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Was ist eine Kryptowährung?

Kryptowährung: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.

Kurz erklärt

Eine Kryptowährung ist ein digitaler Vermögenswert, der ohne Bank oder Zentralbank auskommt und dessen Transaktionen in einer dezentralen Datenbank, der Blockchain, verbucht werden. Das bekannteste Beispiel ist Bitcoin mit einem auf 21 Millionen Einheiten begrenzten Angebot. Kryptowährungen gelten als sehr schwankungsanfällig; ob sie als Geld, Wertspeicher oder reine Spekulation taugen, ist umstritten.

Kryptowährung: Definition und Erklärung

Eine Kryptowährung ist ein rein digitaler Vermögenswert, dessen Eigentum und Übertragungen kryptografisch gesichert und in einem dezentralen Register gespeichert werden. Im Englischen spricht man von Cryptocurrency oder allgemeiner von Crypto Assets. Die erste und bis heute größte Kryptowährung ist Bitcoin, 2008 in einem Whitepaper unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto beschrieben und 2009 gestartet. Alle anderen Coins werden meist als Altcoins bezeichnet, darunter Ethereum als zweitgrößte Kryptowährung.

Anders als Aktien stehen hinter einer Kryptowährung keine Gewinne, Dividenden oder Zinsen. Ihr Preis entsteht allein aus Angebot und Nachfrage. Befürworter sehen vor allem Bitcoin wegen seines festen Angebots als digitales Gold und Schutz vor Geldentwertung. Kritiker halten dagegen, dass Kryptowährungen für ein Zahlungsmittel zu wenig verbreitet und für einen Wertspeicher zu schwankungsanfällig sind.

Kennzeichnend ist die hohe Volatilität: Kursrückgänge von 50 Prozent und mehr kamen bei Bitcoin mehrfach vor, bei kleineren Coins bis hin zum Totalverlust. Hinzu kommen besondere Risiken wie die Pleite einer Handelsplattform, verlorene Zugangsschlüssel oder Betrug. In der EU regelt seit 2024 die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets), welche Anbieter Kryptowerte anbieten und verwahren dürfen.

Kryptowährung einfach erklärt: so funktioniert es

Grundlage ist die Blockchain: ein öffentliches Kassenbuch, das auf tausenden Rechnern gleichzeitig liegt. Neue Transaktionen werden zu Blöcken gebündelt und kryptografisch an die vorherigen Blöcke gekettet. Wer einen alten Eintrag ändern wollte, müsste alle folgenden Blöcke mit ändern. Das macht Fälschungen praktisch unmöglich, ohne dass eine Bank die Buchungen prüfen muss.

Bei Bitcoin bestätigen sogenannte Miner die Blöcke mit viel Rechenleistung (Proof of Work) und erhalten dafür neue Bitcoin als Belohnung. Diese Belohnung halbiert sich etwa alle vier Jahre (Halving), bis rund 21 Millionen Bitcoin im Umlauf sind. Ethereum arbeitet inzwischen mit Proof of Stake und erlaubt zusätzlich Smart Contracts, also Programme, die auf der Blockchain automatisch ausgeführt werden.

Wer Kryptowährungen besitzt, besitzt eigentlich einen privaten Schlüssel (Private Key), der in einer Wallet liegt. Liegen die Coins bei einer Börse, verwahrt diese den Schlüssel. Daher der Merksatz Not your keys, not your coins. Wegen der starken Schwankungen spielt die Gewichtung im Depot eine große Rolle, wie das Beispiel zeigt:

Depot100.000 €
Anteil Kryptowährung (5 %)5.000 €
Kursrückgang der Kryptowährung50 %
Verlust in Euro2.500 €
Verlust bezogen auf das Gesamtdepot2,5 %

Ein halbierter Kurs trifft ein breit gestreutes Depot mit kleiner Beimischung also deutlich schwächer als ein Depot, das überwiegend aus Kryptowährungen besteht.

Kryptowährung in der Praxis

Der Zugang zu Kryptowährungen ist heute einfach: über Kryptobörsen, Neobroker, börsengehandelte Produkte wie ETPs oder in den USA Bitcoin-ETFs. Wer die Coins selbst verwahren möchte, nutzt eine eigene Wallet, etwa eine Hardware-Wallet. Beides hat Vor- und Nachteile: Bei einer Plattform besteht das Risiko einer Pleite, bei der Eigenverwahrung das Risiko, den Schlüssel zu verlieren. In Deutschland sind Gewinne aus privat gehaltenen Kryptowährungen nach derzeitiger Rechtslage nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei.

