Podcast-Gast · Folge 39
Philipp Vorndran
Philipp Vorndran wählt keine Einzelaktien selbst, sondern fünf oder sechs aktive Fondsmanager mit unterschiedlichen Stilen. Dazu hält er physisches Gold als Versicherung und legt bewusst wenig in Europa an.
Über Philipp Vorndran
Philipp Vorndran begann Anfang der 80er Jahre bei der Deutschen Bank in Würzburg. Später leitete er bei Julius Bär den Bereich Derivate, war bei der Credit Suisse globaler Chefstratege im Asset Management und von 2004 bis 2006 CEO der Credit Suisse Asset Management Deutschland. Seit 2009 ist er bei Flossbach von Storch in Köln, seit 2021 als Partner. 2012 schrieb er mit Bert Flossbach das Buch „Die Schuldenlawine“. Er ist 64, arbeitet seit fast 26 Jahren in Teilzeit und sitzt im Regionalparlament in Ostholstein.
So investiert Philipp Vorndran
Aus dem Gespräch in Folge 39 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Er legt global an und lässt europäische Anlagen in Teilen seines Privatvermögens ganz weg. Seine Wohnimmobilie und ein großer Teil seiner Altersvorsorge hängen ohnehin schon an Europa.
„Ich lebe in Europa, ich habe meine Wohnimmobilie in Europa, ich habe einen großen Teil meiner Altersvorsorge gesetzlich, privat“
▶ Folge 39 · 28:30
Haltedauer
Ein Unternehmen gehört für ihn nicht für sechs oder zwölf Monate ins Portfolio, sondern idealerweise für zehn Jahre. Geldanlage versteht er wie eine Ehe, in der man nicht jeden Morgen alles umräumt. Seine Fondsmanager dürfen auch ein, zwei Jahre danebenliegen.
„Ich kaufe nicht ein Unternehmen für die nächsten sechs Monate oder zwölf Monate“
▶ Folge 39 · 27:24
Auswahl und Einstieg
Einzelaktien analysiert er nicht selbst. Den gleichgewichteten MSCI World nutzt er nur als Übersicht, was investierbar ist, und sucht dann aktive Fondsmanager aus. Vorher prüft er lange, wie sie sich in verschiedenen Marktphasen geschlagen haben.
„Aber ich kann doch keine 2000 Unternehmen analysieren“
▶ Folge 39 · 29:54
Portfolio und Positionsgröße
Er hält fünf oder sechs Fonds mit unterschiedlichen Anlagestilen und schichtet nicht um, wenn einer gerade nicht in Mode ist. Für den langfristigen Vermögenserhalt hält er etwa 80 Prozent globale Aktien und 10 Prozent physisches Gold für richtig.
„ich sage immer ein Depotauszug, der länger ist als eine Seite, ist ein schlechter Depotauszug“
▶ Folge 39 · 40:44
Risiko und Verkauf
Als Versicherung gegen bekannte und unbekannte Risiken hält er 10 Prozent in physischem Gold, an das er auch bei geschlossenen Banken und Börsen herankommt. Schwankungen zwischendurch sind ihm als langfristigem Anleger egal.
„diese sichere Reserve, diese Versicherung, die ist meiner Meinung nach ganz klar in physischer Ware zu halten“
▶ Folge 39 · 3:11
Fehler und was daraus wurde
Mit Anfang 20 steckte er 3.000 D-Mark aus einem fälligen Sparplan in drei japanische Optionsscheine, ohne zu wissen, was er kaufte. Der schnelle Gewinn ließ ihn glauben, er habe den Markt im Griff. Dass er vor dem Absturz in Japan ausstieg, nennt er heute pures Glück.
„Japanische Optionsscheine, japanisches Kreditkartenunternehmen, kein blassen Dunst, was ich da gemacht habe“
▶ Folge 39 · 1:20:37
Arbeitsweise und Werkzeuge
Er arbeitet offiziell zwei Tage die Woche und nutzt davon nur einen Bruchteil für die Analyse der Märkte. Tägliche Nachrichten meidet er. Seine besten Ideen kamen ihm bei der Gartenarbeit oder auf langen Autofahrten, danach diskutiert er sie mit Familie, Kollegen und KI.
„Ich arbeite heute offiziell zwei Tage die Woche“
▶ Folge 39 · 52:56
Geschichte statt Tagesnachrichten
Statt Kursen und Konjunkturdaten liest er Geschichte und langfristige Statistiken wie die Demografie. Zwischen früheren Epochen und heute sieht er Reime.
„Das ist sehr gute Frage und die Antwort ist, ich bin zunächst einmal wahnsinnig interessiert an Geschichte“
▶ Folge 39 · 58:13
Japan als Lehrzeit
Die Japan-Blase hat ihn so geprägt, dass er in der New Economy bewusst hinter dem Markt blieb. Beim Absturz verlor er nach eigener Aussage nichts. Aus derselben Vorsicht hält er sich heute bei KI-Investments zurück.
„Ich habe relativ wenig verloren. Ich habe relativ wenig nach oben performt.“
▶ Folge 39 · 1:24:55
Bitcoin nur privat
Privat kaufte er 2015 Bitcoin und hält drei Viertel davon bis heute. Für Kunden würde er Kryptowährungen nie einsetzen, weil ihm niemand einen inneren Wert erklären konnte.
„Ich habe im Jahr 2015 für mich privat Bitcoin gekauft und halte drei Viertel dieser Position noch immer“
▶ Folge 39 · 9:55
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