Begriff · Trading
Was ist eine Option?
Option: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Eine Option ist ein Vertrag, der dem Käufer das Recht gibt, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert wie eine Aktie zu einem festgelegten Preis bis zu oder an einem bestimmten Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Ein Call ist ein Kaufrecht, ein Put ein Verkaufsrecht. Für dieses Recht zahlt der Käufer eine Prämie an den Verkäufer, den Stillhalter.
Option: Definition und Erklärung
Eine Option ist ein Termingeschäft, bei dem nur eine Seite ein Recht erhält. Der Käufer darf einen Basiswert, etwa eine Aktie oder einen Index, zum vereinbarten Basispreis (englisch Strike) kaufen oder verkaufen. Er muss es aber nicht. Der Verkäufer der Option, der Stillhalter, hat dagegen eine Pflicht: Er muss liefern oder abnehmen, wenn der Käufer sein Recht ausübt.
Es gibt zwei Grundformen. Ein Call ist ein Kaufrecht und gewinnt an Wert, wenn der Basiswert steigt. Ein Put ist ein Verkaufsrecht und gewinnt an Wert, wenn der Basiswert fällt. Deshalb wird ein Put oft mit einer Versicherung verglichen: Er sichert einen Mindestverkaufspreis.
Für das Recht zahlt der Käufer eine Prämie. Sie setzt sich aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen und hängt vor allem vom Kurs des Basiswerts, von der Restlaufzeit und von der erwarteten Schwankung ab, der impliziten Volatilität. Börsengehandelte Optionen sind standardisierte Kontrakte, bei Aktienoptionen meist über 100 Aktien. Davon zu unterscheiden sind Optionsscheine: Sie werden von Banken ausgegeben und sind rechtlich Schuldverschreibungen des Emittenten.
Option berechnen: Gewinn und Verlust eines Calls
Bei Fälligkeit zählt nur, ob sich die Ausübung lohnt. Ein Call ist im Geld, wenn der Kurs des Basiswerts über dem Basispreis liegt. Der Gewinn des Käufers ergibt sich aus dieser Differenz abzüglich der gezahlten Prämie.
| Basispreis des Calls | 100 € |
|---|---|
| Prämie pro Aktie | 5 € |
| Kontraktgröße | 100 Aktien |
| Gezahlte Prämie | 500 € |
| Kurs der Aktie bei Fälligkeit | 115 € |
| Innerer Wert (115 € − 100 €) × 100 | 1.500 € |
| Gewinn des Käufers | 1.000 € |
Die Formel für den Käufer: Gewinn = (Kurs bei Fälligkeit − Basispreis) × Stückzahl − Prämie. Der Break-even liegt im Beispiel bei 105 Euro. Je nach Kurs bei Fälligkeit sieht das Ergebnis so aus:
| Kurs 90 € | Verlust 500 € (Option verfällt wertlos) |
|---|---|
| Kurs 100 € | Verlust 500 € |
| Kurs 105 € | 0 € |
| Kurs 115 € | Gewinn 1.000 € |
| Kurs 130 € | Gewinn 2.500 € |
Der Stillhalter, der den Call verkauft hat, erlebt genau das Spiegelbild: Er behält die 500 Euro Prämie, solange der Kurs bei Fälligkeit nicht über 100 Euro liegt, und macht Verlust, sobald der Kurs über 105 Euro steigt. Beim Put ist es umgekehrt: Er gewinnt an Wert, wenn der Kurs unter den Basispreis fällt.
Vor der Fälligkeit bewegt sich der Optionspreis nicht eins zu eins mit der Aktie. Kennzahlen wie das Delta zeigen, wie stark eine Option auf eine Kursbewegung reagiert. Mit jeder Woche, die vergeht, schmilzt außerdem der Zeitwert.
Option in der Praxis
Optionen sind ein vielseitiges Werkzeug. Dieselbe Konstruktion kann ein Depot absichern, laufende Einnahmen bringen oder als hoch gehebelte Wette dienen. Entscheidend ist, auf welcher Seite man steht.
Typische Einsatzzwecke und ihre Risiken:
- Absicherung: Wer Aktien hält, kann mit einem gekauften Put einen Mindestverkaufspreis sichern, ähnlich wie mit einer Versicherung. Die Prämie ist der Preis dafür und ist verloren, wenn der Schutz nicht gebraucht wird.
