Begriff · Trading
Was ist Swingtrading?
Swingtrading: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Das Swingtrading ist ein Handelsstil, bei dem Positionen einige Tage bis wenige Wochen gehalten werden, um mittelfristige Kursschwünge mitzunehmen. Es liegt zeitlich zwischen dem Daytrading, bei dem alles am selben Tag geschlossen wird, und dem Positionstrading über Monate. Swingtrader arbeiten meist mit Tages- und Wochencharts und festen Stopps.
Swingtrading: Definition und Erklärung
Beim Swingtrading versucht der Trader, einzelne Kursschwünge (englisch Swings) innerhalb eines Trends oder einer Seitwärtsphase mitzunehmen. Eine Position läuft typischerweise einige Tage bis wenige Wochen. Anders als beim Daytrading bleibt sie also über Nacht und oft auch über das Wochenende offen.
Nach oben grenzt sich Swingtrading vom Positionstrading ab. Positionstrader halten ihre Trades Wochen bis Monate, teils Jahre, und orientieren sich stärker an großen Trends und oft auch an Fundamentaldaten.
Wer swingtradet, braucht weniger Bildschirmzeit als ein Daytrader. Viele prüfen ihre Positionen einmal am Tag, oft nach Börsenschluss, und legen Einstiege, Stopps und Ziele als Order im Voraus fest. Dafür trägt der Swingtrader das Risiko von Kurslücken über Nacht.
Swingtrading: so funktioniert ein Swing-Trade
Ein typischer Swing-Trade folgt einem einfachen Muster: Eine Aktie ist im Aufwärtstrend, setzt ein paar Tage zurück und dreht dann wieder nach oben. Gekauft wird die Erholung, der Stopp liegt unter dem letzten Tief.
| Einstieg | 50 € |
|---|---|
| Stop-Loss unter dem letzten Tief | 47 € |
| Kursziel am letzten Hoch | 56 € |
| Risiko pro Aktie | 3 € |
| Chance pro Aktie | 6 € |
| Chance-Risiko-Verhältnis | 2 zu 1 |
Nach einigen Tagen oder Wochen ist die Position entweder am Ziel, am Stopp oder wird mit einem nachgezogenen Stopp weiter gehalten.
Die Abgrenzung zu anderen Handelsstilen erfolgt vor allem über die Haltedauer:
| Daytrading | Minuten bis Stunden |
|---|---|
| Swingtrading | Tage bis wenige Wochen |
| Positionstrading | Wochen bis Monate |
Swingtrading in der Praxis
Swingtrading gilt als der Handelsstil, der sich am ehesten mit einem Beruf vereinbaren lässt. Die Analyse passiert abends oder am Wochenende, die Orders liegen tagsüber im Markt.
Worauf Swingtrader achten:
- Stopps und Ziele vor dem Einstieg festlegen und direkt als Order eingeben,
- Kurslücken einplanen: Über Nacht oder nach Quartalszahlen kann ein Kurs am Stopp vorbeispringen,
- die Positionsgröße so wählen, dass eine solche Lücke verkraftbar ist,
- den übergeordneten Trend im Wochenchart beachten.
Häufige Werkzeuge sind gleitende Durchschnitte, Unterstützungen und Widerstände sowie Indikatoren wie RSI oder Bollinger-Bänder. Gegenüber dem Daytrading fallen deutlich weniger Trades und damit weniger Kosten an, dafür ist das Risiko über Nacht höher.
Swingtrading bei [Bulle & Mensch]
Für mehrere Gäste war Swingtrading der Ausweg aus dem Daytrading. Michael Pisnyachevskiy stieg um, weil ihn Daytrading immer wieder ins hektische Handeln zog, und hielt stattdessen wenige Positionen über Wochen. Wieland Arlt beschreibt den Unterschied als Frage der Haltung: beim Swingtrading Stopp und Limit setzen und den Markt entscheiden lassen. Dr. Carmen Mayer hält ihre Positionen so lange, wie sie gut laufen, ohne feste Zeitgrenze.
Leichter ist Swingtrading deshalb nicht. Larissa Kravitz betont, dass man sich auch bei Trades über ein paar Tage oder Wochen sehr aktiv damit beschäftigen muss, und setzt bei Einzelaktien selbst lieber auf Monate und Jahre. Mirco Recksiek wurde im Kryptomarkt erst erfolgreich, als er Swing-Trades mit klaren Zielzonen und nachgezogenen Stopps diszipliniert umsetzte.
💬 Was unsere Gäste über Swingtrading sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
Unterschiedliche Perspektiven
| Gast | Ansatz |
|---|---|
| Larissa Kravitz | Auch Swingtrading kostet viel Zeit |
| Mirco Recksiek | Swing-Trades mit Zielzonen und Stopp |
| Dr. Carmen Mayer | Halten, solange die Position gut läuft |
| Wieland Arlt | Stopp und Limit setzen, Markt entscheiden lassen |
| Michael Pisnyachevskiy | Weniger Hektik: Umstieg vom Day- zum Swingtrading |
Die Aussagen im Wortlaut
Auch Swingtrading kostet viel Zeit
„Es gibt ja ein paar, die machen so kurzfristiges Swing-Trading über ein paar Tage oder Wochen. Meine Erfahrung damit ist, dass man sich mit so was sehr aktiv beschäftigen muss.“
Swing-Trades mit Zielzonen und Stopp
„Ab 2018, 2019, war es absolut geile Erfolgsstory, weil ich auch einfach viel disziplinierter war. Und dann wirklich die Swing-Trades mitgenommen hab und auch mir klare Zielzonen gesetzt hab. […] Und dann wird auch ein Teil verkauft oder zumindest der Stopp dahin gezogen, dass ich nicht mehr als Verlierer von der Nummer hier rausgehe.“
Halten, solange die Position gut läuft
„Ich handle aktiv, […] sondern ich halte die Position so lange, wie sie gut hält. Also es ist ein klassisches Swing Trading, da ist die Zeit nicht begrenzt.“
Stopp und Limit setzen, Markt entscheiden lassen
„Wie verhalte ich mich an einem Trade? Bin ich die ganze Zeit dabei? […] Oder halte ich mich zurück wie im Swing Trading? Setze ich Stop und Limit direkt schon mit rein und lasse dann einfach den Markt entscheiden?“
Swingtrading passt zum Nebenberuf
„Du hast schon gesagt, nebenberuflich hast du gearbeitet, also wahrscheinlich kein Day Trading, sehr wahrscheinlich Swing Trades über Wochen und Monate.“
Weniger Hektik: Umstieg vom Day- zum Swingtrading
„Day Trading ist in dem Sinne ganz schlecht, weil das bringt dich immer wieder zurück in dieses Handeln, in dieses Machen, wo etwas schief geht. Da bin ich auch glaube ich eher in dieses Swing Trading eingestiegen, dass ich ein paar wenige Positionen hatte […], ohne dass sie viel Aufmerksamkeit von mir gebraucht haben.“
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