Podcast-Gast · Folge 19
Dr. Carmen Mayer
Dr. Carmen Mayer handelt ohne Nachrichten und ohne Stops starke US-Aktien im Aufwärtstrend und hebelt sie über Margin. Sie wählt die Titel fundamental aus, steigt nach dem Chart ein und hält, solange der Trend trägt.
Über Dr. Carmen Mayer
2017 sitzt Carmen Mayer hochschwanger mit ihrer ersten Tochter in München und schaut sich Immobilienpreise an, die für ein Doppelverdiener-Paar nicht erreichbar sind. Sie liest „Rich Dad Poor Dad“, fängt mit 2.000 Euro und Long Calls auf US-Aktien an und arbeitet sich nachts durch technische Analyse, mit Whiteboard, Stift und Kursen, die sie von Hand zeichnet. Auf einem Seminar fällt sie auf, weil sie Charts schneller liest als die Teilnehmer um sie herum. Der Kursleiter sagt ihr, sie müsse selbst unterrichten. Im September 2019 startet sie ihren Podcast, im März 2020 verkauft sie beim Corona-Crash alles und steigt im Juni wieder ein. Ab 2020 baut sie ihr Coaching-Business auf. Letztes Jahr kauft sie das Haus am Starnberger See, sieben Jahre nach dem ursprünglichen Plan: „Mein Ziel, sieben Jahre später erreicht.“
So tradet Dr. Carmen Mayer
Aus dem Gespräch in Folge 19 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.
Märkte und Instrumente
Sie handelt nur am amerikanischen Markt, weil sie hohe Liquidität braucht. Angefangen hat sie mit Long Calls auf US-Aktien. Heute pickt sie Aktien und hebelt sie, die Stillhaltergeschäfte schreibt ihr Mann.
„Deswegen handel ich auch nur an den amerikanischen Markt. Wir brauchen noch hohe Liquidität, damit nicht irgendwelche verrückten Sachen passieren.“
▶ Folge 19 · 1:47:47
Haltedauer
Sie sieht sich als Swing Traderin, nicht als Daytraderin. Eine Position bleibt so lange im Depot, wie sie gut läuft. Eine feste Zeitgrenze gibt es nicht.
„ich halte die Position so lange, wie sie gut hält. Also es ist ein klassisches Swing Trading, da ist die Zeit nicht begrenzt“
▶ Folge 19 · 3:24
Auswahl und Einstieg
Kandidaten findet sie über ein eigenes Excel-Tool mit fünf fundamentalen Kennzahlen über zehn Jahre und über den Kursverlauf der letzten fünf Jahre. Danach prüft sie den Chart und kauft nur im Aufwärtstrend. In Krisen kauft sie nur Profiteure.
„Wir haben das Excel Tool entwickelt, wo wir uns fünf fundamentale Kennzahlen über die letzten zehn Jahre anschauen.“
▶ Folge 19 · 2:07:56
Portfolio und Positionsgröße
Früher hat sie ihre Depots gleich gewichtet. Heute bekommen die stärksten Outperformer mehr Geld, was ihre Performance verbessert hat. Alles auf eine Aktie setzt sie nie.
„ich habe früher Depots immer gleichgewichtet gemacht, weil ich das so gelernt habe.“
▶ Folge 19 · 2:09:37
Risiko und Verkauf
Sie arbeitet ohne Stop-Loss-Orders und entscheidet selbst, wann sie verkauft. Läuft eine gehebelte Position gegen sie, schließt sie sie sofort. Als feste Regel gilt: nie mehr als 30 Prozent Verlust pro Aktie.
„ich arbeite nicht mit Stops. Also ich gucke lieber und ich entscheide frei und ich kann mich auch einfach davon trennen.“
▶ Folge 19 · 1:41:33
Fehler und was daraus wurde
Am Paniktag im August 2024 hat sie unter dem Druck ihrer Community alles verkauft. Am nächsten Tag stieg der Markt wieder, den Anstieg hat sie verpasst. Seitdem verkauft sie an solchen Tagen nicht mehr.
„Dann war das alles nur so ein Fake. Und dann hab ich gedacht, das mach ich nie wieder. Dass ich an einem Paniktag aussteige.“
▶ Folge 19 · 1:38:53
Umgang mit Verlusten
Bei einem Markteinbruch öffnet sie das Depot zwei, drei Tage lang nicht. Kleinere Rückgänge schüttelt sie ab. Ein Depotminus von 30 Prozent darf aber nie entstehen, weil es schwer aufzuholen ist.
„mach ich an dem Tag einfach gar nichts. So eine Panik ist es, mach das Depot einfach nicht auf“
▶ Folge 19 · 1:30:01
Arbeitsweise und Werkzeuge
Sie liest keine Nachrichten und schaut nur auf Charts und Fundamentaldaten. Ihre Werkzeuge sind TradingView, die Heatmap von Finviz, das eigene Excel-Tool und CapTrader als Broker. KI nutzt sie zum Brainstorming und prüft die Ergebnisse nach.
„Ich lese wirklich keine Nachrichten. Ich gucke Charts, ja. Ich gucke fundamental.“
▶ Folge 19 · 7:14
Margin statt Long Calls
Mit wachsendem Depot reichte die Liquidität der Optionen nicht mehr für ihre Long Calls. Deshalb hebelt sie heute mit Fremdkapital über den Broker auf Top-Aktien.
„dann gehe ich ins Margin und habe angefangen mit Fremdkapital über den Broker einfach mit Margin zu hebeln.“
▶ Folge 19 · 1:47:16
Gleitende Durchschnitte als Schutz
Mit dem 50er und dem 200er Durchschnitt hat sie S&P 500 und Dow Jones von Hand auf Millimeterpapier zurückgetestet. Die beiden Linien nutzt sie seitdem, um zu erkennen, wann der Markt kippt.
„Ich habe den 200er Durchschnitt genommen und den 50er Durchschnitt genommen und die eingezeichnet.“
▶ Folge 19 · 47:45
Buchtipps von Dr. Carmen Mayer
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