Profis antworten
Wann verkaufen Profis mit Gewinn? So nehmen Trader und Investoren Gewinne mit
„Wann verkaufst du mit Gewinn?“
Diese Frage hat Mario Märzinger nicht jedem Gast gestellt. Die Antworten fielen im Gespräch, meist wenn es um Ausstieg und Risiko ging. Hier stehen sie nebeneinander, wörtlich und mit Sprung an die Stelle im Video.
Marios Einordnung
Was fast alle gleich sagen
Alle zehn haben vorher eine Regel. Keiner verkauft, weil sich der Gewinn gerade gut anfühlt. Dr. Raimund Schriek sagt es am deutlichsten: Gewinne laufen lassen, bis eine Regel greift. Welche das ist, kannst du selbst wählen, eine Trendlinie, zwei gleitende Durchschnitte oder das Tagesende.
Wo sie sich unterscheiden
Trader setzen ein Ziel. David Pieper schließt seine Short Puts, wenn die Hälfte bis zwei Drittel der Prämie verdient sind. Oliver Klemm legt das Ziel für zwei Drittel der Position fest und lässt den Rest als Läufer laufen. Investoren schauen auf die Bewertung. Till Schwalm verkauft große Unternehmen, wenn der Kurs 30 bis 50 Prozent über seinem fairen Wert steht. Stefan Meißner verkauft meist nur, weil er eine noch bessere Aktie gefunden hat.
Was das für dich heißt
Leg die Regel fest, bevor du kaufst. Als Trader heißt das ein Kursziel oder ein nachgezogener Stopp wie bei Uwe Jännert. Als Investor heißt das ein fairer Wert, ab dem dir die Aktie zu teuer ist. Rüdiger Born nimmt am Mindestziel Gewinne mit, sobald er keine Idee hat, wie weit der Trend noch läuft.
Die Antworten im Überblick
Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Ergänzungen in eckigen Klammern sind von der Redaktion.
| Gast | Kurz gesagt |
|---|---|
| David Pieper | Schließt bei der Hälfte bis zwei Dritteln der Prämie |
| Oliver Klemm | Ziel steht zu zwei Dritteln fest, der Rest läuft weiter |
| Rüdiger Born | Ohne Idee zum Trend geht er am Mindestziel raus |
| Robin Kömel | Ab einer gewissen Gewinnstrecke zieht er die Reißleine |
| Uwe Jännert | Zieht lieber den Stopp nach, als Gewinne mitzunehmen |
| Dr. Raimund Schriek | Gewinne laufen lassen, aber nur mit fester Regel |
| Gerd Ackermann | Rollt den Put nach oben und sichert so den Buchgewinn |
| Till Schwalm | Verkauft große Firmen 30 bis 50 Prozent über fairem Wert |
| Dr. Hendrik Leber | Sind die Kurse zu hoch, nimmt er Gewinne mit |
| Stefan Meißner | Verkauft, wenn eine andere Aktie attraktiver ist |
Mit festem Ziel oder fester Gewinnstrecke
Schließt bei der Hälfte bis zwei Dritteln der Prämie
„Und jetzt ist es so, dass wir versuchen, bei etwa 50, 60 Prozent, das heißt, wenn ungefähr die Hälfte oder zwei Drittel der Prämie wir im Gewinn sind, dann schließen wir den Trade.“
Ziel steht zu zwei Dritteln fest, der Rest läuft weiter
„Das Ziel steht fest, zumindest zu zwei Dritteln. Und es kann sein, je nachdem, wenn der Markt sehr dynamisch ist, dann habe ich noch einen, nennen wir es mal den Läufer.“
Ohne Idee zum Trend geht er am Mindestziel raus
„Das heißt, ich habe so eine Art Mindestziel. Und wenn ich keine Ahnung habe, wie weit es nach dem Mindestziel geht, dann bin ich ein Gewinnmitnehmer und sage, komm, ich gehe raus, lieber einen frischen Trade.“
Ab einer gewissen Gewinnstrecke zieht er die Reißleine
„Auch machen wir es jetzt mittlerweile so, dass wir ab einer gewissen Gewinnstrecke auch sozusagen die Reißleine ziehen und sagen, okay, den Gewinn, den nehmen wir jetzt einfach mit, damit das Trading nicht zu emotional aufgeladen wird.“
Laufen lassen, bis eine Regel greift
Zieht lieber den Stopp nach, als Gewinne mitzunehmen
„Und das gehört aus meiner Sicht auch dazu, dass man Chancen sieht und dann eben auch das Glück hat und diese dann eben weiter laufen lässt und dann nicht immer den Gewinn mitnimmt, sondern dann eher den Stopp mitzieht, dann zu gucken, dass man hoffentlich das Maximale herausholt.“
Gewinne laufen lassen, aber nur mit fester Regel
„Die Börsenweisheit muss lauten, Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen bis, und da brauche ich eine Regel.“
Rollt den Put nach oben und sichert so den Buchgewinn
„Es gibt für mich keinen Zeitpunkt, wo ich aussteige oder so, einfach solange es geht, wird nach oben gerollt. […] Wenn ich hochrolle, habe ich zwar auch erstmal einen Buchgewinn, aber ich weiß, den werde ich auch realisieren.“
Wenn die Aktie zu teuer ist oder eine bessere wartet
Verkauft große Firmen 30 bis 50 Prozent über fairem Wert
„Also große Unternehmen sind dann die, wo ich sage, […] wenn der deutlich überschritten ist, 30, 40, 50 Prozent höher steht der Aktienkurs, dann verkaufe ich die wieder“
Sind die Kurse zu hoch, nimmt er Gewinne mit
„Aber wenn die Kurse mal zu hoch sind, dann nehme ich mal Gewinne mit. Warte, bis die Kurse runterkommen.“
Verkauft, wenn eine andere Aktie attraktiver ist
„Das heißt, wenn ich verkaufe, finde ich das Unternehmen oder die Aktie, die ich verkaufe, meistens noch attraktiv. ja, ich, der Grund des Verkaufs ist dann oft nur, dass ich eine andere noch attraktiver finde.“



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