Begriff · Trading
Was ist ein Stop-Loss?
Stop-Loss: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.
Kurz erklärt
Ein Stop-Loss ist eine vorab festgelegte Verkaufsmarke für eine Position. Erreicht der Kurs diese Marke, wird automatisch verkauft und der Verlust begrenzt. Trader legen den Stopp fest, bevor sie einsteigen, damit eine einzelne Fehlentscheidung das Depot nicht gefährdet. Einen garantierten Verkaufskurs bietet ein Stop-Loss aber nicht.
Stop-Loss: Definition und Erklärung
Ein Stop-Loss (kurz: Stopp) ist eine Order, die eine Position automatisch verkauft, sobald der Kurs eine bestimmte Marke erreicht. Damit steht schon vor dem Einstieg fest, wie viel ein Trade höchstens kosten darf.
Es gibt feste Stopps, die an einem Kurs stehen bleiben, und nachgezogene Stopps (Trailing Stop), die dem Kurs folgen, wenn er in die richtige Richtung läuft. Viele Trader ziehen den Stopp nach einer Weile auf den Einstiegskurs (Break-even). Dann wird aus einem Gewinner kein Verlierer mehr.
Wichtig: Ein Stopp ist kein Garantiepreis. Springt der Kurs über Nacht oder nach Nachrichten über die Marke hinweg (Gap), wird zum nächsten verfügbaren Kurs verkauft. Der Verlust kann dann größer sein als geplant.
So funktioniert ein Stop-Loss
Ein Stop-Loss wird als Stop-Order beim Broker hinterlegt. Sie ruht, bis der Kurs die festgelegte Marke erreicht oder unterschreitet. Dann wird sie zur Verkaufsorder und zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt.
| Kaufkurs | 50 € |
|---|---|
| Stop-Loss | 46 € |
| Stückzahl | 250 Aktien |
| Maximaler Verlust (ohne Kurslücke) | 1.000 € |
Es gibt mehrere Varianten:
- Stop-Market: wird bei Erreichen der Marke zum nächsten Kurs verkauft. Die Ausführung ist sicher, der Preis nicht.
- Stop-Limit: wird nur bis zu einem festgelegten Mindestpreis verkauft. Der Preis ist geschützt, die Ausführung nicht.
- Trailing Stop: zieht automatisch nach, wenn der Kurs steigt, zum Beispiel immer 8 Prozent unter dem letzten Hoch.
Bei einer Short-Position funktioniert es spiegelbildlich: Der Stopp liegt über dem Einstieg und kauft zurück, wenn der Kurs steigt.
Stop-Loss in der Praxis
Wo der Stopp liegt, ist die eigentliche Kunst. Ein zu enger Stopp wird schon vom normalen Kursrauschen ausgelöst, ein zu weiter kostet im Ernstfall zu viel. Verbreitete Ansätze:
- unter markanten Marken wie einem letzten Tief oder einer Unterstützung, also dort, wo die Trade-Idee nicht mehr stimmt,
- nach Schwankungsbreite, etwa ein Vielfaches der durchschnittlichen Tagesbewegung (ATR),
- als fester Prozentsatz vom Einstieg, vor allem bei langfristigen Anlegern.
Wichtig ist das Zusammenspiel mit der Positionsgröße: Erst steht der Stopp dort, wo er fachlich hingehört. Dann wird die Stückzahl so gewählt, dass der Verlust bis zum Stopp ins Risikobudget passt.
Ein häufiger Fehler ist, den Stopp im Verlust nach unten zu verschieben. Damit wird aus einer Regel wieder eine Bauchentscheidung. Manche erfahrenen Anleger legen keinen Stopp in den Markt, haben ihre Ausstiegsmarke aber trotzdem vorab festgelegt.
Stop-Loss bei [Bulle & Mensch]
Kaum ein Thema teilt unsere Gäste so deutlich wie der Stopp. Oliver Klemm hat im DAX-Future einen harten Maximal-Stopp von 30 Punkten, Uwe Jännert setzt für die meisten Positionen einen festen Stopp. Torsten Maus legt dagegen nie einen Stopp in den Markt, und Bernhard Mitterlehner verzichtet darauf, solange er den Markt ohnehin im Blick hat.
Der gemeinsame Nenner: Jeder Profi weiß vor dem Einstieg, wo er aussteigt. Ob die Marke als Order im System liegt oder im Kopf, hängt vom Stil und von der eigenen Disziplin ab. Dr. Carmen Mayer bringt es auf den Punkt: Wer sich nicht von selbst trennen kann, braucht den Stopp.
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💬 Was unsere Gäste über Stop-Loss sagen
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.
„Mein Maximum-Stopp, absolute Maximum ist 30 Punkte im Dax. […] Aber ich habe fast nie 30 Punkte Losses, weil ich viel früher wieder rausgehe. Aber das wäre so der Panikstopp.“
„Ein Stoploss, der ist sogar kostenlos, den musst du nicht kaufen. Den kannst du kostenlos in dein Depot legen. […] Wenn du jetzt eine Put-Option hast, dann musst du natürlich diese Put-Option zusätzlich zu den Aktien kaufen.“
„Es gibt Charaktere, die das noch nicht können, und die brauchen dann einen Stopp. Aber es ist wirklich, wirklich wichtig, dass wir unser Geld zusammenhalten. […] Und deswegen lieber einmal zu viel raus als andersrum.“
„Ich habe jetzt für die meisten meiner Positionen einen festen Stopp. Und da möchte ich an dieser Stelle nochmal ausgesprochen wikifolio danken, weil du kannst ja mittlerweile auch einen Stopp eingeben, und zwar zu den Haupthandelszeiten.“
„Ich habe an sich einen Stopp gesetzt und der wurde vom Broker nicht gezogen, weil er einfach den Stopp übersprungen hat. […] Das hat mich wirklich geärgert, weil ich den Verlust hätte sparen können.“
„Es gibt keinen statischen Stopp, es gibt nie einen statischen Stopp, das macht Unsinn. Ich habe auch nie einen Stopp im Markt liegen, weil es gibt ja auch mal Bewegungen, wo ein ganz schwacher Tag ist, und dann kann es sein, dass mal ausgestoppt wird und dann fliegt man raus.“
„Mit dieser Frequenz brauche ich keinen Stoploss, muss ich sagen. Aber würde ich jetzt eine Woche auf Urlaub fahren, auf ein Segelboot irgendwo, dann würde ich sehr wohl Stoploss setzen, weil dann weiß ich, da kann ich nicht eingreifen.“
🔗 Verwandte Begriffe
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