[Bulle & Mensch]

Podcast-Gast · Folge 26

Dr. Raimund Schriek

Dr. Raimund Schriek coacht heute Trader und setzt bei der Psychologie an, weil für ihn der Tradingerfolg der Spiegel der Persönlichkeitsentwicklung ist. Sein eigenes Trading lief über CFDs auf Indizes, Aktien und Silber, mit Ausbrüchen über Vortageshoch und Vortagestief und statistisch geprüften Kalendereffekten.

Über Dr. Raimund Schriek

„Ich glaube, ich bin mein erster Klient gewesen. Das habe ich auch noch nie so gesagt, aber letztlich ist das so“, erzählt Raimund Schriek. Sein Weg in die Trading-Psychologie begann mit eigener Überforderung: Er handelte selbst, verlor mehrfach die Übersicht und schrieb schließlich ein kleines Skript zu Wirtschaftsnachrichten an einen Finanzbuchverlag. Der damalige Programmleiter fragte ihn, worüber er eigentlich schreiben wolle. Raimund Schrieks Antwort war „etwas Psychologisches“. Daraus wurde sein erstes Buch, seine erste Klientenarbeit und schließlich rund 20 Jahre Erfahrung als Coach für Trader und Anleger. Heute verbindet er in seinen Büchern „Du bist Trader!“ und „Trading Mind“ Verhaltenspsychologie mit Neurowissenschaft.

So tradet Dr. Raimund Schriek

Aus dem Gespräch in Folge 26 zusammengefasst. Jede Aussage ist mit der Stelle im Video belegt.

Märkte und Instrumente

Er kam über Fonds und Aktien als Anleger zum Trading und handelte dann CFDs, etwa auf den DAX, auf Aktien und auf Silber. Rückblickend wäre er lieber gleich auf Futures gewechselt, weil die CFD-Ausführung damals unter Requotes litt.

„Das einzige, was ich vielleicht hätte anders, wirklich anders machen sollen, dass ich gleich auf Produkte wie Futures gewechselt hätte“

▶ Folge 26 · 10:50

Auswahl und Einstieg

Er handelte Ausbrüche über das Vortageshoch und unter das Vortagestief, weil andere Marktteilnehmer diese Marken ebenfalls beobachten. Dazu kamen Markteffekte wie der „Turnaround Tuesday“ nach einem schwachen DAX-Montag oder Gold von Donnerstag auf Freitag, die er mit eigener Statistik auswertete.

„da bin ich vor allem in Richtung Vortagshochs und Vortagstiefs unterwegs gewesen, weil ich das spannend finde“

▶ Folge 26 · 28:50

Portfolio und Positionsgröße

Das Risiko pro Trade legt er nicht pauschal auf 1,5 oder 2 Prozent fest. Maßstab ist, was das Trading-Tagebuch über die letzten 100 oder 200 Trades hergibt. Die Positionsgröße nennt er das A und O des Risikomanagements.

„Für mich ist es das, was das Trading-Tagebuch hergibt über meine letzten 100 oder 200 Trades“

▶ Folge 26 · 33:43

Risiko und Verkauf

Seine wichtigste Lehre: Risiko immer moderat und passend zur Kontogröße halten, egal wie sicher er sich ist. Für den Ausstieg im Gewinn verlangt er eine feste Regel, etwa eine gebrochene Trendlinie, sich kreuzende gleitende Durchschnitte oder das Tagesende.

„Risiko immer moderat halten, in Abhängigkeit von der Kontogröße. Egal wie sicher ich bin“

▶ Folge 26 · 33:05

Fehler und was daraus wurde

Er ging kurz vor Handelsschluss mit 500 Aktien-CFDs short auf Schering, ohne sich vorher mit der Aktie beschäftigt zu haben. Am Samstag kam die Übernahme durch Bayer, am Montag war das Depot weg, nach seiner Rechnung 500 mal 16, also minus 8000. Er sagt, er habe sich damals noch wie ein Anleger verhalten.

„ich glaube, ich war sehr unbewusst unterwegs und habe mich auch in dem Augenblick noch wie ein Anleger verhalten“

▶ Folge 26 · 1:04:15

Umgang mit Verlusten

Nach eigener Zählung verlor er drei Depots, eines davon mit Silber-CFDs per Margin Call kurz vor der Wende. Die großen Lektionen lernte er aus diesen Verlusten. Heute rät er, zuerst das Verlieren mit kleinem Risiko zu üben und keinen Broker zu nutzen, bei dem man per Kreditkarte nachschießen kann.

„Ich glaube, die großen Lektionen habe ich durch die großen Verluste gelernt“

▶ Folge 26 · 41:39

Arbeitsweise und Werkzeuge

Das Trading-Tagebuch hält er für das wichtigste Buch. Es erfasst Ein- und Ausstieg und die Regeltreue, dazu Emotionen, Gedanken und wiederkehrende Muster. Die Nachbereitung ist für ihn so wichtig wie Vorbereitung und Durchführung.

„insofern ist ein Trading-Tagebuch für mich letztlich das wichtigste Buch, es gibt“

▶ Folge 26 · 1:53:51

Jeden Trade vorher durchspielen

Vor dem Einstieg spielt er beide Ausgänge durch, das Ziel und den Stop. Wer den Verlust vorher für möglich hält, reagiert ruhiger und verfällt seltener in Revenge-Trades.

„wenn ich einen Trade vorher durchgehe, ihn durchspiele, ich lasse ihn ins Ziel laufen, positives Ereignis, ich lasse ihn in den Stop laufen, negatives Ereignis“

▶ Folge 26 · 1:07:26

Demokonto nur für die Technik

Er selbst handelte von Anfang an mit echtem Geld. Das Demokonto empfiehlt er nur, um die Handelsplattform zu beherrschen, also Einstieg, Ausstieg und Positionsvergrößerung ohne Bedienfehler.

„Das Demokonto spricht für mich nur an der Stelle dafür, dass ich das Handling mit der Handelsplattform gut hinbekomme“

▶ Folge 26 · 26:02

Körper und Nerven im Blick

Gegen die Reizflut legt er sich mehrmals am Tag auf eine Shakti-Matte, um den Nervus vagus zu entspannen. Vor dem Handel rät er zu Sport, Wasser, Obst und Nüssen am Platz.

„ich leg mich da auf so eine fakirartige Matte immer wieder, auch mehrmals am Tag, wenn ich meine, hey, jetzt brauch ich mal Pause“

▶ Folge 26 · 1:49:20

Das ganze Gespräch mit Kapiteln und Artikel: Folge 26 →

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Dr. Raimund SchriekGast
Danke Mario, ein großes Vergnügen bei dir zu Gast zu sein. Interessante Titelwahl - gefällt mir sehr.
@heuw7379
Das war jenseits der Strategien und Indikatoren eine besondere Folge. Besonders hat mir die ganzheitliche Betrachtung gefallen und das sonst nicht so übliche Methoden erwähnt wurden. … Auch die Fragen waren schön auf den Punkt. …
@GUTI-ps6oy
VOLL INS SCHWARZE getroffen mit diesem Thema ✌️
@gabriela-d7x2c
Cooles Interview und toller Coach. Nach Jahren von Persönlichkeiteitsentwicklung, Psychologischem Aufräumen in mir, Körperarbeit inkl. YOGA Ausbildung bin ich vor ca. 1.5 zum Trading gekommen. Es gibt kein Tool was dein ego besser zerstört als traden und dich in deinen Körper führt 😂. Ein besseres Seismograph für mein Bewusstsein habe ich bisher nicht erfahren.

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