- Stillhalter: Wer Optionen verkauft, kassiert sofort die Prämie. Beim Covered Call auf Aktien im Depot ist der Gewinn nach oben gedeckelt. Beim Cash-Secured Put muss genug Geld bereitliegen, um die Aktie zum Basispreis zu kaufen, auch wenn sie stark gefallen ist. Ungedeckt verkaufte Calls können theoretisch unbegrenzte Verluste bringen.
- Spekulation: Mit gekauften Optionen lässt sich mit wenig Kapital eine große Position bewegen. Liegt man mit Richtung oder Zeitpunkt falsch, verfällt die Option aber oft wertlos, und der Einsatz ist komplett verloren.
- Zeitwert und Volatilität: Gekaufte Optionen verlieren mit der Zeit an Wert. Sinkt die erwartete Schwankung, werden sie zusätzlich billiger.
Optionen werden an Terminbörsen wie der Eurex oder der CBOE gehandelt. Viele Broker schalten den Handel erst nach einer Abfrage der Kenntnisse frei, und nicht jeder Broker bietet ihn überhaupt an. Wer neu einsteigt, beginnt meist mit kleinen Positionen und einfachen Strategien, bevor Kombinationen wie Spreads dazukommen.
Option bei [Bulle & Mensch]
Bei Optionen zeigen unsere Gäste, wie unterschiedlich man dasselbe Werkzeug nutzen kann. Gerd Ackermann kauft Put-Optionen als Versicherung für seine Aktienpositionen, Torsten Maus sichert sein Depot in unruhigen Phasen mit Put-Optionen oder Zertifikaten ab. David Pieper und Thomas Sparkojote stehen auf der anderen Seite: Sie verkaufen als Stillhalter Optionen und kassieren die Prämie. Thomas Sparkojote vergleicht einen Cash-Secured Put mit einer Limit-Order. Dr. Carmen Mayer hat mit gekauften Long Calls angefangen und macht heute auch Stillhaltergeschäfte.
Es gibt auch deutliche Warnungen. Marcel Urban erinnert daran, dass eine Option ein ganz anderes Auszahlungsprofil hat als eine Aktie, und Nico Schulze grenzt Optionen klar von Optionsscheinen der Banken ab. Gregor Labahn hält Stillhaltergeschäfte nur so lange für harmlos, wie der Markt steigt: Dreht das Bild, funktioniert die gewohnte Strategie plötzlich nicht mehr.
🎙️ Folgen zum Thema Option
-
Mit Optionen 30-40 % Rendite erzielen - bei minimalem Verlustrisiko Gerd Ackermann kauft zu seinen Dividendenaktien Put-Optionen, die ihm einen festen Verkaufspreis garantieren, und begrenzt so sein Risiko pro Position. Zum Zitat ↓
-
Mami ist Millionärin: Das System hinter dem 3 Millionen-Depot Dr. Carmen Mayer hat mit gekauften Calls begonnen, weil ihr die kleinen Stillhalterprämien zu wenig waren, und macht heute auch Stillhaltergeschäfte. Zum Zitat ↓
-
KI frisst deinen Edge: warum Alpha immer schneller stirbt Marcel Urban zählt das Produktrisiko zu den wichtigsten Risiken und betont, dass viele Menschen Optionen handeln, ohne ihr Auszahlungsprofil zu verstehen. Zum Zitat ↓
-
Ich trade nur, wenn nichts von mir es will: Gregor Labahn über die 90-Prozent-Mindset-Regel im Trading (Ex-UBS, Ex-Berenberg) Gregor Labahn warnt, dass Stillhaltergeschäfte in steigenden Märkten Fehler überdecken und erst bei einem Trendwechsel ihr Risiko zeigen. Zum Zitat ↓
-
Vom Bankanalysten zum Options-Stillhalter: Wie David Pieper mit technischer Analyse ein zweites Börseneinkommen aufbaut David Pieper handelt als Stillhalter und verkauft vor allem Put-Optionen, weil der Markt für diese Absicherung im Schnitt zu viel bezahlt. Zum Zitat ↓
-
Warum Torsten Maus 95 Prozent aller Kaufsignale konsequent ignoriert Torsten Maus verkleinert bei drohenden Rückgängen zuerst seine Positionen und sichert den Rest mit Put-Optionen oder Put-Zertifikaten ab. Zum Zitat ↓
-
Wie Nico Schulze nach 70 Prozent Depotverlust ein 4-Millionen-Euro-wikifolio aufgebaut hat Nico Schulze erklärt den Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen, die Banken als Schuldverschreibungen auf Basis des Optionsmarkts ausgeben. Zum Zitat ↓
-