Marktteilnehmer nutzen Kryptowährungen sehr unterschiedlich:

Kryptowährung bei [Bulle & Mensch]

Für einige Gäste haben Kryptowährungen, vor allem Bitcoin, einen festen Platz. Mirco Recksiek von Bitcoin2Go sieht in Bitcoin den Kern des Marktes, hält Altcoins aber für ungeeignet zum langfristigen Vermögensaufbau: Ein guter Anwendungsfall sei noch kein gutes Investment. Dr. Hendrik Leber kaufte Bitcoin schon 2016 privat und für seinen Fonds und begründet das mit dem begrenzten Angebot. Thomas Sparkojote stellt Bitcoin auf eine Stufe mit Gold und verlor seine ersten Coins durch die Pleite einer Plattform, seitdem hält er sie in der eigenen Wallet. Bernhard Mitterlehner investiert nur indirekt über ETFs und Aktien von Kryptobörsen. Trader wie Michael Pisnyachevskiy und Erik Wimmer nutzen den Kryptomarkt als Handelsfeld mit Ineffizienzen und starker Abhängigkeit von Stimmung und Geldpolitik.

Es gibt auch deutliche Gegenstimmen. Dr. Dr. Rainer Zitelmann hält Kryptowährungen nicht für eine Währung, weil sie weder als Zahlungsmittel noch als Wertspeicher taugen. Philipp Haas zählt Bitcoin wie Gold zu den Spekulationsobjekten ohne laufende Rendite, Paul Pleus lässt die Finger davon, weil er es nicht versteht. Manuel Stier sieht Bitcoin nicht als neues Gold, Rüdiger Born betont als Trader, dass der Preis nur von der Nachfrage lebt. David Pieper und Larissa Kravitz verbinden Bitcoin mit FOMO und Hype-Phasen.

💬 Was unsere Gäste über Kryptowährung sagen

Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.

Unterschiedliche Perspektiven

GastAnsatz
Dr. Dr. Rainer ZitelmannSkeptisch: Krypto ist keine Währung
Larissa KravitzMedien-Hype folgt dem Kurs
Mirco RecksiekGuter Use-Case ist noch kein gutes Investment
Hendrik LeberBegrenztes Angebot macht Bitcoin attraktiv
Philipp HaasSkeptisch: Spekulationsobjekt ohne Rendite
Paul PleusNur investieren, was man versteht
David PieperBitcoin-Hype als FOMO-Signal
Manuel StierBitcoin ist nicht das neue Gold
Erik WimmerKryptomarkt als Stimmungsmarkt
Bernhard MitterlehnerIndirekt investieren statt selbst verwahren
Thomas SparkojoteLehre aus Plattform-Pleite: eigene Wallet
Michael PisnyachevskiyIneffizienzen abseits von Bitcoin suchen

Die Aussagen im Wortlaut

Skeptisch: Krypto ist keine Währung

„Erstens halte ich es nicht für eine Währung. Eine Währung sind Sachen, womit du Sachen kaufen kannst, die als Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel dient. Beides kann man von Krypto nicht behaupten. Für Wertaufbewahrung ist es viel zu volatil.“
Dr. Dr. Rainer Zitelmann Folge 33: Aus 0 Euro wurden 4 Millionen: Wie Rainer Zitelmann gegen den Rat der Bank Vermögen aufbaute ▶ 1:44:55 auf YouTube

Medien-Hype folgt dem Kurs

„Gefühlt ist es immer so, dass die Medien sich dann auf Bitcoin draufhauen, wenn Bitcoin massiv steigt. Und immer aufhören zu berichten, wenn es gefallen ist.“
Larissa Kravitz Folge 32: Kein ETF ist sicher: Warum Larissa Kravitz vor der stillen Marktverzerrung durch ETF-Sparpläne warnt ▶ 2:11:20 auf YouTube

Guter Use-Case ist noch kein gutes Investment

„Das verstehen die wenigsten draußen. […] Ein guter Use-Case im Crypto-Space ist nicht gleichzusetzen mit einem guten Investment. […] Die Leute gucken immer nur auf den Use-Case und die tolle Geschichte, aber das ist kein Investment.“
Mirco Recksiek Folge 29: Bitcoin auf 100 Millionen $? - Seine Prognose schockiert! ▶ 1:04:09 auf YouTube

