Profis antworten
Welche Rolle spielen Nachrichten und Makro für Profis?
„Welche Rolle spielen Nachrichten und Makro?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Antworten fielen im Gespräch, meist wenn es um ihren Tagesablauf und ihre Informationsquellen ging. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Keiner handelt eine Schlagzeile einfach nach. Wer Nachrichten liest, filtert hart. Nico Schulze liest fast den ganzen Tag, und in 19 von 20 Fällen folgt daraus nichts. Bernhard Mitterlehner prüft politische News nur auf ihre wirtschaftliche Relevanz.
Wo sie sich unterscheiden
Dr. Carmen Mayer liest gar keine Nachrichten und weiß nach eigener Aussage nicht, wo der Ölpreis steht. Robin Kömel interessiert die Reaktion des Marktes, die Meldung selbst schaut er sich nicht an. Oliver Klemm hat Squawk-Boxen laufen, weil er im Minutenbereich vor dem Markt reagieren will. Bei Investoren gibt das Makro den Rahmen vor: Dr. Hendrik Leber will wissen, wo die Zinsen hingehen, für Dominik Doster ist das einzelne Unternehmen deutlich wichtiger.
Was das für dich heißt
Frag dich bei jeder Meldung: Ändert sie etwas am Geschäft oder an deinem Signal? Meist lautet die Antwort nein. Dirk Siebenhaar hat aus seiner letzten großen Korrektur gelernt, Nachrichten zurückzufahren. Wenn du Makro nutzt, dann wie Paul Pleus über ein festes Modell, das einmal pro Woche sagt, wie viel Geld auf steigende Kurse, auf fallende Kurse und in Cash geht.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| Dr. Carmen Mayer | Liest keine Nachrichten, nur Charts und Fundamentaldaten |
| Robin Kömel | Ihn interessiert die Reaktion des Marktes auf die Meldung |
| Dirk Siebenhaar | Seine Lehre aus der letzten Korrektur: Nachrichten zurückfahren |
| Oliver Klemm | Squawk-Box live, um vor dem Markt zu reagieren |
| Nico Schulze | In 19 von 20 Fällen folgt aus den News nichts |
| Bernhard Mitterlehner | Prüft politische News auf wirtschaftliche Relevanz |
| Dr. Hendrik Leber | Muss wissen, wo die Zinsen hingehen |
| Mirco Recksiek | Vom Makro über die Geldpolitik bis zum Unternehmen |
| Dominik Doster | Das einzelne Unternehmen zählt deutlich mehr als Makro |
| Paul Pleus | Ein Wochenmodell verteilt Geld auf Long, Short und Cash |
Nachrichten bewusst ausblenden
Liest keine Nachrichten, nur Charts und Fundamentaldaten
„Ich lese wirklich keine Nachrichten. Ich gucke Charts, ja. Ich gucke fundamental.“
Ihn interessiert die Reaktion des Marktes auf die Meldung
„Also wir schauen uns da wie gesagt jetzt keine Nachrichten an sich an, sondern eher wie reagiert denn eigentlich der Markt.“
Seine Lehre aus der letzten Korrektur: Nachrichten zurückfahren
„Eine meiner Haupterfahrungen war auf jeden Fall Nachrichten zurückfahren. Nachrichten zurückfahren und andere Nachrichten, Trader-Informationen zurückfahren.“
Nachrichten als Werkzeug
Squawk-Box live, um vor dem Markt zu reagieren
„Du kannst alles, was Nachrichten sind, du ausschalten, das brauchst du nicht. Weil das ja alles im Nachhinein erklärt. Warum ich Nachrichten offen habe oder sogar Squawk-Boxen, die es mir reinquäken, realtime, ist, damit ich eben davon eventuell profitieren kann […]“
In 19 von 20 Fällen folgt aus den News nichts
„[…] in 19 von 20 Fällen passiert nichts und dieser eine von 20 Fällen dann erwische ich was, was dann tatsächlich ein bisschen die Entscheidungsfindung beeinflusst“
Prüft politische News auf wirtschaftliche Relevanz
„Ich versuche politische News nach ihrer wirtschaftlichen Relevanz zu bewerten. Und das ist sehr schwierig. […] Aber für die Weltwirtschaft war es letztlich fast irrelevant.“
Makro als Rahmen
Muss wissen, wo die Zinsen hingehen
„Wir müssen schon wissen, wo die Zinsen hingehen, wo Reformen laufen. Das ist schon wesentlich.“
Vom Makro über die Geldpolitik bis zum Unternehmen
„Also ich gucke wirklich vom Makrofaktor ein bisschen auf die Mikroebene, setze die Puzzlestücke für mich zusammen und frage mich, hat das noch Potenzial für mehr?“
Das einzelne Unternehmen zählt deutlich mehr als Makro
„Ich muss ganz ehrlich sagen, haben jetzt zwar im Interview bisher viel über Makro geredet, trotzdem ist die Mikroebene, also das einzelne Unternehmen für mich, deutlich entscheidender.“
Ein Wochenmodell verteilt Geld auf Long, Short und Cash
„Ich gebe meine Daten ein und dann kommt aus meinem System raus, wie viel Geld soll ich auf steigende Kurse, auf fallende Kurse in neutral bzw. in cash anlegen.“



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