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Was ist ein Bullenmarkt?
Bullenmarkt: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Ein Bullenmarkt ist eine längere Phase steigender Kurse an der Börse. Als Faustregel gilt ein Plus von mindestens 20 Prozent vom letzten Tief, gemessen an einem breiten Index. Das Gegenteil ist der Bärenmarkt mit fallenden Kursen. Bullenmärkte dauern oft mehrere Jahre und prägen, welche Aktien und Strategien gerade gut aussehen.
Definition von Bullenmarkt
Ein Bullenmarkt beschreibt die Richtung des ganzen Marktes über eine längere Zeit, nicht ein paar gute Tage. Der Name kommt vom Bild des Bullen, der mit den Hörnern von unten nach oben stößt. Das Gegenbild ist der Bär, der mit der Tatze von oben nach unten schlägt.
Eine feste Definition gibt es nicht. Oft gilt ein Bullenmarkt als bestätigt, wenn ein breiter Index 20 Prozent über seinem letzten Tief steht. Die Grenze ist eine Konvention, keine Regel der Börse. Ein bekanntes Beispiel ist der lange Anstieg des S&P 500 nach der Finanzkrise. Er begann im März 2009 und endete erst im Februar 2020 mit dem Einbruch durch Corona.
Auf Englisch heißt er Bull Market, im älteren deutschen Börsenjargon Hausse.
Wie erkennst du einen Bullenmarkt?
Gemessen wird vom letzten Tief eines breiten Index, zum Beispiel des S&P 500 oder des MSCI World. Ein Beispiel mit runden Zahlen, das an das Beispiel beim Bärenmarkt anschließt:
| Tief des Index | 4.000 Punkte |
|---|---|
| Plus 20 % (Bullenmarkt nach Faustregel) | 4.800 Punkte |
| Altes Hoch vor dem Einbruch | 5.000 Punkte |
| Nötiger Anstieg vom Tief aufs alte Hoch | +25 % |
Die Rechnung zeigt: Nach der Faustregel kann ein Bullenmarkt schon begonnen haben, während der Index noch unter dem alten Hoch steht.
Wie beim Bärenmarkt weißt du erst im Nachhinein, wann er angefangen hat. Typische Begleiter sind eine starke Marktbreite (viele Aktien steigen mit), sinkende Volatilität und Rücksetzer, die schnell wieder gekauft werden.
Bullenmarkt in der Praxis
Im Bullenmarkt fühlt sich vieles leicht an. Genau das macht ihn für viele Anleger gefährlich. Ein paar Ansätze aus der Praxis:
- Strategie ehrlich prüfen: Wenn fast alle Aktien steigen, sieht fast jede Strategie gut aus. Ob deine Methode einen Vorteil hat, zeigt sich erst über mehrere Marktphasen.
- Risiko im Blick halten: Riskante Aktien steigen im Aufschwung oft stärker und fallen im Abschwung stärker. Ein Depot, das im Bullenmarkt vorne liegt, kann im Bärenmarkt weit hinten liegen.
- Cash-Quote oder feste Regeln: Manche Investoren erhöhen ihren Barbestand, wenn ihnen der Markt zu teuer erscheint. Andere bleiben voll investiert und verlassen sich auf feste Verkaufsregeln statt auf Prognosen.
- Vorsicht mit Hebel: Produkte wie Knock-out-Zertifikate wirken im steigenden Markt einfach. Dreht der Markt, ist die Knock-out-Schwelle schnell erreicht.
Wer per Sparplan investiert, kauft im Bullenmarkt mit jeder Rate weniger Anteile für dasselbe Geld. Das gehört dazu, im Bärenmarkt bekommst du dafür mit jeder Rate mehr.
Bullenmarkt bei [Bulle & Mensch]
Bei [Bulle & Mensch] geht es oft darum, was ein langer Aufschwung mit Anlegern macht. David Pieper erinnert sich, dass vor der Finanzkrise fast alle, auch die Analysten, nur noch gute Nachrichten gewöhnt waren. Larissa Kravitz fragt sich nach dem langen Bullenmarkt seit 2008, ob sich die Struktur des Kapitalmarkts wirklich verändert hat oder ob das nur vorübergehend ist.
Dominik Doster erklärt, warum riskante Aktien im Aufschwung vorne liegen und im fallenden Markt stärker verlieren. Mirco Recksiek beobachtet, dass in jedem Bullenmarkt neue Influencer auftauchen und danach wieder verschwinden. Dr. Carmen Mayer liest keine Wirtschaftszeitungen und schaut lieber auf das große Bild der US-Börsen seit 2008.
Was meine Gäste über Bullenmarkt sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Dominik Doster | Riskante Aktien steigen mehr und fallen mehr |
| Larissa Kravitz | Paradigmenwechsel oder nur vorübergehend |
| Mirco Recksiek | In jedem Bullenmarkt neue Influencer |
| Dr. Carmen Mayer | Das große Bild: Bullenmarkt seit 2008 |
| David Pieper | Vor der Finanzkrise nur gute Nachrichten gewöhnt |
Die Aussagen im Wortlaut
Riskante Aktien steigen mehr und fallen mehr
„In den Bullenmarkt, wenn die Börsen steigen, dann ist völlig klar, die aggressiven, die riskanten Aktien steigen eben noch mehr und die defensiven steigen etwas weniger als der Markt. In dem fallenden Markt, da ist es dann andersrum, die defensiven fallen etwas weniger und die riskanten Aktien fallen stärker.“
Paradigmenwechsel oder nur vorübergehend
„Wir hatten jetzt einen sehr, sehr langen Bullenmarkt. […] Entweder es ist wirklich ein Paradigmenwechsel, den wir haben, wo man sagt, die Struktur des Kapitalmarkts hat sich verändert, die komplette Struktur, und das bleibt so, oder es ist temporär.“
In jedem Bullenmarkt neue Influencer
„Das ist in jedem Bullenmarkt das Gleiche. Kommen neue Influencer auf, die verschwinden danach. Die haben dann ihre Kohle gemacht, dann interessiert sie keiner mehr […]. Nur der Influencer hat die Kohle gemacht.“
Das große Bild: Bullenmarkt seit 2008
„Wir müssten erstmal das große Ganze sehen und das große Ganze ist seit 2008 ein Bullenmarkt in Amerika.“
Vor der Finanzkrise nur gute Nachrichten gewöhnt
„Und man muss auch so sehen, alle, inklusive der Analysten, […] alle sind jahrelang in einem schönen Bullenmarkt. Alles ist gut. Die allermeisten sind eigentlich nur gute Nachrichten gewöhnt in der Summe.“



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Noch Fragen zu Bullenmarkt? Frag [Bulle & Mensch]
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- „Was sagen die Gäste über Bullenmarkt?“
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