[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 12

Paul Pleus

Paul Pleus sucht unbeachtete Nebenwerte vor allem aus Nordamerika und Europa und kauft die 25 Aktien mit dem besten Score aus Fundamentaldaten und Momentum. Ein wöchentliches Marktmodell legt fest, wie viel er investiert ist und wann er mit Short-Produkten absichert.

Paul Pleus, Ex-Citibank-Direktor & PrivatanlegerEx-Citibank-Direktor & PrivatanlegerTrack Recordwikifolio-Profil*WebsiteSubstackBlogXING

Über Paul Pleus

Paul Pleus war 13 Jahre Direktor bei der Citibank und ist heute hauptberuflich Anleger mit einem streng datengetriebenen Prozess. Er verwaltet über 20 Millionen Euro nach seinem selbst entwickelten 6-Jahres-Scoring-Modell aus Fundamentaldaten und Momentum, dokumentiert im wikifolio „PPinvest Low Vola*“.

So investiert Paul Pleus

Aus dem Gespräch in Folge 12 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Er handelt vor allem Aktien aus Nordamerika und Europa, besonders gern kanadische Nebenwerte. Dazu kommen Rohstoffe über ETCs und Rohstoffaktien sowie Währungen. Biotech, Firmen ohne Umsatz und Krypto schließt er aus.

„die Märkte, die Branchen sind praktisch alles außer Biotechnologie. Weil das verstehe ich nicht in den meisten Fällen.“

▶ Folge 12 · 1:18:03

Haltedauer

Kauft er eine Aktie, plant er drei bis fünf Jahre ein. Fällt sie vorher aus seinen Top 25, verkauft er früher. Er sieht sich als 90 Prozent Investor und 10 Prozent Trader.

„Also der Ansatz ist erst mal, dass ich da mindestens drei bis fünf Jahre investiert bin.“

▶ Folge 12 · 48:30

Auswahl und Einstieg

Jede Aktie bekommt einen Score für Fundamentaldaten und einen für Momentum. Die Fundamentaldaten decken sechs Jahre ab: drei zurück, das laufende Jahr und zwei voraus. Das Momentum misst er über ein, drei, sechs und zwölf Monate, den Chart nutzt er nur für den Einstiegskurs.

„ich habe danach eine Kennzahl für die fundamentalen Sachen. Aber ich habe auch gleichzeitig ein Scoring fürs Momentum“

▶ Folge 12 · 43:24

Portfolio und Positionsgröße

Er führt rund 100 Firmen in detaillierten Modellen und kauft die 25 mit der höchsten Punktzahl. In diese 25 Aktien fließen etwa 75 Prozent seines Vermögens, der Rest geht in ETFs und ETF-Sparpläne. Dazu kommen Beobachtungspositionen von 0,01 Prozent, mit denen er verfolgt, wie ein Sektor reagiert.

„ich verfolge ungefähr 100 Firmen mit meinen Modellen und sag die top 25 die kaufe ich“

▶ Folge 12 · 52:35

Risiko und Verkauf

Ein Modell aus vier großen Indizes, VIX und VDAX bestimmt jede Woche, wie viel Geld auf steigende und fallende Kurse, in neutrale Werte und in Cash geht. Schwankt ein großer Index um mehr als 2,5 Prozent am Tag, rechnet er sofort neu und sichert mit Short-Produkten ab. Feste Stops setzt er bei Nebenwerten nicht, er verkauft, wenn eine Aktie aus den Top 25 fällt.

„dann kommt aus meinem System raus, wie viel Geld soll ich auf steigende Kurse, auf fallende Kurse in neutral bzw. in cash anlegen.“

▶ Folge 12 · 1:09:40

Fehler und was daraus wurde

Früher überstimmte er sein eigenes System mit seiner Marktmeinung. Heute setzt er um, was das Modell vorgibt. Früher kaufte er Aktien nur, weil sie günstig waren, heute achtet er zusätzlich auf das Momentum.

„Früher habe ich meinem eigenen System nicht vertraut. Und habe gedacht, ey, du bist doch cleverer noch.“

▶ Folge 12 · 1:10:51

Umgang mit Verlusten

Kurzfristige Rückgänge bei Nebenwerten hält er aus, weil sein Modell einen fairen Wert liefert. Liegt er falsch, wartet er. Bliebe sein Ansatz über drei bis fünf Jahre erfolglos, würde er ihn ändern.

„Ich liege auch oft falsch, aber ich sage einfach okay und dann warte ich.“

▶ Folge 12 · 1:49:55

Arbeitsweise und Werkzeuge

Die Börse ist sein Vollzeitberuf. Er hört Earnings Calls komplett, liest die Berichte und aktualisiert danach seine Modelle in Google Sheets. Das Marktmodell pflegt er am Wochenende in 20 bis 30 Minuten, dazu kommen ein bezahlter Discord zu kanadischen Nebenwerten, X und ein wöchentliches Telefonat mit einem Vertrauten.

„Aber es ist mein Vorteil, dass ich eben mir Earnings Calls anhöre von vorne bis hinten, dass ich dann eben den Earnings Report durchlese“

▶ Folge 12 · 1:58:59

Momentum zählt zum Jahresende mehr

Die Gewichtung des Momentums steigt jeden Monat. Im Januar dominieren die Fundamentaldaten, im Dezember ist Momentum am wichtigsten, weil Anleger zum Jahresende ihre Verlierer verkaufen.

„die Gewichtung des Momentums nimmt jeden Monat zu. Im Januar ist die Gewichtung relativ gering.“

▶ Folge 12 · 1:03:37

Nebenwerte, auf die keiner schaut

Als Nebenwert gilt für ihn ein Free Float unter etwa 500 Millionen US-Dollar. Dort gibt es kaum Research, deshalb sieht er einen Vorsprung, den er bei Apple nicht hätte.

„Bei Nebenwerten, die sonst keiner anguckt, habe ich teilweise einen Riesenvorteil, weil sich keiner anguckt und keiner dieses Potenzial sieht.“

▶ Folge 12 · 1:22:54

Nachkaufen nach 100 Prozent Plus

Früher stieg er nach einem starken Anstieg nicht mehr ein. Heute kauft er auch nach 100 Prozent Kursplus nach und hält, solange die Firma nach seinem Modell deutlich mehr wert ist.

„Und wenn ich dann sehe, die sind 100 Prozent gestiegen, aber die haben so viel Potenzial, die können nochmal 1000 Prozent steigen“

▶ Folge 12 · 6:16

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 12 →

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James O'Shaughnessy
Paul Pleus Gast
… Schön, dass bei Bulle & Mensch genau dafür Raum entsteht. Am Ende zählt wirklich der Mensch.
Bernhard Mitterlehner Gast
Paul ist mein ultimativer Hero!
@wolfhartInvest
Sehr gutes Interview! Echt interessant mal zu erfahren, wie andere wikifolio Trader so an die Sache herangehen!

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