Wie Thomas Sparkojote sein Millionen-Depot mit Optionen zum Cashflow-Motor macht Thomas Sparkojote verkauft Puts auf Aktien, die er ohnehin kaufen möchte, und kassiert dafür so lange Prämien, bis ihm die Aktie eingebucht wird. Zum Zitat ↓
💬 Was unsere Gäste über Option sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Gerd Ackermann | Put-Option: eine Versicherung für die Aktie |
| Dr. Carmen Mayer | Erst Long Calls, heute auch Stillhaltergeschäfte |
| Marcel Urban | Option: nichtlineares Risiko statt linearem |
| Gregor Labahn | Stillhalter: Der Aufwärtstrend verzeiht Fehler |
| David Pieper | Stillhalter: Puts verkaufen, weil sie oft zu teuer sind |
| Torsten Maus | Put-Option als Absicherung in unruhigen Märkten |
| Nico Schulze | Option: das Recht zu kaufen oder zu verkaufen |
| Thomas Sparkojote | Cash-Secured Put: wie eine Limit-Order mit Prämie |
Die Aussagen im Wortlaut
Put-Option: eine Versicherung für die Aktie
„Diese Put Option hat einen sogenannten Strike und eine Laufzeit. Und du musst dir diese Put Option vorstellen wie eine Versicherung. […] Für diese Versicherung wirst du Geld bezahlen. Und das ist der Kaufpreis der Put Option.“
Erst Long Calls, heute auch Stillhaltergeschäfte
„Und diese kleinen Prämien, die man da nur gewinnen konnte, das war für mich total uninteressant damals. […] Und ich will mich nach oben nicht begrenzen. […] Heute mache ich Stillhaltergeschäfte. Aber damals war das für mich gar keine Option, Stillhaltergeschäfte zu machen, sondern nur Long Calls.“
Option: nichtlineares Risiko statt linearem
„Verstehe ich überhaupt, was ich da handle? Wenn ich eine Option handle, habe ich einen komplett anderen Payoff als wenn ich eine Aktie handle. Eine Aktie ist sehr lineares Risiko, eine Option ist sehr nicht linear.“
Stillhalter: Der Aufwärtstrend verzeiht Fehler
„Zum Beispiel diese Stillhaltergeschäfte. Die Menschen verkaufen immer fröhlich ihre Optionen. […] Und dann denkst du als Trader, komisch, ich hab doch irgendwie sonst immer alles richtig gemacht und jetzt funktioniert es nicht mehr.“
Stillhalter: Puts verkaufen, weil sie oft zu teuer sind
„Bei Put-Optionen sind die Preise nachweislich im Schnitt zu hoch. […] Und wenn ich etwas verkaufe, was nachweislich im Schnitt zu hoch ist, wenn ich das immer wieder mache, habe ich einen Edge, habe ich einen Marktvorteil.“
Put-Option als Absicherung in unruhigen Märkten
„Und auch das, was ich nicht verkauft habe, abgesichert mit einer Put-Option oder mit einem Zertifikat. Das ist auch so eine Strategie von mir, dass ich, wenn ich merke, da kommt was am Markt, dass ich erstmal die Anzahl der Aktien reduziere, die Position kleiner mache. Und dann kann ich auch absichern.“
Option: das Recht zu kaufen oder zu verkaufen
„Letzten Endes ist eine Option ein Recht, ein Wertpapier zu einem bestimmten Zeitpunkt […] zu einem bestimmten Kurs zu verkaufen oder zu kaufen, je nachdem ob das eine Put- oder eine Call-Option ist.“
Cash-Secured Put: wie eine Limit-Order mit Prämie
„Bei einem Cash-Secured-Put, das ist wie eine Limit-Order. Das heißt, du kaufst zu diesem Strike-Preis, den du angibst und hast Prämie einkassiert. Das heißt, für mich ändert sich an meiner Strategie fast gar nichts.“
🤖 Frag [Bulle & Mensch] – Noch Fragen zu Option?
Frag [Bulle & Mensch] durchsucht alle Gespräche und antwortet mit Fundstelle und Zeitstempel im Video. Stell deine eigene Frage, zum Beispiel:
- „Was sagen die Gäste über Option?“
- „Wie geht Gerd Ackermann mit Option um?“
- „Welche Fehler machen Anleger beim Thema Option?“
🔗 Verwandte Begriffe
Diese Seite basiert auf den Originalgesprächen und Transkripten von [Bulle & Mensch]. Die dargestellten Perspektiven geben die Aussagen der jeweiligen Gesprächspartner wieder. Alle Begriffe →















