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Was ist Buy and Hold?

Buy and Hold: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.

Kurz erklärt

Buy and Hold ist eine Anlagestrategie, bei der Aktien oder ETFs gekauft und über viele Jahre gehalten werden, statt auf kurzfristige Kursbewegungen zu reagieren. Anleger sitzen Krisen und Kursrückgänge bewusst aus und setzen darauf, dass Unternehmensgewinne und Märkte langfristig wachsen. Für die Strategie sprechen geringe Kosten und Steuervorteile, die größte Hürde ist die Geduld in Crashs.

Buy and Hold: Definition und Erklärung

Buy and Hold heißt wörtlich kaufen und halten. Gemeint ist eine Strategie, bei der Wertpapiere nicht nach Kursbewegungen gehandelt, sondern über viele Jahre oder Jahrzehnte gehalten werden. Verkauft wird selten – typischerweise nur, wenn sich die ursprüngliche Anlageidee grundlegend geändert hat oder das Geld gebraucht wird. Buy and Hold ist damit das Gegenstück zu Market Timing und kurzfristigem Trading.

Die Strategie beruht auf einer einfachen Beobachtung: Breite Aktienmärkte sind über lange Zeiträume trotz aller Crashs gestiegen, weil Unternehmen wachsen und Gewinne erwirtschaften. Wer investiert bleibt, nimmt diese Entwicklung mit, einschließlich Dividenden, Aktienrückkäufen und Zinseszinseffekt. Gleichzeitig sinken Handelskosten und Steuerlast, weil Gewinne erst beim Verkauf versteuert werden.

Buy and Hold sagt nichts darüber aus, was gekauft wird. Die Strategie lässt sich mit einem breiten ETF genauso umsetzen wie mit ausgewählten Einzelaktien. Der Preis dafür sind tiefe zwischenzeitliche Verluste: Wer hält, erlebt Rückgänge von 30, 50 oder mehr Prozent ungeschützt mit. Bei Einzelaktien kommt das Risiko hinzu, dass sich ein Unternehmen nie wieder erholt.

Buy and Hold: so funktioniert es

Das Prinzip ist bewusst einfach: kaufen, liegen lassen, Erträge wieder anlegen. Häufig wird regelmäßig nachgekauft, etwa über einen Sparplan, und Rückschläge werden ausgesessen statt verkauft. Ein oft unterschätzter Vorteil ist der Steuerstundungseffekt: Solange nicht verkauft wird, fällt auf Kursgewinne keine Abgeltungsteuer an, und das nicht gezahlte Geld arbeitet weiter.

Startkapital10.000 €
Angenommene Rendite7 % pro Jahr
Anlagedauer30 Jahre
Depotwert vor Steuern76.123 €
Steuer beim Verkauf am Ende (26,375 %)17.440 €
Nach Steuern mit Buy and Hold58.683 €
Vergleich: Gewinne jedes Jahr realisiert und versteuert45.159 €
Vorteil durch Haltenrund 13.500 €

Das Beispiel ist vereinfacht: Teilfreistellung, Sparerpauschbetrag, Dividenden und Transaktionskosten sind nicht berücksichtigt, und reale Renditen schwanken stark von Jahr zu Jahr. Der Effekt zeigt aber, warum häufiges Umschichten selbst bei gleicher Marktrendite am Ende weniger übrig lassen kann.

Buy and Hold in der Praxis

In der Praxis scheitert Buy and Hold selten an der Theorie, sondern am Verhalten. Nach starken Kursgewinnen lockt das Realisieren, in Crashs die Angst vor weiteren Verlusten. Wer in der Krise verkauft, verpasst oft die Erholung – und hat damit die Nachteile beider Welten. Deshalb gilt Buy and Hold als leicht zu verstehen, aber schwer durchzuhalten.

Umstritten ist, wie konsequent gehalten werden soll. Manche Anleger prüfen ihre Positionen regelmäßig und verkaufen, wenn das Geschäftsmodell nicht mehr trägt (Buy, Hold and Check); andere halten grundsätzlich auch durch tiefe Einbrüche. Typische Gründe für einen Verkauf sind:

Buy and Hold bei [Bulle & Mensch]

Für mehrere Gäste ist Buy and Hold der Kern ihres Vermögensaufbaus. Tim Schäfer hält viele Aktien seit ein bis zwei Jahrzehnten und ist überzeugt, dass die großen Renditen über Geduld entstehen – Fehlgriffe bis zur Pleite nimmt er dafür in Kauf. Dominik Doster kauft Unternehmen mit dem Ziel, sie für immer zu behalten, und Thomas Sparkojote verkauft nur, wenn sich sein Investmentszenario grundlegend ändert. Dr. Dr. Rainer Zitelmann hält Gold und Aktienfonds seit Jahren, ohne etwas zu tun. Max Schulz sieht Buy and Hold als Benchmark, die aktives Handeln erst einmal schlagen muss, und Stefan Meißner bleibt voll investiert, weil er den Markt kurzfristig nicht vorhersagen kann.

Auffällig oft kommt die Einsicht im Rückblick: Uwe Jännert, Larissa Kravitz und Mirco Recksiek sagen, dass einfaches Halten ihnen mehr gebracht hätte als viel Aktivität. Es gibt aber auch Grenzen und Gegenstimmen. Nico Schulze erzählt, wie ein Aussitzen mit Hebelprodukten lange funktionierte und dann doch scheiterte. André Doerk hat langfristiges Anlegen anfangs nur drei Wochen durchgehalten, weil es ihm zu langweilig war, und Dominik Doster verkauft, wenn eine Aktie deutlich übertrieben bewertet ist oder eine bessere Alternative auftaucht.

💬 Was unsere Gäste über Buy and Hold sagen

Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.