Begrenztes Angebot macht Bitcoin attraktiv

„Bitcoin selber halte ich für eine sehr sinnvolle Geschichte, weil das Angebot begrenzt ist.“
Hendrik Leber Folge 28: Vom Warren-Buffett-Jünger zum KI-Investor ▶ 1:50:05 auf YouTube

Skeptisch: Spekulationsobjekt ohne Rendite

„Für mich gibt es drei Arten von Assets. […] Und dann gibt es Spekulationsobjekte wie Gold, Bitcoin. Die können unbegrenzt im Wert schwanken, aber ich habe keine jährliche Rendite.“
Philipp Haas Folge 25: Warum dieser Fondsmanager auf Gehalt verzichtet und nur verdient, wenn seine Anleger verdienen ▶ 2:00:41 auf YouTube

Nur investieren, was man versteht

„Krypto, da mach ich nichts, das versteh ich nicht. Und ich will nicht sagen, damit kann man kein Geld verdienen, aber ich versteh es alles nicht und deswegen ist es nicht mein Ding.“
Paul Pleus Folge 12: +79,7% Rendite bei minimaler Vola: Das 40-Jahre-Börsensystem von Ex-Citibank-Direktor Paul Pleus ▶ 1:31:38 auf YouTube

Bitcoin-Hype als FOMO-Signal

„Die Börse wird getragen eigentlich von der Angst, nach oben die Angst, nicht dabei zu sein. FOMO. […] Ich habe Anrufe bekommen von Freundinnen von meiner Frau, die beim Bitcoin bei 120.000 gefragt haben, was ist eine Wallet? […] Jetzt fragt keiner mehr.“
David Pieper Folge 10: Vom Bankanalysten zum Options-Stillhalter: Wie David Pieper mit technischer Analyse ein zweites Börseneinkommen aufbaut ▶ 52:28 auf YouTube

Bitcoin ist nicht das neue Gold

„Es ist kein Rohstoff, es ist nichts, was man physisch anfassen kann. Und ich glaube, das ist ein ganz großer Punkt. […] Ich bin nicht der Meinung, dass Bitcoin das neue Gold ist, aber mit Sicherheit eine weitere attraktive Komponente.“
Manuel Stier Folge 9: Wie Profis im Goldhandel wirklich entscheiden: Manuel Stier über das System hinter philoro ▶ 1:39:58 auf YouTube

Kryptomarkt als Stimmungsmarkt

„Der Markt für digitale Assets ist ja eigentlich an sich ein sozialer Markt. Wir haben da sehr viele Kleinanleger. Und da steht und fällt natürlich alles mit der Stimmung in sozialen Netzwerken. Und vor allem in erster Linie natürlich auch mit der Geldpolitik.“
Erik Wimmer Folge 6: 40 Prozent Verlust über Nacht: Wie Erik Wimmer aus einem KI-Fehlgriff sein Handelssystem baute ▶ 34:16 auf YouTube

Indirekt investieren statt selbst verwahren

„Ich investiere nicht direkt in Kryptowährungen. Es fehlt mir einfach das Wissen dafür. Ich habe die Zeit nicht, mich einzulesen, wie irgendwelche Wallets funktionieren. […] Kaufe statt Kryptos, kaufe ich gern Kryptobörsen, Kryptobanken. […] Das sind sozusagen die Schaufelverkäufer vom Goldrausch.“
Bernhard Mitterlehner Folge 3: Warum Verluste vermeiden wichtiger ist als Rendite maximieren: Die Momentum-Strategie von Bernhard Mitterlehner ▶ 56:37 auf YouTube

Lehre aus Plattform-Pleite: eigene Wallet

„Es war jetzt nicht das Problem von Krypto, was ich hier gemacht habe, sondern ich war einfach doof und hab das nicht auf einer eigenen Wallet gehabt und die volle Kontrolle gehabt, also not your key, not your coin.“
Thomas Sparkojote Folge 2: Wie Thomas Sparkojote sein Millionen-Depot mit Optionen zum Cashflow-Motor macht ▶ 1:22:07 auf YouTube

Ineffizienzen abseits von Bitcoin suchen

„Auf einem Bitcoin wird man wenig Ineffizienz finden. Aber die Welt von Krypto, die hat ja so viele andere Krypto-Projekte. […] Wo die wenigsten hinsehen, dort gibt es auch die meisten Fehler.“
Michael Pisnyachevskiy Folge 1: Michael Pisnyachevskiy: Wie die Suche nach dem Heiligen Gral im Trading zur Suche nach einem echten Edge wurde ▶ 1:38:41 auf YouTube

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