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Was ist ein CFD?

CFD: Definition, Beispiele und wie Profis aus dem Podcast damit umgehen.

Kurz erklärt

Ein CFD (Contract for Difference, deutsch Differenzkontrakt) ist ein Vertrag mit einem Broker, bei dem du auf steigende oder fallende Kurse eines Basiswerts setzt, ohne ihn zu besitzen. Abgerechnet wird nur die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Du hinterlegst nur eine Sicherheitsleistung, die Margin, und handelst so mit Hebel. Gegenpartei ist der Broker, nicht die Börse.

Definition von CFD

Ein CFD ist ein Differenzkontrakt. Du kaufst keine Aktie und keinen Future, sondern schließt mit dem Anbieter einen Vertrag über die Kursveränderung. Steigt der Kurs nach deinem Kauf, zahlt dir der Broker die Differenz. Fällt er, zahlst du. Auf fallende Kurse setzen geht genauso einfach wie auf steigende.

CFDs werden nicht an einer Börse gehandelt, sondern direkt beim Anbieter, auf Englisch Over the Counter (OTC). Der Broker stellt die Kurse und ist bei vielen Anbietern selbst dein Gegenüber. Deshalb hängt viel davon ab, wie sauber er seine Preise an den echten Markt koppelt. Es gibt CFDs auf Indizes wie den DAX, auf Aktien, Rohstoffe, Währungen und Kryptowährungen.

In der EU gelten seit 2018 strenge Regeln für Privatkunden. Der Hebel ist je nach Basiswert auf 30 zu 1 bis 2 zu 1 begrenzt, und Verluste über das eingezahlte Geld hinaus sind ausgeschlossen. In den USA dürfen Privatanleger keine CFDs handeln.

Wie funktioniert ein CFD?

Du kaufst einen CFD auf den DAX, bei dem jeder Indexpunkt 1 Euro wert ist. Der Broker verlangt 5 Prozent Margin, das entspricht einem Hebel von 20.

DAX beim Kauf20.000 Punkte
Positionswert (20.000 × 1 €)20.000 €
Hinterlegte Margin (5 %)1.000 €
DAX steigt um 1 % auf20.200 Punkte
Gewinn200 € (+20 % auf die Margin)
DAX fällt um 5 % auf19.000 Punkte
Verlust1.000 € (die ganze Margin)

Eine Bewegung von 5 Prozent im Index reicht also, um den kompletten Einsatz zu verlieren. In der Praxis kommt es meist gar nicht so weit: Fällt dein Konto auf die Hälfte der nötigen Margin, muss der Broker die Position schließen. Das ist der Margin Call, bei dem du automatisch ausgestoppt wirst.

Dazu kommen Kosten. Bei jedem Trade zahlst du den Spread, also den Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Hältst du die Position über Nacht, berechnet der Broker Finanzierungskosten auf den vollen Positionswert, nicht nur auf die Margin.

CFD in der Praxis

CFDs sind für viele der erste Kontakt mit dem Trading, weil die Anbieter stark werben und schon kleine Beträge reichen. Profis sehen sie als ein Werkzeug unter mehreren. Manche schätzen, dass sich die Positionsgröße fein einstellen lässt und Short-Trades so einfach sind. Andere meiden sie und handeln lieber Futures und Optionen an einer regulierten Börse.

Die wichtigsten Risiken:

Anbieter müssen offenlegen, wie viel Prozent ihrer Privatkunden-Konten mit CFDs Geld verlieren. Der Wert liegt meist deutlich über der Hälfte.

CFD bei [Bulle & Mensch]

Bei [Bulle & Mensch] erzählen mehrere Gäste, dass ihr Weg an die Börse über einen CFD-Broker begann. Michael Pisnyachevskiy landete per Google-Suche bei einem Anbieter und wusste damals nicht, was CFDs sind. Wieland Arlt handelte den DAX zuerst mit Knock-outs über eine Direktbank, wo jede Order eine TAN brauchte, und fand den Handel mit CFDs später deutlich einfacher. Nico Schulze setzte im Corona-Crash mit CFDs auf einen fallenden DAX, legte mit den Buchgewinnen nach und wurde schließlich per Margin Call ausgestoppt, mit 100 Prozent Gewinn.

