Buchtipp aus dem Podcast
Psychologie der Massen von Gustave Le Bon
Empfohlen von David Pieper.
Gustave Le Bon (1841–1931) war ein französischer Arzt und Universalgelehrter. Er schrieb über Anthropologie, Psychologie und Soziologie. „Psychologie des foules“ erschien 1895, ein Jahr später auf Englisch als „The Crowd“.
Auf Deutsch: „Psychologie der Massen“ (Nikol, 2009).
Was die Gäste über das Buch sagen
Wie die Masse tickt
„[…] wenn alle 15-Jährigen nur noch über Bitcoin reden, dann ist das Ende nah. […] Und die Masse zu verstehen oder [Gustave Le Bon], Psychologie der Massen, ist jetzt nicht rein auf den Finanzmarkt bezogen, sondern eher auf die politische Ebene, wie Völker, Gesamtgruppen ticken. [Psychologie der Massen] fand ich sehr gut.“
Worum es geht
Le Bon beschreibt, was mit dem Einzelnen passiert, sobald er Teil einer Masse wird. Drei Dinge machen das aus: Anonymität, Ansteckung und Beeinflussbarkeit. Wer in der Masse steht, urteilt weniger selbst und folgt der Stimmung. Le Bon vergleicht den Einzelnen in der Masse mit einem Sandkorn, das der Wind nach Belieben aufwirbelt.
Um die Börse geht es in dem Buch gar nicht. Le Bon schreibt über Politik und ganze Völker. Sigmund Freud setzte sich 1921 in „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ mit ihm auseinander, Propagandisten des 20. Jahrhunderts nutzten seine Ideen. David Pieper liest es in Folge 10 als Anleger: Wenn alle über dieselbe Aktie reden, ist der Vorteil meist schon weg.
Für wen es passt
Für dich, wenn du beim nächsten Hype merken willst, wie stark dich die Stimmung der anderen mitzieht. Die deutsche Ausgabe hat gut 200 Seiten. David Pieper empfiehlt es zusammen mit „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman und dem Klassiker von Charles Mackay.

