem Jahr aus 10.000 1,1 Millionen gemacht hatte. Weil auch Schüler wie Andrea Unger, viermal Weltmeister, mit dem Ansatz gewannen, hielt er ihn für reproduzierbar. Sein Ziel war, in zehn Jahren aus 14.000 Dollar eine Million zu machen. Er versprach sich, nur noch einem Experten und einer Strategie zu folgen, legte mit einem Kumpel für den Kurs zusammen, testete das Regelwerk im Backtest und danach auf dem Demokonto.
2014 ging er mit echtem Geld an den Markt, Micro-Futures gab es damals kaum. Mit rund 30 Trades im ersten Jahr kam er über 50.000, danach reichten 3 bis 4 Prozent Risiko pro Trade. Die längste Verlustserie in der Geschichte der Strategie fiel nicht in seinen Start. Den ersten echten Drawdown erlebte er zwei Jahre später bei einem Konto von 200.000.
Nach etwa vier Jahren baute er das System um. Das Sentiment flog raus, ein eigenes COT-Signal hatte er von Anfang an, eine Zeit lang behandelte er vier offene Trades wie einen einzigen. 2022 startete er eine zweite COT-Strategie mit 50.000 und beendete das Jahr mit über 200.000.
So funktioniert die COT-Strategie von Max Schulz
Die Auswahl beginnt bei den COT-Daten. Seine Datenquelle sind die Commercials, also Erzeuger und Verarbeiter wie Bauern, Starbucks oder Coca-Cola, die viel Zucker einkauft. Große Fonds und Banken zählen zu den Large Speculators, auf deren Seite er selbst handelt. Die COT-Daten liefern rund 200 Signale im Jahr, in Trendrichtung etwa 80, und ein Signal kann bis zu zwei Monate gelten. Indizes handelt er nur long, ein Verkaufssignal nutzt er dort, um die Position zu verkleinern.
Saisonalität dient als Bestätigung, Benzin steigt in der Ferienzeit, Heizöl wird im August eingekauft. Wetterdaten bestimmen, wie lange er bleibt. Wirkt ein Wechsel von La Niña zu El Niño beim Kakao rund zwölf Monate, bleibt er etwa so lange im Markt. Wettermärkte wie Natural Gas sind Impulsmärkte, dort wartet er auf keine Korrektur, steigt mit dem Impuls ein und arbeitet mit engerem Stopp.
Den Einstieg liefert die Charttechnik. Entsteht ein COT-Signal in einer Konsolidierung, plant er den Trade am Ausbruch. Er nutzt nur Rechteck, Dreieck, Schulter-Kopf-Schulter und Tasse mit Henkel, Indikatoren kaum noch. Er schaut auf den nicht adjustierten Continuous-Kontrakt, weil die Adjustierung alte Unterstützungen verzerrt. Die Positionsgröße folgt aus dem maximalen Risiko. Bei 1 Prozent auf 100.000 Dollar sind das 1.000 Dollar, liegen zwischen Einstieg und Stopp 500 Dollar pro Kontrakt, handelt er zwei Kontrakte. Den Stopp setzt er nach Marktstruktur, das Kursziel liegt weit weg, meist schließt der Trailing Stop die Position.
Analysiert wird nur am Wochenende. Dann aktualisiert er die COT-Datei, geht Indizes, Anleihen, Währungen und Rohstoffe Markt für Markt durch und setzt in der gezeigten Woche sechs Märkte auf die Watchlist. Unter der Woche fasst er keinen neuen Markt an. Zwischen 20 und 21 Uhr geht der Handelsplan mit Einstieg, Stopp und Kursziel an die Community, gültig ab 0 Uhr.
Max Schulz als Trader und Familienvater zwischen Sicherheit, Stagnation und der Suche nach dem alten Antrieb
Bis 1,5 Millionen Dollar handelte Max Schulz mit 2 Prozent Risiko. Seine schlechteste Woche lag bei minus 64.000, die beste bei plus 105.000. Seine Mutter, die seinen YouTube-Kanal abonniert hat, rief nach Minuswochen an und fragte, ob alles okay sei, nach Pluswochen riet sie zur Eigentumswohnung. Als ihm die Summen zu groß wurden, ging er erst auf 1 Prozent, heute stehen pro Trade höchstens rund 10.000 Euro im Risiko.
Nach der ersten Million fiel er in ein Motivationsloch und hängte an das Ziel eine Null an, 10 Millionen. Seit rund zwei Jahren kommt er über 1,5 Millionen nicht hinaus. Als Vater von zwei Kindern ist er stark in die Sicherheit gegangen, mit dem Drive wurde auch das Gefühl kleiner, mit dem er etwa einen Sonnenuntergang erlebt. Der aktuelle Drawdown von etwa 7 Prozent, sein zwölfter, beunruhigt ihn nicht.