Andere sehen das Produkt kritisch. David Pieper kam bei einem Flash Crash über eine Stunde nicht aus seiner CFD-Position und setzt heute auf Futures und Optionen an regulierten Börsen. Dr. Raimund Schriek sagt, die Kurse der Anbieter hatten früher viel mit Fantasie zu tun, heute gebe es auch sehr gute CFD-Broker. Rüdiger Born sieht als Vorteil, dass es bei CFDs heute keine Nachschusspflicht mehr gibt.

💬 Was unsere Gäste über CFD sagen

Wörtliche Aussagen aus den Originalgesprächen von [Bulle & Mensch]. Sie geben die Sicht der jeweiligen Gesprächspartner wieder, nur Füllwörter wurden entfernt. Die Sprungmarke führt an die Stelle im Video.

Unterschiedliche Perspektiven

GastAnsatz
Rüdiger BornKeine Nachschusspflicht mehr
Dr. Raimund SchriekFrüher Fantasiekurse, heute gute Anbieter
David PieperKeine echte Börse, keine echten Kurse
Wieland ArltSchneller rein und raus als mit Knock-outs
Nico SchulzeBuchgewinne nachgelegt, dann Margin Call
Michael PisnyachevskiyEinstieg per Google, ohne zu wissen, was CFDs sind

Die Aussagen im Wortlaut

Keine Nachschusspflicht mehr

„Heutzutage mit CFD ist es bisschen einfacher, weil da keine [Nachschusspflicht] mehr ist.“
Rüdiger Born Folge 34: Deine Charts lügen: Warum Rüdiger Born keine einzige schräge Trendlinie zeichnet ▶ 1:44:48 auf YouTube

Früher Fantasiekurse, heute gute Anbieter

„Das ist heute teilweise auch natürlich transparenter. Es gibt sehr gute CFD-Broker, die ihre Kurse an Reuters Kurse gebunden haben, die da ganz, ganz eng am Markt sind. Aber das hatte damals doch auch viel mit Fantasie zu tun.“
Dr. Raimund Schriek Folge 26: Warum leicht verdientes Geld beim Trading so gefährlich ist ▶ 11:28 auf YouTube

Keine echte Börse, keine echten Kurse

„Ihr handelt sozusagen auf Margin, ihr könnt mehr bewegen als ihr habt. Das Problem ist aber, […] ihr seid dem Anbieter ausgeliefert, es ist keine echte Börse, […] es sind keine echten Kurse […].“
David Pieper Folge 10: Vom Bankanalysten zum Options-Stillhalter: Wie David Pieper mit technischer Analyse ein zweites Börseneinkommen aufbaut ▶ 1:12:37 auf YouTube

Schneller rein und raus als mit Knock-outs

„Ich hab im Endeffekt typischerweise mit dem DAX angefangen als Derivate, also das Knockout. […] Mit CFDs ging es dann deutlich besser und einfacher.“
Wieland Arlt Folge 7: Was dein Depot über dich verrät: Warum IFTA-Präsident Wieland Arlt Kontoauszügen nicht traut ▶ 20:13 auf YouTube

Buchgewinne nachgelegt, dann Margin Call

„Bei den CFDs ist es so, es sammelt sich dann Kapital an, wenn eine Position ein Plus ist. Ich habe dann mit diesem neuen Kapital wieder was nachgekauft. Und so eine exponentielle Kurve bekommen. […] Dort wurde ich dann per [Margin Call] rausgeworfen aus dem System.“
Nico Schulze Folge 4: Wie Nico Schulze nach 70 Prozent Depotverlust ein 4-Millionen-Euro-wikifolio aufgebaut hat ▶ 56:07 auf YouTube

Einstieg per Google, ohne zu wissen, was CFDs sind

„[…] der CFD Broker, bei dem ich gelandet bin, war einfach gut in Google optimiert. […] Damals wusste ich auch nicht, was CFDs sind. Es war mir eigentlich relativ egal.“
Michael Pisnyachevskiy Folge 1: Michael Pisnyachevskiy: Wie die Suche nach dem Heiligen Gral im Trading zur Suche nach einem echten Edge wurde ▶ 13:12 auf YouTube
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