Unterschiedliche Perspektiven

GastAnsatz
Dr. Dr. Rainer ZitelmannSehr langer Anlagehorizont ohne Umschichten
Larissa KravitzRückblick: Halten hätte sich mehr ausgezahlt
Mirco RecksiekFür die meisten ist Langfristigkeit der richtige Weg
Till SchwalmGeduldig warten und dann liegen lassen
Max SchulzBuy and Hold als Benchmark für aktives Handeln
André DoerkGegenstimme: Langfristig anlegen ist schwer
Uwe JännertSimples Halten hätte weniger Nerven gekostet
Nico SchulzeGegenstimme: Aussitzen mit Hebel ging schief
Thomas SparkojoteVerkauft nur, wenn sich das Szenario ändert

Die Aussagen im Wortlaut

Sehr langer Anlagehorizont ohne Umschichten

„Mein Gold habe ich seit 22 Jahren, Aktienfonds habe ich jetzt so den gleichen seit acht Jahren, ohne was zu machen. Ich bin also generell jemand, der einen sehr langen Investitionshorizont hat und deswegen mir Gedanken mache über langfristige Entwicklungen.“
Dr. Dr. Rainer Zitelmann Folge 33: Aus 0 Euro wurden 4 Millionen: Wie Rainer Zitelmann gegen den Rat der Bank Vermögen aufbaute ▶ 57:22 auf YouTube

Rückblick: Halten hätte sich mehr ausgezahlt

„Aber wenn ich jetzt rechne, was ich da an Arbeit reingesteckt habe und wie ich die Benchmark outperformt habe, für all diese Arbeit sage ich, die Arbeit hat sich nicht ausgezahlt. […] Das hätte sich mehr ausgezahlt, hätte ich meine Zeit in andere Dinge investiert und wäre einfach doch in meinen Buy-and-Hold-Investments geblieben.“
Larissa Kravitz Folge 32: Kein ETF ist sicher: Warum Larissa Kravitz vor der stillen Marktverzerrung durch ETF-Sparpläne warnt ▶ 2:20:39 auf YouTube

Für die meisten ist Langfristigkeit der richtige Weg

„Dann macht euch mal Gedanken, ob ihr euch das nicht ersparen wollt und nicht eher dann auf einen langfristigen Vermögensaufbau geht, weil für die meisten ist das der richtigste Weg. Der aktive Ansatz ist nur für diejenigen erfolgreich, die so wie ich auch den ganzen Tag Zeit haben, sich damit zu beschäftigen.“
Mirco Recksiek Folge 29: Bitcoin auf 100 Millionen $? - Seine Prognose schockiert! ▶ 1:23:01 auf YouTube

Geduldig warten und dann liegen lassen

„Ich werde nicht dafür bezahlt zu handeln, sondern die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und das heißt, ich muss da geduldig sein, bis die richtige Gelegenheit kommt und dann die auch einfach im Portfolio zu lassen.“
Till Schwalm Folge 21: Wird künstliche Intelligenz bald besser investieren als wir? ▶ 2:24:30 auf YouTube

Buy and Hold als Benchmark für aktives Handeln

„Wenn ich jetzt Aktien handeln würde, dann stehe ich immer in Konkurrenz zur Buy-and-Hold-Strategie. Das ist mein Benchmark. So, das heißt, entweder bin ich passiv investiert oder ich bin dann aktiv investiert, aber diese Aktivität muss belohnt werden durch die Mehrrendite.“
Max Schulz Folge 18: Millionen mit Rohstoffen: Max Schulz' System mit nur einer Analyse pro Woche ▶ 04:10 auf YouTube

Gegenstimme: Langfristig anlegen ist schwer

„Wenn ich dann irgendwie getradet habe, dann dachte ich, das ist mir zu aufregend, zu viel. Dann habe ich irgendwie gesagt, morgen machst du langfristige Anlage. Habe ich dann auch genau drei Wochen durchgehalten. Dann wurde mir wieder langweilig.“
André Doerk Folge 17: Dividendenfabrik: 8 % Dividende in Märkten, die kaum ein Privatanleger kennt ▶ 1:44:54 auf YouTube

Simples Halten hätte weniger Nerven gekostet

„Das war eine der besten Aktien, die es ever gab. Und da wäre simples Buy and Hold gut gewesen, hätte weniger Nerven gekostet und hätte wahrscheinlich das Depot sehr viel größer nach oben gebracht.“
Uwe Jännert Folge 8: Vom Hebelkönig zum defensiven Nebenwerte-Strategen: Wie Uwe Jännert 37 Jahre an der Börse überlebt hat ▶ 23:49 auf YouTube

Gegenstimme: Aussitzen mit Hebel ging schief

„Er war immer der Meinung, diese Trendfolgeaktien steigen langfristig und schneller als der Markt. […] Wenn man die Schwankungen unterwegs aushält, kommt man immer wieder zu neuen Allzeithochs. Das hat sehr lange funktioniert. Irgendwann war es dann doch vorbei.“
Nico Schulze Folge 4: Wie Nico Schulze nach 70 Prozent Depotverlust ein 4-Millionen-Euro-wikifolio aufgebaut hat ▶ 40:31 auf YouTube

Verkauft nur, wenn sich das Szenario ändert

„Ich kann an einer Hand abzählen, wenn ich Aktien verkaufe über die letzten paar Jahre versus Aktienkäufe. […] Und Verkaufen tue ich wirklich nur dann, wenn sich ein Investmentszenario massivst verändert.“
Thomas Sparkojote Folge 2: Wie Thomas Sparkojote sein Millionen-Depot mit Optionen zum Cashflow-Motor macht ▶ 47:44 auf YouTube

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