Geholfen haben ihm der siebentägige Hoffmann-Prozess zur Beziehung zu den Eltern, EMDR bei kleineren Blockaden und die Arbeit mit den eigenen Schattenseiten. Einmal im Jahr geht er zum Psychologen, so wie er Blutwerte prüfen lässt, bezahlt aus seinem Weiterbildungsbudget. Auf den Zettel am Bildschirm schreibt er, dass Risikomanagement der Schlüssel zum Erfolg an der Börse ist.
Was das für dich heißt
Max Schulz hat aus 14.000 Dollar rund 1,5 Millionen gemacht. Den Unterschied macht für ihn nicht die Strategie, sondern der Prozess:
- Er hat mindestens ein Jahr auf dem Demokonto gehandelt, bevor er echtes Geld eingesetzt hat. Wie lange hast du deine Strategie geprüft, bevor echtes Geld daran hing?
- Er analysiert nur am Wochenende und führt unter der Woche nur noch aus. Triffst du deine Entscheidungen, bevor der Markt öffnet, oder während die Kurse laufen?
- Er prüft jedes Wochenende, ob seine Trades nach Regelwerk liefen, und arbeitet sonst am Prozess. Schaust du nach einer Woche nur auf Gewinn und Verlust, oder auch darauf, ob du dich an deine Regeln gehalten hast?
- Er geht einmal im Jahr zum Psychologen, so wie andere zum Gesundheitscheck. Was tust du regelmäßig, um deinen Kopf so ernst zu nehmen wie deine Strategie?
Weiter in der Reihe Trading Weltmeisterschaft: Folge 14 →
Seine Positionen
Welche Anlagen Max Schulz im Gespräch nennt: was er hält, kritisch sieht oder meidet (Stand: Aufnahme im Mai 2026).
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HältRohstoffeSchwerpunkt, wenig korreliert5:16 Zitat
„Und deswegen habe ich mich für Rohstoffe entschieden.“
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HältFuturesmargenbasiert, Kapital arbeitet doppelt5:35 Zitat
„der zweite Vorteil der Rohstoffmarkt mit Futures, wenn man das mit Futures umsetzt, ist ja margenbasiert“
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HältIndizes, Anleihen, Währungenper Future, gleiche Signale1:38:21 Zitat
„So bei Indizes, bei Bonds, geh ich in Währung, dann kommen die Rohstoffe“
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HältBitcoin und Ethereumper Future1:33:47 Zitat
„jetzt mit Indizes, mit Währung, es gibt noch zwei Futures dazugekommen für Bitcoin und Ethereum“
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SkeptischAktien aktiv handelnBuy & Hold schwer zu schlagen2:52 Zitat
„es ist ziemlich schwierig, dann Buy and Hold zu schlagen, weil man muss ja besser sein als der Gesamtmarkt“
Meinungen aus dem Gespräch, keine Anlageberatung. Zitate wörtlich, die Zeitmarke springt zur Stelle im Video.
Buchtipps von Max Schulz
Buchtipps aller Gäste →Weitere Folgen
Alle Folgen ansehen →Max Schulz hat Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzen studiert, danach bei einem großen Rohstoffunternehmen gearbeitet und dort seinen Zugang zu den Rohstoffmärkten gefunden.
Aus den Kommentaren
Mehr Erfahrungen →Sehr sehr interessantes interview mit tiefen Einblick ins Trading, bin froh es entdeckt zu haben! vielen dank für eure Arbeit macht weiter so!
Sehr wertvolles Interview, ich habe viel mitgenommen. Max war sehr ehrlich und transparent sowie demütig->menschlich sehr sympathisch und fachlich top …
Begriffe aus dieser Folge
Profis antworten
Lies, was Max Schulz dazu sagt, neben den Antworten der anderen Profis:
- Wie sieht dein Tagesablauf aus?Max Schulz: Wochenende Analyst, Woche Trader
- Was war dein größter Drawdown, und was hast du dann gemacht?Max Schulz: Härteste Phase ab 1,5 Millionen, seitdem Kapitalschutzmodus
- Wie viel riskierst du pro Trade?Max Schulz: 0,3 bis 0,6 Prozent pro Trade, früher 2 Prozent
- Wie hast du deinen Stil gefunden?Max Schulz: Fokus auf einen Ansatz und einen Experten: Larry Williams
- Wie viel Zeit kostet dich dein Ansatz?Max Schulz: Analyse nur am Wochenende, unter der Woche nur ausführen













